Man kann nicht alles raffen! Teil 1 der Auswertung

Der AA auf der Suche nach der Jugendsprache – Nur wenige junge Leute wissen bescheid.

Abgekichert schwaddelten die Milchtüten, als ihre Tomaten nebelten. Obwohls peino war, fanden die Jungtiere es krass symreal!

Jugendliche kommunizieren zuweilen in ihrer eigenen rätselhaften Sprache. In den letzten Jahrzehnten bildete sich die Jugendsprache sogar soweit aus, dass sie mit hunderten Begriffen ganze Jugendsprachelexika füllen. Geadelt werden sie, wenn sie in den Duden übernommen werden.

Der Allgemeine Anzeiger hat sich der Aufgabe gestellt, herauszufinden, wie fit
Teenager im Bezug auf ihre vielfältige Sprache sind. Zehn Begriffe aus einem Jugendsprachewörterbuch haben wir herausgesucht, die nicht ganz so bekannt und eingedeutscht sind wie etwa „cool“ oder „chillen“ sind.

Mit diesen Wörtern im Gepäck wurden verschiedene Schulen in Erfurt aufgesucht und Schüler verschiedenen Alters gefragt. „Was ist denn ein Mutterschiff?“, hieß eine der Fragen, bei denen die Primeln gebügelt und wooky schauten. Während manche glaubten, dass es sich hierbei um einen Kinderwagen oder eine schwangere Frau handeln musste, waren sich andere einig, dass der Begriff für das eigene Zuhause steht: Ganz unterschiedliche Antworten gab es, unsicher waren jedoch alle Gefragten – aus gutem Grund, denn sie lagen alle falsch. Auch wenn die Ideen durchaus kreativ waren, ist die korrekte Antwort laut Lexikon, dass ein Mutterschiff eine „ältere Geliebte“ ist.

Einig waren sich dagegen die Schüler bei der Frage, was „Du bist eine Tulpe!“ bedeutet: Es handle sich hierbei um eine schöne Person und im Speziellen um eine schöne Frau, sagten alle selbstsicher. Die Antwort passt doch wunderbar, denn so schön wie die Blume, muss doch auch die Person sein, die man so nennt, oder? Falsch, denn eine „Tulpe“ ist in diesem Fall weder die Blume, noch eine schöne Person, sondern schlichtweg ein Tollpatsch.

Besser fiel das Ergebnis bei der Frage „Was ist ein Heizkeks?“ aus. 25 Prozent
wussten, dass Heizkeks einen Stimmungsmacher auf einer Party bezeichnet. Die anderen Schüler tappten erneut im Dunkeln. Ist es vielleicht ein Wärme- kissen oder ein zu schneller Autofahrer? Nein, beides nicht! Eines überraschte bei der kurzen Umfage: Bei keinem Begriff wussten mehr als 25 Prozent die richtige Antwort und das, obwohl es doch Wörter aus eben ihrer Jugendsprache sein sollen.

Der Grund ist wohl, dass die meisten Worte nur innerhalb kleiner von Gruppen entstehen und regional sehr unterschiedlich geprägt sind. Zwar werden sie alle in Lexika zusammengefasst, aber nur wenige Worte, wie „Alda“ oder „smirten“, verbreiten sich aufgrund ihrer Coolness auf die Mehrzahl der Jugendlichen.

Fazit ist also: Chillen Teenis! Man kann eben nicht alles raffen!
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3 Kommentare
Axel Heyder aus Erfurt | 28.04.2011 | 10:09  
3.977
Thomas Twarog aus Erfurt | 28.04.2011 | 18:36  
Axel Heyder aus Erfurt | 29.04.2011 | 09:31  
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