Falsches Osterei

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Vor Jahren waren wir zu Ostern erstmals nicht weggefahren. Stattdessen wurde ein Familienosterspaziergang mit Ostereiersuche durchgeführt. Die Enkelin Paula aus Köln war auch zu Gast und deretwegen wurde es ein echtes Verstecken und Suchen von Ostereiern oben auf dem Kamm des Großen Hörselberges, nahe des Hörselberghauses.

Heide hatte alles – wie sie es immer so liebevoll und gekonnt macht – vorbereitet. Für jeden hatte sie ein großes Osterei, in dem neben Süßigkeiten auch eine Karte für eine gemeinsame Kulturveranstaltung verborgen war. Wie ein hoppelnder Osterhase durfte ich die Eier im Wald verstecken.

Für Paula hatte sie ein großes Osternest gestaltet, in dem neben Anziehsachen auch viele verschiedene Leckereien lagen. Das war das Größte aller versteckten Ostersachen!

Kaum konnte die Familie zurückgehalten werden, bis der ‚Osterhase’ alles versteckt hatte und wieder davongehoppelt war.

Schließlich begann die Suche. Paula war die eifrigste und erfolgreichste Sucherin, wobei sich die Anderen wohl absichtlich etwas ungeschickt anstellten.

Schon hatte sie eines der großen Eier entdeckt und las den ersten Buchstaben ‚E’. „Für Oma Erika“, rief sie fröhlich! Dann fand sie eines mit ‚H’. „Für Oma Heide“, strahlte sie! Auf dem nächsten entzifferte sie ‚Pa’. „Hurra! Für mich! Da steht Paula drauf!“ „Nein, Paula, darauf steht ‚Papa’“. Etwas enttäuscht aber sich auch wieder mit Papa freuend brachte sie ihm sein Ei.

Dann schließlich fand sie das große Osternest. „Bah! Toll! Für wen ist denn das?!“ „Na für Dich sicher“, meinte Oma Heide. „Aha“, kam es gedämpft erfreut. Dann gab sie mir das Nest zum Halten und suchte weiter. ‚U’! „Für Opa Uwe“, erkannte sie sofort, wem das nächste große Osterei zugedacht war.

Als alle Eier gefunden waren, sah ich in ein etwas enttäuschtes Paula-Gesicht. Fix gab ich ihr das tolle Nest wieder, welches sie mir aber sofort weiter zum Tragen überließ. Unauffällig und still suchte sie weiter.

Des Pudels Kern war: Sie hätte auch gern ein Ei mit ihrem Namen wie alle anderen gehabt! War das Nest auch toll und groß und voller Dinge, die in ein solches Ei gar nicht gepasst hätten, so war es eben nur ein Nest und nicht solch herrliches und beschriftetes ganz persönliches Ei.
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Diese Geschichte habe ich meinem ersten Büchlein „Mit Kinderaugen lächeln betrachtet“ entnommen und möchte damit auch „einsteigen ins Ostergeschehen 2011“.
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