Opernsängerin Gisela Galander schwärmt: Es fühlt sich an wie früher

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Gisela Galander in der Alten Oper Erfurt. Hier, im ehemaligen Opernhaus, hat sie jahrzehntelang auf der Bühne gestanden.

Die Erfurter Opernsängerin Gisela Galander genießt es, in Bad Hersfeld Theater zu spielen. Die einstige Operndiva ist seit Jahren im Ruhestand und hat es sehr genossen, bei den Opernfestspielen in der Stiftsruine Bad Hersfeld wieder einmal auf der Bühne zu stehen.



“Es ist herrlich. Um einen herum schwirren alle möglichen Leute, so viele Sprachen sind zu hören.“ Gisela Galander genießt das arbeitsame, fröhliche Getümmel, sie ist mittendrin. Es ist wie früher. Dabei ist es inzwischen zwölf Jahre her, seit sich die Opernsängerin von ihrem Publikum in den Ruhestand verabschiedete. In mehr als 150 verschiedenen Stücken stand sie auf der Erfurter Theaterbühne, seit sie 1962 in die Stadt kam, wurde ihr Name mehr und mehr zum Begriff. Die Galander kennt jahrzehntelang jeder, der in der Stadt von Oper und Operette spricht.


Die Opernfestspiele in der Stiftsruine Bad Hersfeld sind es, die Gisela Galander das wundervolle Gefühl, wieder auf einer Bühne zu agieren, für ein paar Wochen zurückbringen. Für die Proben und die insgesamt neun Vorstellungen nimmt die Erfurterin die Reise gern in Kauf. Sie ist dort die Palmatica in der Operette „Der Bettelstudent“, steht unter anderem mit Gunter Emmerlich auf der Bühne. „Eine alte, lustige Geschichte, eine sehr schöne klassische Operette“, sagt die fast 77-Jährige über ein Stück, das ihr viel Vergnügen bereitet. Zum vierten Mal, fügt sie hinzu, sei ihr der Bettelstudent nun untergekommen. Auch die Palmatica hat sie schon einmal gespielt, das ist aber „Lichtjahre her“. Bereits vor den intensiven Proben, als sie sich zu Hause auf die Darstellung vorbereitet, ist alles wieder da: Jede ihrer Rollen ist irgendwo in ihrem Inneren gespeichert, freut sich Gisela Galander über ihr großes künstlerisches Gedächtnis. „Nach einer gewissen Zeit kann ich das einfach wieder abrufen“, fällt ihr die Vorbereitungszeit zu Hause am Klavier leicht. Fast ist es, als sei sie nie aus dem Beruf heraus gewesen. Und so ganz abstinent ist sie ja nie gewesen, ab und zu zog es die Galander in den vergangenen Jahren zu einer Rolle oder einem Soloabend doch auf die Bühne.


Bei den Hersfelder Opernfestspielen dabei zu sein, genießt sie als etwas ganz Besonderes. Auch, dass der Regisseur unbedingt die Erfurter Sängerin für die Palmatica haben wollte, tut der Künstlerseele gut. Genau wie die vielen Glückwünsche nach der Premiere. Es ist schön, wieder einmal Theaterluft zu schnuppern und zu wissen, in den Jahren nichts verlernt zu haben. „Es macht riesigen Spaß, auch der ganze Trubel um mich herum“, strahlt Gisela Galander. Ihr Wunsch, wieder einmal Theater zu spielen, ist in Erfüllung gegangen. Vielleicht, wenn eine glückliche Fügung es ergäbe und alles stimmte, würde sie das auch zu Hause noch einmal tun. Liebend gern. Theaterluft ist etwas so Wunderbares.
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