Hallo, mein Äpfelchen

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Alles hat Erinnerungstage. Jetzt auch der Apfel und er hat es reichlich verdient.
Der Apfel ist schon sehr lange eine begehrte Frucht. So verwundert es nicht, dass sich viele Gesundheitstipps, aber auch Märchen und Legenden um ihn ranken.
In unserem Garten haben wir den Winterapfel Ontario. Wenn Weihnachten leuchtet das herrlich attraktive, rotgelbe Outfit der Früchte durch die kahl werdenden Zweige. Sie wissen doch: "Apfel, Nuss, Mandelkern bringt Knecht Ruprecht dem artigen Kind."

Das runde, köstliche Obst soll gleich zu Beginn der Menschheitsgeschichte für den Sündenfall gesorgt haben. So steht es im Alten Testament: Adam und Eva lebten im Paradies. Gott hatte ihnen den "Baum der Erkenntnis" und das Verzehren der Früchte dieses Baums verboten. Solche Verbote besitzen aber eine magische Anziehungskraft. So war es für die Schlange leicht, Eva den Apfel aufzuschwatzen und diese reichte ihn nach dem Biss an Adam weiter. Huch, schon war es um das Paradies geschehen.
Die Göttin Iduna, die über die ewige Jugend verfügen soll, war gnädiger. Sie verschenkte ihre Äpfel mit dem Jungbleib-Effekt gern.
Und schon sind wir beim Liebesapfel! Dem als Hirten tätigen trojanischen Prinz Paris übertrugen die Götter die Aufgabe, die schönste Göttin zu küren und ihr einen Apfel zuzuwerfen. Wie Damen nun mal sind, versuchte jede von ihnen, den jungen Burschen zu bestechen. Hera, die Gattin des Zeus, versprach ihm Machtgleichheit mit ihrem Gemahl. Athene, die Göttin der Weisheit, lockte mit dem gesamten Wissen der damaligen Zeit. Aphrodite, die Göttin der Liebe, bot Paris eine Liebesnacht mit der schönsten sterblichen Frau. Dies war Helena, die Gattin des Königs Menelaos von Sparta. Paris handelte, wie wohl die meisten Männer und warf Aphrodite den Apfel zu. Die beiden verschmähten Göttinnen fanden, dass diese Entscheidung nicht ganz fair sei.
Die Älteren unter uns haben vielleicht noch die unvergleichliche Schauspielerin Adele Sandrock in der Rolle der Aphrodite in einem Spielfilm aus den 30-er Jahren bzw. seiner Wiederholung im Fernsehen gesehen.
Was folgt, ist aus der Sage bekannt: Die Entführung der Helena soll der Ausgangspunkt für den Trojanischen Krieg gewesen sein. So schnell wurde aus dem Liebesapfel ein Zankapfel.
Der "Zankapfel" wurde in die Mitte von zerstrittenen Parteien bzw. Völkern gelegt. Wer ihn aufhob, nahm den Streit bzw. den Krieg an.
Schön und prunkvoll zeigt sich uns der goldene Reichsapfel, der Apfel der Macht. Er gehört zu den Reichsinsignien europäischer Kaiser- und Königshäuser. Außerdem gehören dazu Krone und Zepter. In Museen kann man Originale und Duplikate der Reichsäpfel sehen, aus purem Gold und kunstvoll mit Edelsteinen verziert.

Auf meiner Reise in den Nahen Osten lernte ich in der ehemaligen Kreuzritterstadt Akkon, an der Bucht von Haifa gelegen, den vitaminreichen Granatapfel kennen. Bei drückender Hitze boten Händler Saft aus dieser Frucht an, der einfach göttlich schmeckte.
Auch aus Märchen ist der Apfel nicht wegzudenken. Nicht nur bei "Schneewittchen" und bei "Frau Holle" spielt der Apfel eine Rolle. In einem russischen Märchen heißt es: "Rolle, mein Äpfelchen, rolle!"
Dabei liegt der Apfel auf einem Spiegel und zeigt rollend darin die Welt, wie im heutigen Fernsehen. Im Märchen erfährt dadurch die Braut, wo sie ihren verzauberten Bräutigam suchen muss.
In unserer gesundheitsbewussten Zeit geht es um Apfelwein, Apfelessig und Apfelmus, aber auch um glättende Gesichtspflege und Schönheitsmasken auf Apfelbasis. Nicht zu vergessen Apfelkuchen, "Apfel im Schlafrock", Apfelrotkraut usw.

In Gierstadt und Tiefengruben finden regelmäßig im Herbst Verkäufe über Apfeltheken statt. Da macht schon das Betrachten der vielen Sorten Freude.
Was meine kleine Enkelin Freya anbetrifft: Sie liest gerade ein entzückendes Kinderbuch über einen rotbackigen Apfel, der in seinem grünen Baumbettchen schläft.
Bei weiteren Recherchen gäbe es sicher noch viel mehr über unseren geliebten Apfel zu berichten.
Lassen wir ihn jetzt ein wenig träumen.

Foto: Ontario aus unserem Garten, Schale+Münze zum Größenvergleich (Ute Hinkeldein)
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