"Eine spinnt immer" - behaupten Gisela Brand, Julia Maronde und Christiane Weidringer im neuen Programm vom Kabarett "Die Arche"

Gisela Brand
  Erfurt: Kabarett "Die Arche" |

Eine spinnt immer! Das beschwören drei Frauen, die es wissen müssen und die ihr neues Kabarettprogramm so nennen: Gisela Brand, Christiane Weidringer und Julia Maronde. Am 28. März ist Premiere im Erfurter Kabarett „Die Arche“. Ob Alltagsprobleme, eingefrorene Eizellen oder die Frauenquote - unter der Regie von Harald Richter sollen es „Sternstunden der Frauen“ werden, auch für Männer. Zuvor legten die Damen (und der Regisseur eine kurze Spinnstunde ein:

Was ist typisch Frau?



Gisela Brand: Liebenswürdigkeit, Verständnis und die Fähigkeit, drei Dinge gleichzeitig tun zu können. Das können Männer nicht. Frauen werden anders alt als Männer, sie verkraften das besser, können sich gut beschäftigen. Aber ich bin auch ein bisschen männlich: Ich trinke sehr gern Bier!

Christiane Weidringer: Emotionen, Feinfühligkeit, empathisch zu sein. Aber auch chaotisch.

Julia Maronde: Den Überblick zu behalten. Das ist bei mir aber nicht so.

Ist was dran an den Klischees?



Gisela Brand: Was suchen Sie denn da so lange in Ihrer Handtasche...? Zurück zur Frage: Also mein Vater hat mich so erzogen, wie er eine Frau gern gehabt hätte. Ich habe mich lange Zeit nicht getraut, irgendwelchen halbseidenen Typen zu widersprechen. Aber heute bin ich, wer ich bin.

Christiane Weidringer: Beim Einparken muss ich widersprechen: Das kann ich richtig gut! Meine Mutter dachte immer sehr männlich, deshalb habe ich typisch weibliche Dinge erst später entdeckt. Erst dachte ich, ich wäre irgendwie anders, ich liebe es, stundenlang zu nähen oder beim Kaffeetrinken endlos mit anderen zu quatschen.

Julia Maronde: Ich bin das typische Beispiel dafür, dass Frauen nicht einparken können. Beim räumlichen und mathematischen Denkvermögen habe ich irgendwie nichts abbekommen. Dafür kann ich verschiedene Sprachen.

Reden Frauen mehr als Männer, weil sie einfach mehr zu sagen haben



Gisela Brand: Hören Sie sich mal 'ne Männerrunde auf dem Domplatz an...! Wenn Frauen sich unterhalten und gut verstehen, können sie über alles reden. Bei Männern gibts da erstmal Balzgehabe. Oder sie wollen einfach nicht reden. Obwohl, beobachten Sie mal 'ne Frauenrunde, wenn plötzlich ein Mann auftaucht, da gibt es auch mächtiges Balzgehabe. Aber eigentlich wichtig ist doch, dass man sich seine Lebenslust nicht vergällen lässt. Und es ist ein gutes Gefühl, in einer harmonischen Umgebung zu sein, da ist man zufriedener, kreativer, entwickelt keine Aggressionen. Das heißt aber nicht, dass man nicht mal aus der Rolle fallen darf.

Christiane Weidringer: Die Inhalte sind einfach extrem unterschiedlich. Dabei geht es nicht um Quantität und Qualität. In Gesprächen ist es vor allem wichtig, dass die Chemie stimmt, egal, ob der Gesprächspartner männlich oder weiblich ist.

Julia Maronde: Ich denke, das ist auch eine Altersfrage. Männer haben eben weniger zu erzählen und weniger zu klären. Frauen beleuchten lieber alles von jeder Seite, suchen Lösungswege. Wir sind eben so angelegt.

Harald Richter (Regisseur): Mir geht das männliche Balzgehabe total auf die Nerven. Ich komme lieber gleich auf den Punkt.

Drei Frauen auf einem Haufen. Geht das gut?



Gisela Brand: Kaum. Eine spinnt immer.

Christiane Weidringer: Das ist der Titel unseres Programms, der zieht sich wie ein energetischer Faden durch, es bleibt alles in Bewegung, in Spannung. Das ist ein toller Titel.

Harald Richter: Irgendwie habe ich immer die Olsenbande vor Augen: Einer tickt immer aus, einer versucht zu vermitteln. Jaja, die Frauen, das kenne ich im Familien- und Freundeskreis...

Wer spinnt heute?


Gisela Brand: Das haben wir noch nicht rausgefunden? Vielleicht ja der Regisseur?

Können Frauen einfach nicht anders?



Gisela Brand: Es geht doch nicht darum, dass eine Frau rumzickt. Das mit dem Zicken behaupten doch am liebsten die Männer, nämlich dann, wenn eine Frau Unangenehmes anspricht oder wenn sie nicht die Kraft hat sich durchzusetzen. Spinnen hat nicht unbedingt einen negativen Touch.

Spinnen Männer auch?



Gisela Brand: Die spinnen anders. Männer kommen übrigens auch in die Wechseljahre. Interessant wird's, wenn Männer mit den Jahren immer tantiger werden. Guckt euch mal den alten Churchill an. Oder den Gabriel.

Christiane Weidringer: Männer spinnen eher berechenbarer, die brauchen das als Ventil.

Harald Richter: Ja! Allerdings neigen Frauen emotional zu anderen Amplituden. Wenn man weiß, wie sie ticken, kann man auch damit umgehen.

Ist das neue Programm ein Frauenprogramm?



Gisela Brand: Nein! Ein ganz normales Kabarettprogramm für alle, nur eben von Frauen gespielt.

Harald Richter: Es geht nicht ausschließlich um Frauenprobleme. Und wenn es heißt „Eine spinnt immer“, dann sage ich: So ist es eben im Leben!

Könnten Sie einen Tag lang ein Mann sein, was würden Sie tun?



Gisela Brand: Ich wäre begeistert! Dann könnte ich endlich einmal bestimmt Dinge nachvollziehen. Andere Sichtweisen sind immer gut. Und ich würde ein Problem auf echt männliche Art klären. Würde sich eine Frau so benehmen, oh oh...

Christiane Weidringer: Ich hätte Lust, in die Rolle eines Mannes zu schlüpfen, der in machtvoller Position ist und für ihn untypische, unpopuläre Entscheidungen treffen, die er nicht mehr rückgängig machen kann. Seehofer würde sich zum Beispiel für das bedingungslose Grundeinkommen aussprechen.

Julia Maronde: Das finde ich sehr gut, Macht zu haben und Entscheidungen zu fällen. Ich würde als Mann genau dasselbe machen wie sonst und mal sehen, wie sich das anfühlt und wie andere darauf reagieren.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige