Frauen um die 50 sind nicht alt!

Erfurt: ... | Wer über zwei Millionen Bücher verkauft hat, der darf sich ohne Überheblichkeit als Bestseller-Autor bezeichnen. Dora Heldt aus Hamburg muss zweifellos diesem Personenkreis zugeordnet werden. Ich gehörte nicht zu den Liebhabern leichter Sommerliteratur, bis ich "Urlaub mit Papa" las. Das Buch hatte ich in einem Secondhand-Stöberladen erstanden. Am nächsten Tag begab ich mich schnurstracks in die Buchhandlung und kaufte alle Bücher, die Dora Heldt zu diesem Zeitpunkt bereits herausgebracht hatte.
Am Freitag war die Schriftstellerin im Rahmen der Erfurter Herbstlese zu Gast im Ratsgymnasium. Über 300 Gäste wollten sich mit den Sorgen, Nöten und Launen dreier Frauen um die 50 befassen. Davon nämlich handelt Heldts 6. Buch mit dem Titel "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt", den man erst begreift, wenn man den Klappentext gelesen hat. Heldt selbst wird demnächst 50, doch noch ist sie 49 - das sei auf Wunsch der Autorin betont.
Für ihre Bücher muss die ehemalige Verlagsmitarbeiterin nicht wochenlang in staubigen Archiven nach historischen Hintergründen recherchieren. Der Genius ihrer Veröffentlichungen liegt vielmehr in deren Einfachheit. Das soziale Umfeld scharf beobachten, die ausgewählten Situationen ein wenig ausschmücken, mit einer gehörigen Portion Mutterwitz würzen - das ist offenbar das Rezept des Heldtschen Erfolges. Kein Wunder, dass die Leute die Bücher des humorvollen Nordlichtes lieben - sie erkennen sich darin wieder.
Ohne Zweifel hat Dora Heldt das Genre des heiteren Romans in Deutschland wiederbelebt. Dass bei ihrem ersten Besuch in Thüringen gleich 300 Leute (inklusive Männer) vor ihr sitzen, musste mit der Kamera festgehalten werden. Zu den Herren der Schöpfung gewandt, sagte Heldt: "Ich habe Angst, dass ich mich bei Ihnen für dieses Buch entschuldigen muss!"
"Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt" kommt als wahres Frauenbuch daher und es ist wohl auch für Frauen geschrieben. Nicht alle am Freitag anwesenden Herren konnten verstehen, was Dora Heldt den Damen um die 50 mit dem ihr eigenen Charme sagen will: Dass sie nämlich überhaupt nicht alt sind und durchaus noch etwas Neues in ihrem Leben beginnen können! Diese Botschaft umgibt sie mit einem brüllend komischen Kontext: Amouröse Verwicklungen und Verwechslungen, für die man manchmal einen Kompass braucht, Gänsehaut, Tränen - und am Ende wird alles gut.
Dabei kam der Erfolg für Dora Heldt eher zufällig. Lange Jahre als Verlagsmitarbeiterin tätig, wollte sie eines Tages wissen, ob sie es schaffte, ein Buch bis zu Ende zu schreiben. Weil sie das aber nicht bei der Konkurrenz verlegen konnte, schrieb sie unter dem Namen ihrer Großmutter. Und landete einen Treffer. Drei ihrer sechs Romane sind inzwischen verfilmt und zum Teil auch als Hörspiele erhältlich.
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14 Kommentare
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Constanze Fuchs aus Gotha | 31.10.2011 | 18:57  
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Petra Seidel aus Weimar | 31.10.2011 | 19:16  
2.250
Ulf Wirrbach aus Gotha | 31.10.2011 | 19:22  
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Petra Seidel aus Weimar | 31.10.2011 | 20:11  
5.253
Hans-Gerd Born aus Erfurt | 31.10.2011 | 20:30  
2.250
Ulf Wirrbach aus Gotha | 31.10.2011 | 20:30  
Helke Floeckner aus Erfurt | 31.10.2011 | 20:50  
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Karin Jordanland aus Artern | 01.11.2011 | 14:29  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 01.11.2011 | 19:46  
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Petra Seidel aus Weimar | 03.11.2011 | 20:18  
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Karin Jordanland aus Artern | 04.11.2011 | 08:28  
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Petra Seidel aus Weimar | 04.11.2011 | 13:52  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 04.11.2011 | 16:15  
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Petra Seidel aus Weimar | 05.11.2011 | 09:39  
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