Renau-Ausstellung

    Ausstellung über Künstler und Werk Josep Renau geplant

Der Förderverein „Mosaik-Josep-Renau“ plant langfristig diese Ausstellung im Haus der Ortsteilverwaltung, Moskauer Str. 114, Erfurt.
Aus diesem Anlass werfe ich einen Blick auf Josep Renaus Lebenswerk:

In Valencia, katalonische Region in Spanien, wurde am 17.05.1907 der spätere Werbegrafiker, Fotomonteur und Maler Josep Renau als Sohn eines Restaurators geboren. Er besuchte die Kunsthochschule San Carlos in seinem Heimatort. Bereits als 21-Jähriger erhielt er eine große Personalausstellung in Madrid.
1932 heiratete er die Malerin Manuela Ballester Vilaseca.
Politisch stand er den anarchistischen und linken Ideen nahe. 1933 schuf er sein erstes Wandbild „Gegen Faschismus – Für Demokratie“.
Am 17.07.1936 begann der Spanische Bürgerkrieg.
Mitten im Krieg wird Renau zum Generaldirektor der Schönen Künste am Nationalmuseum „Prado“ berufen. Zur Rettung der wertvollen Kunstschätze lässt er die Museen von Madrid, Barcelona und Valencia evakuieren.
Als bildkünstlerischer Leiter der spanischen republikanischen Armee produziert er Plakate: „Warum das spanische Volk kämpft“.
Zur Internationalen Weltausstellung in Paris 1937 ist er für die grafische Ausgestaltung des spanischen Pavillons zuständig. Hier wird auch Pablo Picassos großes Wandgemälde „Guernica“, das eindrucksvoll die Schrecken des Krieges darstellt, gezeigt.
Nach der Niederschlagung der spanischen Republik durch Francos Truppen flieht Renau am 26.01.1939 nach Mexiko.

Deutschland war aus zwei verschiedenen Positionen an diesem Krieg beteiligt. Einerseits als Verteidiger der demokratischen Republik durch die Interbrigaden. „Spaniens Himmel breitet seine Sterne über deutsche Schützengräben aus.“ Dieses populäre Lied sang der „Barrikaden-Tauber“ Ernst Busch für die kämpfende Truppe. Andererseits war auf Seiten Francos die „Legion Condor“ am „Himmel“ im Testeinsatz für Hitlers Luft-Krieg.

Renau schließt sich in Mexiko der Wandmalgruppe um David Alfaro Sigueiros an. Fast zwanzig Jahre lebt er mit seiner Familie in Mexiko. Renau hat sechs Kinder, der große Haushalt lebt in vier Bungalows. Von hier aus arbeitet Renau für Hollywood. Er gestaltet Fotomontagen, Werbegrafiken für Filme wie z. B. „Vertigo“.
Der Schauspieler Buster Keaton lässt seine Filme von Renau bewerben. Er beschäftigt sich kritisch mit dem „American Way of Life.“
Von hier kehrt er 1946 zurück nach Spanien, um ein künstlerisches Angebot, ein Wandbild zum Thema „Spanien erobert Amerika“, für das Casino im Hotel de la Selva in Guernavaca zu gestalten. Die zentrale Figur ist die „Mutter Spaniens“. Sie verkörpert ein unglückliches Volk, das an den vielen Kriegen leidet. Aber mit viel Temperament ist die Mutter Spaniens mutig angetreten, das Land wieder aufzurichten.
Renau nimmt das Angebot des Deutschen Fernsehens an, zur grafischen Mitarbeit an Fernsehfilmen, und siedelt am 01.03.1958 in die DDR über.
Er hatte sich auf die Arbeit mit John Heartfield gefreut, aber dieser wünscht keine Zusammenarbeit. In der Folge bauen sich Spannungen zwischen den Männern auf

Es ist die Zeit des Kalten Krieges. Auch zwischen den beiden deutschen Staaten gibt es Spannungen. 1966 erscheint Renaus Fotomontage „Über Deutschland“. Die Ehe wird getrennt.

In Halle-Neustadt soll Renau im Jahr 1971 Wandbilder gestalten. Das von ihm favorisierte Thema ist: „Unbändige Natur“. Ohne Diskussion mit dem Künstler wird es umgeändert in: „Einheit der Arbeiterklasse“ und „Gründung der DDR“. Das ist für ihn problematisch. Erst 1974 kann Renau, nach Ringen mit sich selbst, die Arbeit beenden.
Seine Entwürfe für die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen werden nicht realisiert. Sie werden abgelehnt. Er ist darüber verzweifelt. Auch über die Ablehnung der Entwürfe für das Wandbild Schwedt/Oder.
Renau wird in den künstlerischen Beirat für das Foyer des Palastes der Republik berufen.
1978 wird die „Fundacio Josep Renau“ in Valencia gegründet.

Im Atelier, im Gaswerk, in Berlin leitet er einen Zirkel Zeichnender und ist Lehrer der Meisterschülerin Marta Hofmann. Er hat dazu von der Hochschule keinen Auftrag erhalten. Getreu seinem Motto „Ich habe nie gewartet, sondern gelebt und gehandelt“, tut er es einfach.
Sein künstlerisches Potenzial wies deutlich in die Zukunft.
In der DDR herrschte zu dieser Zeit ein dem bürgerlichen Kunstideal nahen Stil vor. Da musste der Künstler sich zwangsläufig an der Haltung der Kulturverantwortlichen reiben.

1975 stirbt Franco in Madrid. Renau vertritt Spanien zur 37. Biennale in Venedig. Mit Teilen seiner kritischen Fotomontage-Ausstellung „The American Way of Life“ nimmt er die Interessen Spaniens wahr. Er hat große Erfolge damit in Venedig; in der DDR zeigt man dagegen große Zurückhaltung.
Renau hat in der Zeit von 1970-1980 mehrere große Ausstellungen in Spanien, in Madrid, Morella und Barcelona. Die Wanderausstellung ist ebenso in Sevilla, Saragossa und Palma de Mallorca u. a. zu sehen.
Josep Renau schenkt 1978 eine Reihe seiner Werke seiner Heimatstadt Valencia. Er übernimmt Gastvorlesungen an der Uni Valencia. Der DDR-Nationalgalerie in Berlin schenkt er die Grafiken von drei Zyklen von Goya.

In der Galerie des Staatlichen Kunsthandels Berlin „Unter den Linden“ werden Renaus Entwürfe zum Erfurter Wandbild ausgestellt.
1977 erhält er den Auftrag, das Wandbild für das Erfurter Kulturzentrum „Stadt Moskau“ zu gestalten. Der Beginn der Arbeiten an der Wandgestaltung am Kulturzentrum „Stadt Moskau“ in Erfurt fällt in das Jahr 1979.
Renau wird diesmal von Anfang an in die Planung einbezogen. Er lässt die scharfe Ecke abrunden. Ebenfalls neu, er kann die Thematik frei wählen und entscheidet sich für: „Von der Natur nehmen, der Gesellschaft geben“. Für sein (6,90 x 30) Meter großes Bild werden 68.000 Glasfliesen von (5 x 5) cm in 32 Farben verwendet.
Das interessante ökologische Thema setzt er eindrucksvoll um. Ein Händepaar hält links einen aufgeschnittenen Apfel und rechts einen Kristall, der auf technische Strukturen hinzeigt.
Der Apfel hat in der Kunst eine umfangreiche Symbolik. So kennen wir u.a. den Macht-, Zank-, Liebes- und Märchenapfel. In der Bibel ist es der Apfel der Erkenntnis. Das Äpfelchen rollt und macht im Spiegel die Zukunft sichtbar. Wir hoffen, dass dann wenige faule Äpfel darunter sind.

Der Künstler konnte leider das Werk nicht mehr fertig stellen. Er starb am 11.10.1982. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Berlin-Friedrichsfelde.
Das Erfurter Wandbild wurde von seiner Meisterschülerin Marta Hofmann und seiner jüngsten Tochter Teresa Renau fertig gestellt.

Auszeichnungen

1930: Mehrere Auszeichnungen für die Gestaltung von Plakaten und die Betrachtung „“Die
soziale Funktion des Plakates“.

1942: 1.Preis beim Internationalen Plakatwettbewerb „Vereinigte Hemisphäre“ des Museums
of Modern Art in New York.

1946: 1. Preis des Plakatwettbewerbes der UNO in Mexiko.

1952: 1. Preis des Plakatwettbewerbes des Weltfriedenskongresses in Wien

1967: Käthe-Kollwitz-Medaille der Intergrafik Berlin für den Fotomontage-Zyklus „The
American Way of Life“ (fata morgana USA).

1977: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze.
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