Eine Kabarettistin spricht über Süchte

Sehnsucht
Das neueste Stück im Kabarett "Die Arche" heißt "Voll gut drauf". Vor allem dreht sich dort alles im die verschiedensten Süchte. Und der Süchte gibt es viele: Herrschsucht, Sehnsucht, Putzsucht, Sexsucht und jede Menge andere Abhängigkeiten. Kabarettistin Beatrice Thron, die in dem Stück gemeinsam mit Ulf Annel und Andreas Pflug auf der Bühne steht, lässt uns an ihren Gedanken über Süchte teilhaben:

Sehnsucht: Die ist schön und tut weh. Bittersüß, ein bisschen wie Zartbitterschokolade. Man hat so ein Ziehen im Herz. Manchmal ist Sehnsucht zu haben schöner als die Erfüllung selbst. Sie kann motivieren und mich vorantreiben. Vielleicht ist sie die schönste aller Süchte.

Drogensucht: An Zigaretten und Alkohol kommt man leicht ran. Ich habe festgestellt, dass sich mein Körper nicht zur Drogensucht eignet, früher habe ich viel geraucht, und ich konnte problemlos aufhören. Heute sagt mir mein Körper, auch bei zu viel Alkohol: Finger weg, das ist eklig!

Sexsucht: Der erste Teil des Wortes ist sehr schön. Ich glaube, sexsüchtig ist man nur dann, wenn man ein anderes Defizit hat. Sexsüchtig möchte ich nicht sein. Ab wann ist man das eigentlich?

Putzsucht: Die habe ich! Ich muss zum Beispiel jeden Tag staubsaugen, aber das liegt eher an meinen zwei Katzen. Wenn ich ein Haar herumliegen sehe, muss ich es einfach wegmachen. Ist schon ein komisches Ding mit der Putzsucht. Aber so ganz wirklich habe ich sie wohl doch nicht.

Herrschsucht: Ängstigt mich, ist mir selber fremd. Außer vielleicht manchmal meinen Kindern gegenüber. Ich gehe ihr aus dem Weg. Aber man findet sie oft, bei Groß und Klein.

Medikamentensucht: Hat man viel Stress und nimmt Schlaftabletten, kann es passieren, dass man schon nach zwei Wochen abhängig ist. Es kommt immer drauf an, wie man mit allem umgeht, wie stark man ist. Ich bin heilfroh, dass meine Kinder frei von so einer Sucht sind.

Kaufsucht: Die hängt leider oft mit der Schwindsucht zusammen, die beiden vertragen sich sehr gut. Ich weiß, dass ich der Kaufsucht eine gute Angriffs­fläche biete, wenn es mir mal nicht gut geht. Ihr nachzugeben, vermeide ich, indem ich konsequent die Stadt meide. Vor allem bei jungen Leute kann das Einkaufen wirklich schnell zur Sucht ausarten.

Schwindsucht: Die ist wohl vom Menschen auf den Kontostand übergegangen, auf dem Konto und im Portemonnaie ist die ganz doll. Obwohl, bei manchen Modells könnte man auch denken, dass sie schwindsüchtig sind.

Schwindelsucht: Die gibt es! Ich glaube, viele Politiker haben die, die schwindeln nämlich ganz viel. Sie merken das aber nicht. Oder glauben an das, was sie sagen.
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