Geheimtipp: Die Orgel in Kornhochheim

Die Kirche in Kornhochheim
 
Pfarrer Bernd Kramer (l.) und Rolf Weidemüller

In Kornhochheim wohnt eine Königin. Derlei 'Hoheiten' finden sich in vielen Thüringer Orten, in den Kirchen. Doch diese eine Königin der Instrumente - die Orgel in Kornhochheim bei Neudietendorf - unterscheidet sich von ihren Schwestern.

Die Schmaltz-Orgel



Sie ist das einzige Werk des Orgelbauers Johann Stephan Schmaltz, das im Wesentlichen so wie früher geblieben ist. „1992 wurde die 1745 gebaute Orgel restauriert, dabei ist vieles erhalten geblieben oder zurück in seinen Ursprung versetzt worden“, ist Pfarrer Bernd Kramer froh über die behutsame Weitsicht. Nur der Glockenaccord, ein kleines Glockenspiel, fehlt noch. Das soll noch in diesem Jahr die Orgel komplett machen.

Typisch barock



Immer wieder nehmen sich Pfarrer Kramer und

Rolf Weidemüller

, der gute Geist der Kornhochheimer St. Nikolaus-Kirche, ein wenig Zeit, das Kleinod zu bewundern. „Sie ist eine typische barocke Orgel, sie soll wohl der vierte Neubau von Schmaltz gewesen sein“, sagt Rolf Weidemüller und bescheinigt dem Instrument mit den neun Registern einen großen Charme. Dem kann sich auch der Pfarrer nicht entziehen. Immer wieder zeigt er auf die Verzierungen vor den Orgelpfeifen. Er findet sie wunderschön. Vielleicht gerade, weil sie so einfach gehalten sind. Ohne große Schnörkel. „Ich kann mir gut vorstellen, dass hier der Orgelbauer sogar selbst Hand angelegt hat“, vermutet er.

Orgelbauer wurde nicht vergessen



Beinahe wäre dieser, Johann Stephan Schmaltz, in Vergessenheit geraten. Kein Wunder bei den vielen Orgelbauern, die Thüringen einst hatte. Doch Bernd Kramer, der seit Jahren ein Faible für die Geschichte seiner betreuten Orte Wandersleben, Apfelstädt, Kornhochheim und Großrettbach hat, verhilft Orgelbauer Schmaltz wieder zu seinem Recht. Er würdigt ihn in einer Broschüre über sein Wirken. Darin ist zu lesen, dass der gebürtige Wanderslebener auch in anderen Thüringer Orten Orgeln geschaffen oder umgebaut hat. Der „privilegierte Orgelmacher“, wie er viele seiner Verträge unterschrieb, hat etliche Spuren hinterlassen. Die am besten erhaltenen in Kornhochheim.

Das Jahr der zwei Jubiläen



In diesem Jahr jährt sich der Tag von Schmaltz' Geburt zum 300. Mal, außerdem wird die Orgel 270 Jahre alt. Das sind Anlässe genug, dieses Jahr zu einem Jubiläumsjahr werden zu lassen. Der Höhepunkt wird das Orgelkonzert am 5. Juli in der Kirche sein, im Rahmen des Thüringer Orgelsommers. „Das haben wir vor allem Gottfried Preller, dem Kirchenmusikdirektor im Ruhestand, zu verdanken“, freut sich Bernd Kramer. Dieser habe sich sehr angetan gezeigt von der Kornhochheimer Orgel, habe ihr einen guten Klang bescheinigt. Der Pfarrer nickt: „Aus der Orgel lässt sich richtig was rausholen!“ Vielleicht liegt das auch daran, dass die Orgel ein wenig höher klingt als andere, sie wurde extra so gestimmt. Er und Rolf Weidemüller schwören auf das barocke Klangbild, wie sie es nennen, und sind jedesmal von neuem beeindruckt, wenn sie es hören. Das geschieht zum Glück ziemlich oft, zu den Gottesdiensten, zu anderen Anlässen. Die Kornhochheimer Königin lebt.


Kontakt:


Besichtigungen können im Pfarramt vereinbart werden: Telefon 036202/ 9 05 95
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