Harald Stieding, noch immer unermüdlich

Harald Stieding ist noch immer viel beschäftigt – Dem Mythos der Heiligen Elisabeth näher kommen

Die Köpfe stehen dicht zusammen. Einer am anderen. Augenscheinlich gleichen sich die Gesichter nicht. Und doch sind sie alle Verwandte. Verwandt mit Harald Stieding, ihrem künstlerischem Vater. Sein Atelier ist voller Büsten, Skulpturen und Gipsabdrücke. Die Wände im Haus zieren unzählige Bilder. Alle zwei Schritte schaut man in ein Gesicht, erblickt einen Torso oder eine Grafik.

Der Bildhauer ist 74 Jahre und trotzdem noch täglich und unermüdlich bei der Arbeit. In seinem Vorgarten in Bad Langensalza türmen sich Kolosse, übermächtige Steine mit vielen Gesichtern. Stieding ist Bildhauer von der Pike auf, seine Materialien sind Bronze und Stein. Seit mehr als 50 Jahren ist er „im Dienst“, wie er sagt. „Zur Arbeit gehört es auch, mal ein Buch über zu lesen“, erklärt er. Etwas über Geschichte und Mythologie, oder über Anatomie.

1955 begann er eine Lehre als Steinmetz und schloss danach das Studium der „Fachhochschule für Angewandte Kunst Leipzig“ als Diplom-Designer (FH) ab. Seit 1969 schon ist er freischaffend, Modewellen hat er sich in dieser Zeit nicht unterworfen. Und auch Durststrecken kennt er keine, wenn gerade kein Auftrag anliegt, gibt er sich eben Selbst-Aufträge, oder nimmt an einem Symposium teil. Erst kürzlich beteiligte er sich in Weißensee an der Suche nach dem „Mythos der heiligen Elisabeth“. Für den dortigen Elisabethweg stammt eine stilisierte Rosenblüte aus seiner Hand, die nun das Entree für den Marktplatz bildet.

Und so hinterlässt der Künstler in ganz Thüringen seine Spuren, Reliefs, Plastiken, Skulpturen. Unverkennbar sind vor allem Stiedings markante Gesichter in Stein. „So ein eigener Stil, der entwickelt sich nicht von heute auf morgen“, sagt er. „Das ist ein immerwährender Prozess.“

Viele Thüringer dürften bereits einmal mit etwas, das aus Steidings Hand stammt, in Berührung gekommen. Ob am Gothaer Viadukt oder am Sportgymnasium in Erfurt. Oder eben im Skulpturenpark Behringen, wo sein „Vorlass“ steht. „Ein Stein muss sprichwörtlich durch den Kopf gehen, und das Herz muss dabei mitmachen…”, sagte Stieding, als zu den ersten vier weitere sechs Stücke übergab. Im Schlosspark, hinter dem Schlosshotel, kann Stiedings selbst beim Spaziergang in der Gemeinde Hörselberg-Hainich noch Freude an seinem „vorausgeschickten“ Nachlass haben.
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