„Heinrich Siesmayer (1817 - 1900) Gartenkünstler der Gründerzeit"

Wann? 05.03.2017 bis 31.10.2017

Wo? Deutsches Gartenbaumuseum, Gothaer Straße 50, 99094 Erfurt DE
Heinrich Siesmayer: Ansichtskarte des Gesellschaftshauses und Blumenparterres im Palmengarten Frankfurt (Foto: Palmengarten Frankfurt)
 
Heinrich Siesmayer: Schlosspark Kirchheimbolanden (Foto: ©Barbara Vogt)
Erfurt: Deutsches Gartenbaumuseum | Das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt zeigt anlässlich des 200. Geburtstages von Heinrich Siesmayer vom 5. März bis zum 31. Oktober 2017 eine Sonderausstellung über einen der bedeutendsten Vertreter der Gartenkunst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er hat etwa 500 private Villengärten und Parkanlagen geschaffen. Zu seinen überragenden Schöpfungen, die ihn berühmt machten, gehören der Kurpark von Bad Nauheim mit rund 50 Hektar (Arbeitsbeginn 1857) sowie der Frankfurter Palmengarten (Eröffnung 1871). Er war ein Meister der Gestaltung von Blickachsen und ausgefeilten Bodenmodellierungen. Siesmayers Gestaltungsweise kann zum sogenannten „Gemischten Stil“, einer Ausprägung des späten Landschaftsgartens gezählt werden. Kennzeichen seiner Arbeiten waren oft künstliche Felspartien, großflächige Blumenparterres und Teppichbeete.

Siesmayer in Thüringen

Weniger bekannt ist, dass Siesmayer auch in Thüringen Spuren hinterlassen hat. Zu nennen sind der Schlosspark Marisfeld im Landkreis Hildburghausen und der etwa 10 Hektar große Villenpark Hohenrode in Nordhausen. Nach der Neuanlage durch Heinrich Siesmayer prägten die Tabakfabrikanten Carl und Fritz Kneif den Villenpark durch ihre Sammelleidenschaft für seltene Gehölze.

Die Großgärtnerei der Gebrüder Siesmayer (1842-1932)

Schon Vater und Großvater Siesmayer waren ausgebildete Gärtner. Die drei Söhne, darunter Heinrich Siesmayer, absolvierten bei der angesehensten Handelsgärtnerei Frankfurts, Sebastian & Jacob Rinz, eine Gärtnerausbildung. Das Gartenbauunternehmen Gebr. Siesmayer wurde 1842 in Frankfurt-Bockenheim gegründet und zählte später mit bis zu 400 Mitarbeitern zu den größten seiner Zeit. Die Gärtnerei betrieb Pflanzenanzucht und das Anlegen von Parks. Die Siesmayer’sche Baumschule gehörte nach ihrer Verlagerung nach Bad Vilbel ab 1887 mit zu den größten in Deutschland.

Die Auftraggeber

Die privaten Auftraggeber stammten zum Großteil aus der höheren Gesellschaft. Industrielle und Bankiers zählten genauso zum Kundenkreis wie Angehörige des Adels. Ein ausgesprochen lukrativer Auftrag der Reichsgräfin Bose für das Hofgut Goldstein trug den Siesmayers kurz nach Gründung ihres Betriebes ein stattliches Honorar von 60.000 Gulden ein. Dazu kam eine Anerkennung von 700 Gulden. Ein Hofgarteninspektor verdiente damals etwa 1.200 Gulden im Jahr.
Ein weiterer bedeutender Auftrag war die Anlage des Schlossparks Sayn bei Neuwied für den Fürsten von Sayn-Wittgenstein. Die Parkgestaltung fand die lobende Anerkennung des „Parkomanen“ Fürst Pückler-Muskau.
Die Gebr. Siesmayer führten zudem zahlreiche Arbeiten für Kurorte und Städte wie Bad Homburg, Wiesbaden, Koblenz oder Wuppertal aus und prägten dort das städtische Grün. Die Gärtnerei wurde von verschiedenen Fürstenhäusern zum Hoflieferanten ernannt und Heinrich Siesmayer schließlich mit dem Titel Königlich Preußischer Gartenbaudirektor geehrt.

Niedergang der Gärtnerei

1890 übernahm Sohn Philipp die Leitung der Gärtnerei. Im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg brachen jedoch Aufträge weg. Den folgenden Niedergang der Gärtnerei beschleunigte die Inflation von 1923. Im Jahr 1932 gingen schließlich die Gebr. Siesmayer nach 90 Jahren in Konkurs. Der Betrieb wurde zwangsversteigert.

Weitere Informationen

Neben der Tafelausstellung werden u. a. Gartenmobiliar aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, Instrumente für Vermessung, Gartenwerkzeuge sowie Gartenbücher bedeutender Fachkollegen zu sehen sein.
Die Tafelausstellung ist von der Projektleiterin Barbara Vogt, KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH, konzipiert worden.
Die Ausstellung im Deutschen Gartenbaumuseum wird gefördert von der Herbert Heise-Stiftung für Gartenkunst und Landschaftskultur, Frankfurt a. M.


Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr, Juli bis September auch am Montag.
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