Erfurter Firma Kids Interactive schreibt weltweit erste Schulbuch-App und erhielt den Innovationspreis 2014

 
Geschäftsführer von Kids Interactive Joerg Michel. Foto: Heyder

Eine Brücke ins Technologiezeitalter

Es war nicht leicht, Michael Webster und Anne Miller immer zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen: Speichermedien für Filme waren im Schulunterricht mit Einführung „English for you“ 1966/67 auf Filmrollen begrenzt. Diese Sendung gab es darauf aber nicht und sie kam nicht immer dann, wenn die Schüler gerade Englisch paukten. Probleme, die die Schüler in den 1990er Jahren nicht mehr hatten. Die Videokassette machte Schulsendungen zeitlich unbegrenzt verfügbar. Seit sich das Internet bahngebrochen hat, waren zusätzlich viele andere Inhalte noch einfacher zu haben. Eine Erfurter Firma hat sich nun daran gemacht, das gedruckte Schulbuch mit Leben und damit zusätzlichen Informationen anreichern, indem es Printprodukt und Netzinhalte verknüpft. Kids Interactive hat die weltweit erste Schulbuch-App geschrieben und den Innovationspreis 2014 damit abgeräumt. Wozu dieses kleine Programm in der Lage ist, zeigt Geschäftsführer Joerg Michel nicht ohne Stolz in seinem Büro. „Zoom“ heißt die Erweiterungssoftware, die das Layout der Schulbücher liest und somit die Seiten des Buches anhand von einigen Merkmalen ausliest. Für jede Seite sind zusätzliche Inhalte digital verfügbar: da werden englische Vokabeln richtig vorgelesen, digitale Spickzettel zum Lernen der Inhalte erstellt, ganze Hörtexte angeboten oder Bildergalerien ergänzt. Videoreportagen, Nachhilfemodule oder ein Quiz zum Text können abgerufen werden. Und die Handhabung ist unkompliziert: Ein Smart-Phone oder Tablet-Computer mit der App bestückt reichen aus. Die werden ganz einfach über die jeweilige Seite im Buch gehalten. Das Programm erkennt, wo sich der Schüler gerade befindet und bietet die zusätzlichen Inhalten an.

Geschäftsführer Joerg Michel erklärt: „Unsere App-Lösung schafft es, die Kluft zwischen klassischem Schulbuch und den digitalen Medien zu überbrücken. Schüler und Lehrer können so beide Aspekte vereinen. Es entsteht eine leicht zu beschreitende Medienbrücke ins Technologiezeitalter."

In immer mehr Schulen werden zeitgleich sogenannte Smartboards angeschafft, digitale Tafeln sind das, auf denen auch Filme angeschaut werden können oder die in der Lage sind, im Internet Informationen zu suchen. Zukünftig können Lehrer ihren Unterricht mit Hilfe derartiger Technologien beliebig ausschmücken und erweitern. Mal ein Video oder eine Bildergalerie zum Thema anbieten. Sie müssen nicht mehr ihren Fernsehbildschirm auf dem Wagen anrollen und den Videorekorder anschließen. Sie sind in der Lage mit Schulbuch, Tablet und Smartboard die Inhalte einer Schulstunde auch mal spontan erweitern.

Und: die Schulbuch-App hilft zusätzlich beim Lernen zu Hause. Sei es bei der Aussprache der Vokabeln oder auch mit Videosequenzen, die einen Text veranschaulichen. Viele kennen das bereits aus Versandhauskatalogen und aus der Tourismusbranche. Für Schulbücher ist das aber noch neu. Sie würde sogar einen Ausflug ins Jahr 1967 mitmachen, wo man Michael Webster und Anne Miller, Tom und Peggy zuschauen kann, wie sie englische Vokabeln erklärten.
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4 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 06.01.2015 | 11:33  
Axel Heyder aus Erfurt | 06.01.2015 | 11:38  
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Antje Hellmann aus Jena | 06.01.2015 | 11:43  
Axel Heyder aus Erfurt | 06.01.2015 | 11:51  
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