Hans-Jörg Ruge betreibt in Zimmernsupra ein kleines Schiller-Museum

Schiller-Verehrer Hans-Jörg Ruge in seinem kleinen Museum.
 

Wie kommt Friedrich Schiller nach Zimmersupra? Hans-Jörg Ruge hat den deutschen Dichter eher zufällig für sich entdeckt und ehrt ihn mit einem kleinen Museum.




“Schiller hatte ich nie auf dem Plan!“ Heute dreht sich bei Hans-Jörg Ruge alles um den großen deutschen Dichter. Ein Zufall ist daran Schuld: Als sich der Historiker und Archivar im Jahr 2008 entscheidet, seinen Lebensmittelpunkt von Gotha nach Weimar zu legen, findet er schnell eine leerstehende Wohnung. Es ist genau jene in der Windischenstraße 8, in der Friedrich Schiller mit seiner Familie drei Jahre lang zur Untermiete lebte. Ein Schild kündet von dieser Zeit zwischen 1799 und 1802.

Plötzlich weiß der leidenschaftliche Historiker, was er tun möchte. Genau an dieser Stelle ein kleines Schiller-Museum eröffnen. Eines, das dem Besucher den Dichter an authentischem Ort nahebringt und sich vor allem mit der Zeit beschäftigt, in der er hier wohnte.

Was tat Schiller zu jener Zeit?



Für Dr. Ruge beginnt eine aufregende Zeit des Suchens, des Sammelns und des Forschens. Er, der viele Jahre lang im Staatsarchiv Gotha arbeitete, ist wieder in seinem Metier, entscheidet sich, freiberuflich tätig zu sein. „Erst einmal musst du dich einlesen, dich weit in die Vergangenheit begeben. Vor allem wollte ich wissen, mit welchen Werken Schiller zu jener Zeit beschäftigt war“, erinnert sich der neue Schiller-Verehrer.

Es ist genau jene Phase, in der der Dichter an der „Jungfrau von Orleans“ und an „Maria Stuart“ arbeitet, zuvor hatte ihn seine intensive Arbeit an „Wallenstein“ nach Weimar geführt. Am 9. Mai 2009 ist endlich der große Tag: Hans-Jörg Ruge eröffnet in Weimar sein kleines Schiller-Museum. Dort besteht es zwei Jahre.

Dann zieht er in sein Elternhaus nach Zimmernsupra, es ist besser, bei Vater und Mutter zu sein, wenn es ihnen nicht mehr gut geht. Schiller kommt mit. „Und ein bisschen Original-Staub aus seiner Weimarer Wohnung.“

Museum zieht nach Zimmensupra



Nun hat also Zimmernsupra ein kleines Schiller-Museum. Dass es den Dichter nie in den Ort führte, tut dem Ganzen keinen Abbruch. Man kann ihm auch so nah sein. Hans-Jörg Ruge ist ihm näher als je zuvor. „Es wird immer schlimmer, es ist schon mehr als eine Leidenschaft“, gesteht er lächelnd. Seine Vitrinen sind voller Schiller, so viele Daten und Fakten, so viele Bilder. Dass sich all seine Werke hier finden, ist selbstverständlich.

„Aber es geht mir nicht nur darum, sondern auch um seine Nachkommen und deren Stationen“, spricht Ruge über weiter zusammengetragenes umfangreiches Wissen. „So weit es mir möglich war, habe ich sogar diese Orte, an denen sie gelebt haben, besucht“, fügt er hinzu. Besonders faszinierend findet er, wie sich anhand der Familiengeschichte auch Weltgeschichte nachvollziehen lässt. Und es ist so sehr schade, dass Schillers letzter Nachkomme, sein Urenkel Alexander von Gleichen-Rußwurm, im Jahr 1947 starb.


Zu jedem seiner Ausstellungsstücke hat Hans-Jörg Ruge eine Geschichte parat, so viel weiß er zu erzählen. Mühelos überträgt er seine Begeisterung auf die Museumsbesucher: „Schiller ist nicht einfach jemand, der vor über 200 Jahren gelebt hat, wir sollten uns mehr auf ihn besinnen.“ Weltbürger Schiller, so ist Ruge überzeugt, war im Denken seiner Zeit voraus. Viele von seinen Erkenntnissen seien noch heute gültig. „Ich denke, er hatte uns manchmal sogar mehr zu sagen als Goethe“, ist der Historiker überzeugt. Er schwärmt von ihm als 'dem Dramatiker der deutschen Geschichte', lobt die Tiefe und Breite seiner Werke. „Schiller ist der deutsche Shakespeare. Aber das merkt man erst, wenn man sich intensiv mit ihm beschäftigt“, hat er in den vergangenen Jahren erfahren. Er kann nicht mehr von ihm lassen. Eines Tages wird er sein Museum bestimmt vergrößern müssen.


Das Schiller-Museum in Zimmernsupra:


Geöffnet immer samstags 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung, Telefon 036208/71725, Bergstraße 17 in Zimmernsupra (zwischen Erfurt und Gotha). Immer an den Geburts- und Sterbetagen Schillers (10. November und 9. Mai) präsentiert Dr. Hans-Jörg Ruge in seinem Museum neue Ausstellungen, die sich auf spezielle Weise dem Nachleben Schillers bis in die heutige Zeit widmen.



Berühmte Schiller-Zitate, die zu geflügelten Worten wurden:



“Donner und Doria!“ (Aus „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“)


“Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen.“ (aus „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“)


“Spät kommt Ihr - doch Ihr kommt!“ (aus „Wallenstein“)


“Die Uhr schlägt keinem Glücklichen.“ (aus „Wallenstein“)


“Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte?“ (aus „Maria Stuart“)


“Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt“ (aus „Wilhelm Tell“)


“Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ (aus „Wilhelm Tell“)


“Durch diese hohle Gasse muss er kommen.“ (aus „Wilhelm Tell“)


“Früh übt sich, was ein Meister werden will.“ (aus „Wilhelm Tell“)
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