Lebenslinien: Aurora Lacasa im Interview

Aurora Lacasa (Foto: Agentur/Pressefoto)
Aurora Lacasa - Der Name klingt, als sei er ein ausgefeiltes Kunstprodukt. Doch er ist echt, heißt übersetzt "Morgenröte des Hauses". Aurora Lacasa ist die Tochter spanischer Eltern, die Teile ihres Lebens als Emigranten im Ausland verbrachten. In Paris geboren, in Ungarn und der DDR aufgewachsen, fühlt sich die Sängerin in drei Sprachen zu Hause. Die heute 63-Jährige singt deutsche, französische und spanische Lieder. Auch in ihrem Programm "Lebenslinien". (Interview: April 2010)

Steht der Titel "Lebenslinien" für ein sehr persönliches Programm?

Ja, ich habe Lieder ausgewählt, die mir wichtig sind - zum Beispiel vertonte Gedichte des Spaniers Garcia Lorca. Mit ihnen bin ich groß geworden. Spanische Lieder waren es auch, die ich als junges Mädchen im Oktoberklub sang. Und weil wir zu Hause französisch sprachen, gehören ebenso französische Chansons zu meinem Leben. Das Lied "Die Gedanken sind frei" ist im Programm, weil ich es für eines der schönsten Volkslieder halte. Zu hören sind auch Lieder von Gerhard Schöne. Er berührt sehr menschliche Themen und hat in vielen Dingen scheinbar die gleiche Auffassung wie ich.

Viele Menschen kennen Sie vor allem durch das 1985 produzierte Album "Weihnachten in Familie". Nach der Trennung von Frank Schöbel war es lange Zeit still um Sie.

Die ersten zwei, drei Jahre befand ich mich in dem berühmten dunklen Loch. Dann zog ich nach Spanien, um mich um meine kranken Eltern zu kümmern. Es war eine besondere Fügung. In dem Moment, als ich mich verlassen und traurig fühlte, erhielt ich eine Aufgabe und bekam unheimlich viel Liebe zurück. Einmal mehr wurde mir die Endlichkeit des Lebens bewusst. Klingt es auch mystisch: Ich hatte das Gefühl, dass die Energien, die sie verloren, auf mich übergingen.

Was hat Sie bewogen, wieder auf die Bühne zu gehen?

Es war eher ein Zufall. Zurück in Deutschland, haben mich Freunde zu einem Konzertbesuch überredet. Dort lernte ich meine Muse, einen Musiker aus Chile, kennen. Mit ihm arbeite ich seit 2004 zusammen. Er schreibt alle musikalischen Bearbeitungen, das macht die Sache möglich.

Einst sangen Sie sehnsuchtsvoll von Wandervögeln, die in die Ferne ziehen. Wieviel Fernweh ist geblieben?

Nicht viel. Ich finde es jetzt spannender, in meiner Umgebung, in meinem Barnim alles zu entdecken, was es gibt. Zu Hause ist da, wo dein Herz ist, heißt ein anderes Lied. Hier ist mein Herz, sind meine Freunde und meine Töchter, die inzwischen übrigens 31 und 33 Jahre alt sind.

Doch die Musik führt Sie weiterhin in andere Länder. Ist auch die Begleitung international?

Ja. Die Band besteht aus drei brillanten chilenischen Musikern. Jeder spielt mehrere Instrumente ganz unterschiedlicher Art. Von der Indio-Flöte bis zum Charango sind es allesamt Naturinstrumente. Die Zuhörer in Weimar können sich auf außergewöhnliche Klänge freuen.
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1 Kommentar
Michael Steinfeld aus Erfurt | 21.01.2011 | 15:19  
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