Klassische Musik zum Anfassen - Über 30 Jugendliche bei "Vorgehört" im Theater-Foyer

Cornelia Schönherr, Gründerin von "Vorgehört...!", moderierte den Abend.
Erfurt: Theater | Benjamin Britten statt Lady Gaga. Jean-Philippe Rameau statt Pietro Lombardi. Wenn Jugendliche Klassik statt Pop pfeifen, dann kommen sie aus dem Studiofoyer des Erfurter Theaters. Die Projektreihe "Vorgehört" soll Schülern die klassische Musik näher bringen und an Sinfoniekonzerte heranführen.

30 Schüler kamen zur Konzerteinführung für Jugendliche in der vergangenen Woche - die vierte und letzte Veranstaltung der laufenden Spielzeit. "Für die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter gibt es kaum Angebote im klassischen Bereich", sagt Cornelia Schönherr, die seit 20 Jahren im Orchester Trompete spielt und "Vorgehört" ins Leben gerufen hat. Die Musikpädagogin widmet sie sich gezielt Jugendlichen. Sie hat die Erfahrung gemacht: Wenn man ihnen mit Respekt begegnet, lassen sie sich auch gern auf Neues ein - oder wie in diesem Fall: auf Altes.

Moderne Sessel neben Barocksofas, ein Kronleuchter zwischen zwei Scheinwerfern. Der Kontrast zwischen den beiden aus völlig verschiedenen Epochen stammenden Komponisten spiegelte sich im Studiofoyer in der Einrichtung wieder. Rameau lebte im Barock, Britten im 20. Jahrhundert.

Um die beiden Komponisten des Abends vorzustellen, wurden nicht nur Musikstücke vom Band eingespielt, sondern auch Profimusiker eingeladen. Der amerikanische Tenor Erik Fenton ließ mit seiner Stimme das Foyer erzittern und ließ die Jugendlichen staunen. Begleitet wurde er vom Hornisten und gebürtigen Australier Wesley Chong und dem Pianisten Johannes Pell.

Nicht nur die hautnahe Musik und die alkoholfreien Cocktails (Wild Berry Fizz und Tropical Colada) begeisterten die Schüler. Es gab auch Barock zum Anfassen. Das Kostüm einer lebensgroßen Barockpuppe sollte veranschaulichen, was damals bei Gesellschaftstänzen getragen wurde. Das i-Tüpfelchen waren die von Band eingespielten Musikstücke des Werkes "Der Messias". Dieses von Händel komponierte Werk wurde von Jazztrompeter Quincy Jones aufgegriffen und modernisiert, die Gegensätze zwischen Klassik und Moderne in Musikstücken miteinander verbunden. Als Ausklang des Abends durften die Schüler dann noch live bei einer Orchesterprobe dabei sein und die vorher gehörten Stücke im "Großen Ganzen" wiederfinden.

Die vierte "Vorgehört"- Veranstaltung war die erste der Reihe, die so gut besucht - nämlich ausverkauft - war. Musikerin Cornelia Schönherr hofft, dass dieser Andrang noch zunimmt und sich auch in der nächsten Spielzeit ein großes und interessiertes Publikum findet. Schulklassen können im Theater angemeldet werden.

ANMELDUNG UND KONTAKT
Regine Weißenborn
Theaterpädagogin
Telefon 03 61 / 22 33 255
weissenborn@theater-erfurt.de
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Uwe Zerbst aus Gotha | 27.05.2011 | 20:47  
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