Pferd gut, alles gut

Pfarrer Rüdiger Stephan aus Nazza.
Predigt, Segen und Pferdefußball bietet der evangelische Reitergottesdienst im ehemaligen Kloster Probstei Zella



Pfarrer Rüdiger Stephan sitzt im Pfarrhaus von Nazza am Laptop und bereitet die Predigt für seinen ersten Reitergottesdienst vor. Jedes Jahr treffen sich Reiter und Kutscher mit ihren Tieren, aber auch Familien und Gäste zum evangelischen Freiluftgottesdienstes im ehemaligen Kloster Probstei Zella.

"Es ist etwas Tolles für mich, dass sich Menschen mit Tieren beschäftigen", sagt Rüdiger Stephan, Pfarrer im Wartburgkreis.

Rüdiger Stephan macht sich im Vorfeld Gedanken. "Die Reiter sind Enthusiasten. Ich glaube da spielt das Gefühl von Freiheit eine große Rolle", sagt der 48-Jährige. "In und mit der Natur, mit dem Pferd das freie Leben zu genießen, das prägt. Es ist etwas Tolles für mich, dass sich Menschen mit Tieren beschäftigen."

Auch wenn der Pfarrer den Inhalt seiner Predigt vor dem Gottesdienst nicht preisgeben möchte, wird er wohl Bezug auf die Schöpfungsgeschichte nehmen. Er könnte daran erinnern, dass die Menschen durch Gott gemeinsam mit Tieren auf der Welt leben und dass sie Verantwortung - die Gott ihnen auferlegt hat - für alle tierischen Mitgeschöpfe tragen. "Wenn man ein Tier hat, führt das dazu, dass man diese Verantwortung auch wahrnimmt", sagt Stephan. Dazu zählen: füttern, pflegen, bewegen, artgerechte Haltung.

Verantwortung heißt aber auch: Spaß haben, für andere da sein und sich kümmern. "Wenn ich ein Tier zur Leistung animiere, ist es gesund. Zwinge ich das Tier, stimmt seine Leistung nicht", sagt der Pfarrer. "Geht es dem Pferd gut, geht es auch mir gut." Und diese Verantwortung strahlt auch zurück auf den Menschen. "Betritt der Reiter den Stall, freut sich das Pferd und zeigt das auch", betont Stephan. So wie der Hund freudig sein Herrchen begrüßt und die Katze schnurrt und sich anschmiegt.

"Doch die Menschen müssen lernen, mit Tieren umsichtig zu leben. Eine Vermenschlichung der Tiere wäre ein Fehler." Das Tier bleibt immer Tier, selbst wenn es bei Menschen therapeutisch erfolgreich wirkt. Natur, Tier und Mensch - in dieser Reihenfolge schuf sie Gott laut Schöpfungsgeschichte - sind eng miteinander verbunden. "Heute müssen wir mehr denn je auf die Zeichen der Natur achten", mahnt Pfarrer Stephan. "Überfluss ist für uns normal geworden. Wir fragen nicht mehr: Wo kommt er her?

Tierfreunde und Naturschützer sind keine Spinner. Sie sind sich bewusst, dass es nur ein vernünftiges Miteinander geben kann", sagt Pfarrer Rüdiger Stephan. Nächsten Sonntag werden seine mahnenden Worte ebenso Gehör finden wie sein Segenswunsch für ein gutes Füreinander von Reiter und Ross, von Mensch, Natur und Tier.

Termin: 22. Mai 2011, 14 Uhr - Reitergottesdienst im Landgasthof Probstei Zella

Probstei Zella
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige