Geisterstunde - Spuk im Schloss

  Friedrichroda: Schloss Reinhardsbrunn | Bruder Benjamin erzählt mysteriöse Geschichten über Schloss Reinhardsbrunn


Hier spukt es - aber gewaltig! Purer Grusel. Andreas Paasche kann einige Spukgeschichten von Schloss Reinhardsbrunn preisgeben. Als Bruder Benjamin in Kutte entführt er Gäste in die Mysterien der ehrwürdigen Mauern.

Da wundert es nicht, dass die Turmuhr ständig die Zeit ändert, obwohl sie lange stillgelegt ist. Spannung verspricht auch die Geschichte über ein Kind. "Marie wurde bereits 1843 im Alter von zwei Jahren beigesetzt, sucht aber heute noch manchmal einen Spielgefährten", erzählt Paasche.



Die Inschrift des Grabes lautet: „Hier ruht Marie Antoinette Kreutzburg. Sie war geboren am 22. Februar 1841 und entschlief am 5. Mai 1843. Ihre Eltern Johann Heinrich Kreutzburg und seine Gattin Antoinette geb. Schilling.“

Ein Gedicht an der rechten Seite des Steins: „Eine Blume, lieblich gewoben, und wie geschaffen zur Freude nur, wurde für eine entlegene Flur, ach so früh ausgehoben. Liebe Marie, die Blume bist du. Treue Liebe wollte dich warten, führte dich schon dem Glücke zu: Doch nun ist bei den Sternen dein Garten“.

Und an der linken Seite des Steins: „Ihrer geliebten unvergesslichen Pate und Pflegetochter widmete dieses Liebesdenkmal Marie, regierende Herzogin von Sachsen Coburg und Gotha, geb. Herzogin von Württemberg.“

Wenn der Wind die riesigen Bäume streichelt und der Tag sich langsam neigt und Stille herrscht, hört man im Rauschen des Parks eine zierliche Kinderstimme: "Komm und spiel mit mir!"

Dann ist da noch das Rätsel um den steinernen Fenstergucker: Luther, Graf oder Baumeister? Oder, warum liegen im Graben unter der inneren Toreinfahrt so viele verendete Füchse.

"Ein guter Geist beschützt das Areal", sagt Andreas Paasche. Davon ist der 41-jährige Krankenpfleger aus Friedrichroda überzeugt.

Lange ist es her, seit die neogotischen Schlossmauern Hotel, Gastronomie und Intershop beherbergten oder gar Ort für fürstliche Jagd- und Feiergelage waren. Hier ging der Hochadel ein und aus.

Auch an die Zeiten des "Chappi-Skandals" zu Interhotelzeiten erinnert sich kaum noch jemand. Damals wurde das leckere Hundefutter in der Küche verarbeitet und als deftiges Gulasch den Gästen serviert. Das gab richtig Ärger!

Heute bietet sich eher ein trostloses Bild. Doch trotz Bauzäunen im Brennnesselmeer, Bauplanen, demoliertem Eingangstor, verwildertem Park und sichtbarem Verfall - der Ort versprüht Charme.

Auf dem Areal befand vor dem Schlossbau im englischen Stil 450 jahre lang, von 1085 bis ins 16. Jahrhundert, ein Kloster gleichen Namens.

Es wird Zeit, dass Schloss, Nebengebäude und Parklandschaft aufpoliert werden. Das Schloss hat eine stilvolle Nutzung verdient. Es sollte der Öffentlichkeit nicht vorenthalten bleiben.

Es ist nun einmal ein Schloss zum Verlieben - eine Hochzeitskulisse. Die Anlage ist außerhalb von Führungen nicht zugänglich. Wer sie dennoch unrechtsmäßig betritt, begeht Hausfriedensbruch. Die Gebäude sind auch für legale Besucher prinzipiell geschlossen. Gründe genug, um Andreas Paasche bei einer Führung zu lauschen. Villeicht lässt sich das Schlossgespenst einmal sehen.


Infos: Weitere Führungen des Vereins Kirche und Tourismus: bis 31. Oktober, Mi, Sa, So 14 und 15 Uhr oder nach Vereinbarung, Telefon: 01 74 - 4 48 00 93,

Geldwäscheverdacht
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Halloween
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2 Kommentare
Michael Steinfeld aus Erfurt | 13.09.2011 | 16:01  
Thomas Gräser aus Erfurt | 15.09.2011 | 10:05  
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