Konfuzius sagt...

„Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden willst“ – einer der Leitsätze an der Wand des Konfuzius-Institutes, dessen deutscher Leiter Prof. Wagner ist und in dem Mei Bi und Ting Wang (r.) ihre chinesische Kultur lehren. Fotos: Axel Heyder
  Erfurter Fachhochschule beherbergt seit Kurzem eines von nur zwölf Konfuzius-Instituten

Von Axel Heyder

2500 Jahre ist er tot. Aber dennoch ist ein Gelehrter namens Konfuzius einer der in Deutschland bekanntesten Chinesen. Zur Zeit der „Östlichen Zhou-Dynastie“ lebte er, etwa 551 bis 479 vor unserer Zeitrechnung. Unter dem Namen „Kong Qiu“ wurde er geboren und später als Kong Fuzi (Lehrmeister Kong) bekannt. Seine Weisheiten begegnen jedermann im Alltag, oft wissen die Leute gar nicht, was alles aus seiner Feder stammt. Seine Weisheiten zieren Weihnachtskarten, Geburtstagsgrüße und Wünsche zu Jubiläen – wann immer etwas Gehaltvolles gefragt ist. Sprüche wie „Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere“ klingen zudem taufrisch. „Konfuzius verkörpert unsere Kultur“, sagt die chinesische Direktorin Mei Bi des neuen Konfuzius-Institutes an der Fachhochschule. Er präge seit vielen Jahrhunderten die chinesische Kultur und Gesellschaft, beeinflusse den Alltag in China durch die konfuzianische Lehre. Deshalb werde sein Name für die Institute verwendet.

Um die letzte Einrichtung dieses Namens in Deutschland – eine von nur zwölf – hatte sich die Fachhochschule beworben. Und weil sowohl von den Räumlichkeiten, als auch von den bereits vorhandenen Beziehungen und Austauschprogrammen alles passte, haben die Erfurter den Zuschlag bekommen. Eine große Ehre für eine kleine Stadt. Erst recht für die FH, da sonst nur Unis diese beherbergen. Sie agieren analog den Goethe-Instituten – die Verbreitung von Sprache und Kultur stehen im Vordergrund.
Die beiden chinesischen Angestellten, Direktorin Mei Bi sowie Mitarbeiterin Ting Wang, erhalten ihr Gehalt aus Hangzhou. Außerdem ist Dipl.-Wirt.-Ing. Boris Harenberg von der Fachhochschule als Technischer Projektmanager dort beschäftigt.

Eine der wesentlichen Triebfedern aber war Prof. Prof. h.c. mult. Dr.-Ing. Michael H. Wagner, der nicht nur zehn Jahre in China lebte, sondern dort an wichtigen Projekten wie dem Bau des Transrapid in Shanghai beteiligt war. Ohne seine Bemühungen wäre das Institut wohl nicht hier. Er pflegt enge Kontakte zur Partnerhochschule in Hangzhou, an der 19 000 Studenten studieren. „Das Institut soll dabei helfen, die vielen falschen Vorstellungen, die über China hierzulande existieren, zu berichtigen“, sagt Wagner. Erste Gelegenheit bietet sich am 23. Januar 2012, wenn das „Frühlingsfest gefeiert wird.

Neben den Angeboten für Studenten soll es künftig Möglichkeiten für alle Erfurter geben, sich mit Land und Leuten vertraut zu machen. Beispielsweise sind Kurse zur Landeskunde geplant.

Konfuzius-Sprüche
1. Der Edle ist erhaben, aber nicht stolz. Der Gemeine ist stolz, aber nicht erhaben.
2. Wenn es darum geht, Gutes zu tun, sollte man nicht einmal seinem Lehrer den Vortritt lassen.
3. Sorge Dich nicht, dass Dich keiner kennt. Denke darüber nach, ob Du auch Fähigkeiten hast, die Wert sind, gekannt zu werden.
4. Ein edler Mensch schämt sich, wenn seine Worte ständig großartiger sind als seine Taten.
5. Bei einem guten Rennpferd lobt man nicht etwa seine Kraft, sondern seinen Charakter.
6. Geschickte Reden und eine gekünstelte Miene – das sind selten Zeichen eines guten Menschen.
7. Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.
8. Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.
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