Gamaschenhoch

Die Rückkehr eines Accessoires – Um die Fußkleider wird es bunter


EIN BERÜHMTER GAMASCHENTRÄGER war die Comicfigur Dagobert Duck. Ihr Erfinder, der Zeichner Carl Barks, ließ die Entenfigur ihrer Sparsamkeit entsprechend stets die gleiche Kleidung tragen – einen roten, manchmal blauen Gehrock, einen schwarzen Zylinder, dazu die Gamaschen und einen Gehstock.






Von Thomas Gräser

Es wird bunter um die Fußkleider - die Gamasche kehrt zurück. Die modischen Überzieher mit Reißverschluss avancieren zum neuzeitlichen Hingucker.

Als robuste Überstrümpfe waren Gamaschen einst Teil alter Trachten. Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert gehörten Leder- und Wickelgamaschen zur Uniform ganzer Armeen. Danach fristeten sie ihr Dasein lediglich als Hufschutz für Pferde.

Als Relikt der Vergangenheit wurden sie in Kinofilmen wie "Manche mögen‘s heiß" aus dem Jahr 1959 belächelt. Der Gangsterboss - gespielt von George Raft - trägt nicht nur Gamaschen, sondern heißt auch "Gamaschen- Colombo".

Eine Renaissance erlebte das Fußaccessoires dann in den 80ern. Die Ikone der Aerobic- Welle - Jane Fonda - tanzte ihre Fitnessübungen nicht ohne bunte Strickstulpen vor.

Dank einiger Designer werden heute wieder die Blicke auf ein sinnliches Stück Bein gelenkt. Dabei können Gamaschen nur den Fuß bedecken oder ganze Stiefelschäfte vorgaukeln. Sie schmücken nicht nur, sondern machen obendrein Pumps kältetauglich.

Die Beinlinge mit Steg und aus verschiedenen Materialien gefertigt, werden einfach angeknöpft oder mit einem Reißverschluss geschlossen. Sie gibt es auch für den Herrenfuß, allerdings etwas dezenter.

Ob sich jedoch der Strumpf ohne Sohle wieder durchsetzen wird, ist noch offen. Aber er ist auf alle Fälle etwas für Auffallenwollende, zum Schutz der Schuhe gegen Nässe und Schmutz sowie gegen kalte Füße.

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