Mein Adventskalender - Türchen 5

 
Das Herrnhuter Symbol für den Stern von Bethlehem leuchtet in aller Welt.
Advent, Advent... Jeden Tag bis Heiligabend öffnet sich auf meinAnzeiger ein Türchen. Dahinter verbirgt sich Sinnliches, Lustiges, Nachdenkliches oder Frivoles über die Advents- und Weihnachtszeit.

Liebe BürgerReporter und Gäste auf meinAnzeiger.de, eine friedliche Vorweihnachtszeit und öffnet fleißig mit!


Sternstunden

Zacke für Zacke habe ich ihn zusammengebaut. Jetzt verbreitet er wieder sein weihnachtliches Licht: der Herrnhuter Stern. Er ist das Symbol für den Stern von Bethlehem. Hergestellt wird er seit 160 Jahren im ostsächsischen Herrnhut. Dort habe ich mehr über den Stern erfahren:

In der neuen, im Mai 2011 eingeweihten Schauwerkstatt der Herrnhuter Sterne Manufaktur zaubert gleich ein ganzer Sternenhimmel Weihnachtsathmosphäre. Darunter wird gefalzt, gerollt und geklebt. Hier - und im benachbarten Produktionsgebäude - entstehen die so markanten Zacken. 25 dieser kleinen Pyramiden (17 viereckige und 8 dreieckige) sind für jeden einzelnen Stern nötig. Rund 200.000 Sterne werden jährlich gefertigt, fast jedes zweite Exemplar ist inzwischem aus wetterfestem Kunststoff.

Begonnen hat alles mit Papier - vor 160 Jahren in den Internatsstuben der Herrnhuter Brüder-Unität. Der historische Hintergrund: Als die Brüder-Unität, eine der ersten evangelischen Kirchen in Böhmen und Mähren, Anfang des 18. Jahrhunderts während der Gegenreformation ihre Heimat verlassen musste, fand sie auf dem Gut des Grafen von Zinzendorf in der Oberlausitz Asyl. Hier gründeten die Glaubensflüchtlinge 1772 ihre neue Heim- und Wirkungsstätte: den Ort Herrnhut. Er wurde zum Ausgangspunkt für eine weltweite Missionsarbeit. Heute leben 750.000 Mitglieder der Freikirche in 26 Staaten in selbstständigen Gemeinden.

Ihren Weihnachtsstern haben die Herrnhuter einem findigen Erzieher zu verdanken. Dieser "sternelte" Anfang des 19. Jahrhunderts in der Vorweihnachtszeit mit seinen Schülern. Zum einen, um im Mathematikunterricht deren räumliches Denken zu verbessern. Zum anderen, um ihnen durch das gemeinsame Basteln und den Lichterschmuck ein heimisches Gefühl zu geben. Denn die Eltern vieler Internatsschüler waren als Herrnhuter Missionare selbst zur Weihnachtszeit in fernen Ländern unterwegs. Beleuchtet wurden die Sterne damals mit Rüböl- und später mit Petroleumlampen.

Weil die Herrnhuter geschäftstüchtige Christen sind, begannen sie bald mit der Fertigung in gemeindeeigenen Manufakturen. Schon um 1900 entstand die Idee, die Sterne auseinandergelegt zu versenden. Damals mussten die Papierzacken zu Hause noch um einen Blechkörper montiert werden. Selbst in sozialistischen Zeiten ist der Herrnhuter Stern nie erloschen. 1945 verstaatlicht, wurde die Manufaktur schon 1969 wieder reprivatisiert. Seit 1991 werden die Sterne in der Herrnhuter Sterne GmbH, einem Wirtschaftsbetrieb der Brüder-Unität, hergestellt. Im Besucherzentrum kann man sich das ganze Jahr über an der Sternenpracht erfreuen.

http://www.herrnhuter-sterne.de/

Längst leuchten sie in aller Welt. Die Kuppel der Dresdner Frauenkirche ziert ein ganz besonderes Exemplar - mit einem Durchmesser von 1,90 Meter und wetterfesten Zacken, gefasst mit Certal-Aluminium, einem Material aus dem Flugzeugbau.
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1 Kommentar
Sibylle Klepzig aus Nordhausen | 06.12.2011 | 09:13  
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