Maxi, der Magier und Hollywood - Eine Thüringerin neben Nicolas Cage

Maxi Bohn, 27 Jahre, aus Erfurt, gelernte Schneiderin, staatlich geprüfte Produktentwicklerin für Mode - Designerin und Modellmacherin, Ausbildung bei Modellbekleidung Gispersleben und in der Modeschule Stuttgart.
 
Maxi Bohn mit Nicolas Cage in New York bei der Filmparty.
New York City (Vereinigte Staaten): Hafen |

Junge Erfurter Modedesignerin kommt in Amerika zufällig zum Film, hilft bei den Dreharbeiten und trifft Oscarpreisträger Nicolas Cage

- Maxis Blog


Die Schuhe von Liam Neeson in der Hand. Nicolas Cage im Arm. Jerry Bruckheimer zum Greifen nah. Die Erfurterin Maxi Bohn war für sechs Wochen in New York, arbeitete als Kostümdesignerin am Set des Kinofilms "Duell der Magier" und traf die großen Stars aus Hollywood. Eigentlich sollte die 27-Jährige ein Praktikum bei Kostümmacherin Rosi Zingales absolvieren. Dann landete sie durch Zufall mitten in den Dreharbeiten.

"Plötzlich fielen mir beim Putzen in der Kostümhalle Schuhe in die Hand, in denen der Name Liam Neeson stand", erinnert sich Maxi Bohn. "Aber hallo, dachte ich, der hat doch die Hauptrolle in Schindlers Liste gespielt." Maxi findet in New York nicht nur Schuhe, sondern trifft am Set große Stars wie Monica Bellucci. Sie steht neben Erfolgsregisseur Jon Turteltaub, der Filme wie "Während du schliefst" und "Das Vermächtnis der Tempelritter" inszenierte.

"Und dann stand er einfach da: Oscarpreisträger Nicolas Cage", schwärmt Maxi. "So groß ist er gar nicht - und seine Nase auch nicht. Und dieser Blick!" Am Set ist aber keine Zeit für Träumereien: Klappe. Einer schreit: "Aaand Background." Alle Komparsen wuseln los wie im Ameisenhaufen. "Aaaand Action." Die Szene läuft. Maxi ist beim Film und erlebt großes Kino.

„Ich war noch niemals in New York": Seit ihrer Reise in die USA kann Maxi Bohn das Lied nicht mehr singen. Für eine junge Thüringerin ist seit dem Wendejahr 1989 ein Auslandstrip ganz normal. Wenn man aber frisch von der Modeschule mit 26 Jahren beim Dreh für den Film „Duell der Magier" die Schauspieler Nicolas Cage und Monica Bellucci trifft, können die Knie schon weich werden.

Ermöglicht hatte den USA-Aufenthalt die „Pall Mall Foundation". Maxi aus Erfurt hatte das Quäntchen Glück und wurde aus 2000 Bewerbern für ein Praktikum ausgewählt. Sie durfte die Reise über den Großen Teich antreten und bei der Kostümmacherin Rosi Zingales arbeiten. Aber schon nach einer Woche hatte die New Yorkerin nichts mehr zu tun für die junge Designerin. Doch diese Vorboten der Wirtschaftskrise entpuppten sich für die Thüringerin als wahrer Glücksfall. Rosi Zingales fragte sie, ob sie nicht bei einer Freundin am Filmset in der Kostümabteilung mithelfen möchte. „Ich hatte vorerst keine Ahnung, was für ein Film gedreht werden sollte." Maxi recherchierte die noch dünnen Internetinfos und fand: Es handelte sich um einen Film mit Nicolas Cage.

„Da stand ich nun, vor mir Hollywood – in mir Sprachlosigkeit und Begeisterung.“
Maxi Bohn, Modedesignerin aus Erfurt

„Alter Schwede", schallte sie durch ihr Gastdomizil. „Ich habe geheult vor Freude und bin fast vom Stuhl gefallen." In dem Fantasy-Abenteuer rettet Magier Balthazar Blake die ganze Metropole New York. Maxi dagegen rettete erstmal auf dem Studiogelände kaputte Kostüme: aufbügeln und Knöpfe annähen.

Dann betreute sie die Nebendarsteller, achtete auf den Sitz der Kostüme und archivierte die Kleidung. Die besten Erinnerungen hat Maxi an eine teuere Szene im Film - zwei Millionen Dollar für 30 Sekunden. Sie zeigt einen indischen Marktplatz, auf dem sich 300 Komparsen am Drehort in Brooklyn tummeln. Von den Gamaschen zweier englischer Offiziere sollte sie den Schnitt abnehmen. „Endlich eine richtige Aufgabe." Und sie überredete sogar die Crew, die Gamaschen selbst zu nähen.

„Ich war vom ganzen Trubel am Set begeistert", sagt Maxi. Alle wuselten wild durcheinander. „Ich mittendrin, um Turbane zu richten, Hosen oder Saris zu drapieren." Als sie Regisseur Jon Turteltaub und Produzent Jerry Bruckheimer entdeckte, dachte sie: „Das darf jetzt nicht wahr sein. Ich mogelte mich bis auf zwei Meter heran. Dann kam auch noch Oscarpreisträger Nicolas Cage dazu. Ab da ging bei mir nichts mehr." Ihn anzusprechen, schaffte sie nicht. „Ich musste erst mal raus."

Erst Tage später schnappte sich Maxi bei der Filmparty Nicolas Cage, ehe er verschwand. „Ich zeigte auf meine Kamera und fragte ihn: Sind Sie so nett?" Sein Fahrer fotografierte. Der Schnappschuss erinnert für immer an die Tage beim Film. Gerade büffelt Maxi Italienisch. Für ihren nächsten Auslandstrip...
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