Jana Rabischs Toleranz in Farben

Wann? 16.06.2017 bis 16.07.2017

Wo? Michaeliskirche, Michaelisstraße, 99084 Erfurt DE
Künstlerin Jana Rabisch beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem Thema Toleranz. Was daraus geworden ist, zeigt nun eine Ausstellung in der Erfurter Michaeliskirche.
 
Jana Rabisch mit einem ihrer Bilder.
Erfurt: Michaeliskirche | Die Erfurter Künstlerin Jana Rabisch verarbeitet Andersartiges und Weltpoetisches zu Bildern und zeigt diese in ihrer Ausstellung "Toleranzwelten" in der Michaeliskirche.


Die Welt ist voller Farben und Formen. Die Welt ist Poesie. Die Welt ist nicht tolerant. Es wäre schön, könnte sie es manchmal ein wenig mehr sein. "Mir liegt das Thema Toleranz sehr am Herzen", gesteht die Erfurter Künstlerin Jana Rabisch, die es auf ihre ganz eigene Weise schafft, die Welt zu sehen und in sich aufzunehmen und diese in ihre Bilder zu verwandeln. Es sind die Rabisch-typischen Formen und Linien, die ihre Werke einprägsam machen, durchwoben von zarter Poesie und festgehaltenen Träumen, Visionen. Manchmal ist es auch der Traum von einer toleranteren Welt. Vielleicht davon, dass Kunst behutsam dabei helfen kann, Menschen offener, duldsamer zu machen.


Deshalb nennt sie ihre neue Ausstellung auch "Toleranzwelten". Sie hat sie in drei Themenbereiche aufgeteilt, jeder von ihnen gibt Einblicke in Jana Rabischs vielseitige Arbeit. Es sind einerseits Bilder, die sie bei ihrer Plainairmalerei - in Dresden unter freiem Himmel - schuf. So landen Blicke frei in die Natur und den Himmel direkt auf der Leinwand. Außerdem zeigt sie ihre märchenhaft anmutenden Illustrationen zu ihren selbst verfassten Geschichten und Gedichten. Denn es ist nicht nur das Malen, das die Künstlerin fasziniert. Ebenso gern bringt sie ihre Gedanken zu Papier oder musiziert sie. Die dritte Sequenz ihrer Ausstellung widmet sie Luther. Zitate und Sprüche des Reformators bannt sie auf große Leinwände, um sie zu untermalen - zu interpretieren und zu illustrieren. "Wenn man damals auch noch nicht den Begriff Toleranz verwendet hat, so war Luther für mich so etwas wie ein Vorreiter dafür", denkt die in sich ruhende, manchmal gar in sich gekehrt wirkende Künstlerin laut nach. Er habe dazu angeregt, sich Gedanken zu machen, habe durch seinen Reformationsgedanken Anstöße gegeben, nicht nur etwas zu verändern, sondern auch für mehr Menschlichkeit, fügt sie hinzu. "Es ist wichtig, andere Menschen und Gesinnungen zu akzeptieren, ohne sie gutheißen zu müssen, dass man offen ist, Vorurteile gar nicht erst zulässt."


Kunst vermag - sofern man sich darauf einlässt - den Blick zu weiten. Obwohl die Kunst selbst natürlich auch tolerant ist. "Jeder kann darin sehen, was er sehen möchte. Ich freue mich, wenn meine Bilder die Fantasie des Betrachters anregen", sagt Jana Rabisch. Und wenn sie Spuren hinterlassen, vielleicht sogar auf dem Weg zu ein klein wenig mehr Toleranz.




Die Ausstellung:

Toleranzwelten, bis zum 16. Juli in der Michaeliskirche Erfurt.
www.jana-verlag.de


Zur Person:

Jana Rabisch, die in Erfurt geboren wurde, war schon als Kind von Kunst angetan. Sie malte und zeichnete, schrieb Geschichten und Gedichte, töpferte Miniaturen, bestickte Puppengesichter oder machte ein kleines Buch zu einem Liedtext. Nach dem Gestaltungsabitur 1994 und dem anschließenden Grafikdesignstudium erhielt sie 1999 das Diplom und startete mit dem Schwerpunkt Illustration und Druckgrafik ihre künstlerische Laufbahn. Jana Rabisch malt Bilder, schreibt Gedichte und Geschichten, illustriert Bücher oder schreibt und gestaltet sie selbst.



Wissenswertes:

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff hinausgeht.

Das zugrundeliegende Verb "tolerieren" wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.
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