In Zimmernsupra ein „Schiller“ndes super Zimmer

Damit es alle gleichzeitig sehen konnten, musste das Foto des Mauersegments aus dem Korridor ins Treppenhaus geholt werden
  Zimmernsupra: Schiller-Museum | (mit Videos)
Mancher wird „Zimmernsupra“ erst auf der Karte suchen müssen (westlich von Erfurt). Und kaum Einer wird annehmen, dass es dort ein Haus gibt, in dem „Friedrich von Schiller“ ein Museum auf 25 Quadratmetern gewidmet ist. Und schon gar nicht wird man glauben, dass nach dessen Besuch es einem vorkommt, als würde sich der gefühlte Raum und das Gehörte wie Gesehene im eigenen Kopf immer größer werden!

Ja, das erlebte ich so, als wir am Donnerstag, den 09. Mai 2013, zur Wiedereröffnung das Gehöft der Bergstraße 17 betraten.
Nach einem kleinen Sektempfang im Innenhof – unter drohenden Regenwolken – bat Dr. Hans-Jörg Ruge (Archivar und Historiker) die kleine Schar der Besucher ins Haus.

Noch im Treppenhaus erzählte er davon, wie er in Weimar wohnte, dort die Inschrift am Haus sah „Hier wohnte Schiller 1799 – 1802“, selbst ein kleines Schillermuseum einrichtete und nun hier im Elternhaus dieses Museum einrichtet. Okay, es ist wesentlich zu eng, so dass Dr. Ruge in drei Etappen die Besucher beglücken muss:
1) Im Treppenhaus
2) Im äußerst schmalen kurzen Gang zum Museumszimmer
3) Im reichlich gefüllten und dadurch noch kleiner als tatsächlich wirkendem Museumszimmer

Da Dr. Ruge aber ein Vollblut-Schiller-Fan ist, waren die Räumlichkeiten für die Besucher nach den ersten Minuten total unwesentlich, waren alle nur erstaunt, was es über Schiller zu berichten gab – über ihn selbst, seine Zeit, seine Bedeutung, den heutigen Umgang mit Schiller sowie die vielen Ecken, in denen noch zu forschen ist, um sich ein umfassendes Bild von Schiller machen zu können.

Nachdem Dr. Ruge uns Besuchern schon im Treppenhaus so viel schilderte, dass er plötzlich feststellte, uns doch sein Museum auch zeigen zu wollen, standen wir schließlich im engen Verbindungsgang zum Museumsraum.



Es folgte eine gesten- wie wortreiche Schilderung des Zusammenhangs von „Friedrich von Schiller“ und dem Ort „Bonnland“ (Truppenübungsplatz Hammelburg). Die aufgehängten Karten unterstützten das Gesagte.
Natürlich konnte derart viel berichtet und in Zusammenhang mit Zeitgenossen und zeitgeschichtlichen Begebenheiten genannt werden, das alle – sich still stehend kaum rühren könnend – mit Schillers Zeit echt verwurzelt wurden. Dennoch war allein diese erste halbe Stunde so interessant, dass wir uns fast vorstellen konnten, was im Museumsraum selbst zu erwarten war.

Als wir diesen Raum dann auch erreicht hatten und sich Dr. Ruge mehrfach selbst verbal zügelte, nur die wesentlichsten Meilensteine im Leben Schillers und des Umgangs mit ihm zu schildern, waren wir zuerst einmal alle regelrecht erschossen von der Vielfalt der Dokumente und Betrachtungsrichtungen des Lebens und der Bedeutung Schillers! So nimmt es kein Wunder, nach einer weiteren Stunde so angefüllt worden zu sein, dass ich noch bis tief in die Nacht diesen Museumsbesuch erst einmal ordnete und zu verarbeiten begann.

So umfassend und mitreißend hatte ich noch keine Darstellung des Menschen „Friedrich von Schiller“ in Einheit mit seinem Umfeld – aber auch den heutigen Umgang damit und die offenen Fragen gehört! Selbst die Betrachtung vor allem aus historischer Sicht war bewundernswürdig.



Die Fülle des Dargebotenen war beeindruckend und ließ mich daran denken,
a) zwei Sehbehinderten Schwestern, die sich sehr für Schiller interessieren, anzubieten, sie einmal zu diesem wohl kleinsten Schiller-Museum zu fahren, um mit Dr. Runge spezielle Fragen zu diskutieren und ihr Wissen zu bereichern – (Angebot am 27.05.2013 gemacht),
b) Schulen über dieses Schiller-Museum zu informieren, damit diese vielleicht mit interessierten Schülern und/oder themenbezogen dort für sich Entdeckungen machen können – (noch nicht gestartet)
c) allen Schiller-Interessenten diese Kleinod in Zimmernsupra (Bergstraße 17 – Tel: 036208-71725 bzw. 731278) zu empfehlen – (hiermit getan).

( Da nur samstags 14-18 Uhr geöffnet, sind telefonische Absprachen für andere Zeiten schon ratsam. )



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Hannelore Grünler aus Artern | 08.06.2013 | 06:46  
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