Ohne viele Worte - Erfurterin eröffnete am Wochenende eine Ausstellung auf Kap Arkona

Celia Domaratius’ Bilder haben den Vorteil, dass ein profunder Kenner sie nicht erklären muss. Man geht einfach auf zwei Meter Abstand, betrachtet sie mehrere Augenblicke lang und fühlt sich plötzlich wie am Sandstrand. Beinahe hört man die Wellen rauschen. Am liebsten malt Celia die natürliche Schönheit der Insel Rügen – ein Stück Heimat. Sie knüpft viele Kindheitserinnerungen an diesen Ort. Seit einigen Jahren betreibt ihr Vater dort eine Pension.

Celia Domaratius, Jahrgang 1979, weiß nicht, wer ihr das Talent zum Malen vererbte. „Meine Eltern waren beide musikalisch“, sagt sie. Mutter Gitarrenlehrerin, der Vater Berufsmusiker. „Den Instrumenten war ich niemals zugeneigt“, erzählt die sympathische junge Frau. „Stiften und Ballett umso mehr“. Ganze Mappen habe sie mit Kinderzeichnungen gefüllt. „Meine Oma fragte mich, was ich werden wolle“, erinnert sich Celia. „Und als ich erwiderte ‚Künstler’, war sie wenig begeistert“. Doch die junge Celia ließ sich nicht beirren ... und wurde tatsächlich Künstlerin: lernte Schnitzen, Bildhauerei, Fassmalen, Zeichen, Drucktechniken, Illustrieren. Heute arbeitet sie als Grafikerin in Erfurt.
Seit einem knappen Jahr wohnt Celia Domaratius in Thüringens Hauptstadt. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben“, sagt sie. In Mannheim, wo sie mit Mann und zwei Söhnen vorher lebte, wusste kaum jemand, wo Rügen liegt. Auch Hiddensee, das Sylt des Ostens, war den Menschen dort weitgehend unbekannt.
Um am Kap zu malen, nimmt die gebürtige Chemnitzerin mehrmals im Jahr eine Reise von über 600 Kilometern auf sich. Am vergangenen Wochenende eröffnete sie im Galerie & Kunsthaus Kap Arkona eine Ausstellung ihrer schönsten Bilder unter dem Titel „Meerträume – Landschaftsbilder und Gedichte“. Vier Monate lang werden Ansichten von Rügen und Hiddensee auf Öl in zwei Räumen zu sehen sein – ein Tipp für jene, die in nächster Zeit Urlaub am Kap geplant haben.
Eine tiefere Bedeutung wird der Betrachter in Domaratius’ Bildern vergeblich suchen. Es gibt keine. „Ich male, um zu entspannen“, verrät die talentierte Künstlerin. „Meine Botschaft lautet, dass die Menschen sich gleichfalls entspannen und vielleicht ein wenig Fernweh spüren.“
Beim Malen sei sie sehr produktiv, verrät die Wahlerfurterin. Inspirieren lässt sie sich meist von der Natur: Einem schönen Sonnenuntergang, aufgeworfenen Wellen, einem Leuchtturm in weiter Ferne. Wenn Celia drei oder vier Tage an einem Bild sitzt, ist das lange. „Normalerweise brauche ich nicht länger als einen Vormittag“. Dann müssen Tagesform und Laune passen. „Irgendwann bin ich dann mit dem Entstandenen zufrieden“.
Dass die 32-Jährige als Künstlerin anerkannt wird, unterstreicht folgende kleine Episode. In einer ihrer Ausstellungen wurde sie von einem Besucher angesprochen, der ganz schüchtern fragte: „Darf man Ihnen sagen, dass Ihre Bilder schön sind?“
Mehr Informationen unter www.celiadomaratius.de
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
899
Ninette Pett aus Gotha | 29.03.2011 | 08:23  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige