Radio zum Kaffee

Richard Schaefer ist von der ersten Stunde an in der Seniorenredaktion dabei.
Etwas aufzuschreiben, das man später sagen möchte, muss anders klingen als Sätze, die von anderen lediglich gelesen werden sollen. Das ist eine der Lektionen, die ein künftiger Radiomoderator schnell intus hat. „Ja, das war eine Umstellung“, erinnert sich Richard Schaefer an die Vorbereitungen auf die neue Sendung. Hinzu kam die ungewohnte Technik.

Zehn Jahre ist es her, seit die „Kaffeezeit“ bei Radio Funkwerk zum ersten Mal über den Äther schallte. „Ein Drittel der Erfurter Bevölkerung ist über 55 Jahre alt, deshalb hatten wir die Idee, eine Sendung für sie zu machen. Bis dahin war diese Altersgruppe im Bürgerfunk nicht vertreten“, erklärt Richard Schaefer die Beweggründe. Mit drei Gleichgesinnten startete er, von ihnen ist auch Ursula Görbig noch immer dabei. Außerdem gehören heute Edith Claußen und Gerhard Hertz zur Redaktion. Zu Beginn war die Sendung so, wie man sie sich bei diesem Namen vorstellt. Nette, gemütliche Unterhaltung, die sich gut zu einem Tässchen Kaffee genießen lässt. Selbst die Anfangsmelodie passte sich da wunderbar an.

Inzwischen klingt es zur „Kaffeezeit“ schon ein wenig anders. „Nach den ersten drei Jahren haben wir umstrukturiert“, berichtet Schaefer. Senioren sind heute fit und voller Energie. Neugierig sowieso, offen für Veränderungen. Wie auch die „Kaffeezeit“-Redaktion. „Heute legen wir viel mehr Wert auf Aktivitäten. Wir wollen andere mobilisieren, anregen und aufklären.“ Die Themen der Sendungen kommen mitten aus dem Leben. Alles, was die Zielgruppe interessiert. Kulturelles, Historisches, Sportliches, Medizinisches... Die Inhalte planen die vier Macher selbst – genauso, wie sie sich um Regieführung, Technik, Logistik und Musikauswahl kümmern. „Und da kommt keine Volksmusik auf den Plattenteller“, erklären sie und lachen. Lieber Oldies.

Beinahe immer wird live gesendet, sachkundige Gesprächspartner liefern wertvolle Informationen. „Natürlich bereiten wir uns auf jedes Thema gründlich vor“, sagt Richard Schaefer. Doch nach einem festen Schema laufen die Gesprächsrunden nicht ab, immer ist auch Zeit zum Improvisieren. Schön ist es, wenn die Gäste ein bisschen ins Plaudern kommen. Ist ein Aspekt besonders interessant, wird nachgehakt. Das Moderatoren-Quartett hat das Gespür dafür, wovon seine Hörer mehr wissen wollen, das ergibt sich im Laufe der Zeit und von ganz allein, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Ein wenig schade finden es die Vier nur, dass sie nie so recht wissen, wie viele Hörer gerade vor ihren Radios sitzen und die „Kaffeezeit“ genießen. Die Einschaltquoten lassen sich nicht messen. Doch Anrufe und Nachfragen bestätigen, dass sie ihre Sache gut machen und erhört werden. Manchmal spüren Gesprächspartner die Folgen ihres Auftritts auch direkt: wenn es beispielsweise um Impfungen im Alter geht und am nächsten Tag mehrere Herren an die Praxistür des Arztes klopfen, um sich eine empfohlene Impfung verpassen zu lassen.

„Die Arbeit beim Bürgerfunk ist so etwas wie ein Hauptgewinn“, möchte Richard Schaefer die zehn Jahre Radioarbeit nicht missen. Eine Menge Leute lerne man kennen, mit so vielen Themen komme man in Berührung. Manchmal ist es unbekanntes Terrain, auf das sich eine Sendung begibt. Der Moderator erinnert sich noch gut an das Thema Transsexualität, das Redakteure wie auch die Hörer als hochinteressant einstuften. Manchmal bekommt man einen neuen Blick, kann andere Menschen besser verstehen. Und wenn möglichst viele Erfurter sich zweimal im Monat ein Stündchen „Kaffeezeit“ nehmen, dann sind die Macher rundum zufrieden.


DIE NÄCHSTEN SENDUNGEN:
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Die „Kaffeezeit“ bei Radio Funkwerk wird am zweiten und am vierten Montag des Monats von 17 bis 18 Uhr gesendet.
Die nächsten Themen: 11.  März, Sportlich aktiv – Senioren laufen; 25. März, Osterbräuche und Frühlings­geschichten; 8. April, Volkshochschul-Angebote für Senioren; 22. April, Wichtige Impfungen ab 50 plus
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