Salsa in der Platte - Das Kulturzentrum KuBuS in Jena-Lobeda

Immer am Ball: Landschaftsarchitekt Björn Ramm (li.)und KuBuS-Leiter Robert Barczyk. Fotos: Michael Steinfeld
Nein, doch kein Knick in der Optik: Die Wände sind tatsächlich rund. Im KuBuS eckt keiner an. Sogar die Lampen an der Decke sind oval. Wer das moderne Café des ursprünglichen Plattenbaus betritt, fühlt sich in ein Raumschiff versetzt, das in Jena-Lobeda notgelandet ist. Das knallige Apfelgrün-Orange im Innern scheint gar nicht in die triste Wohnklotzsiedlung zu passen, die so mancher als sozialer Brennpunkt bezeichnet. Kaum zu glauben, was aus diesem abgelebten 80er-Jahre-Jugendclub gezaubert wurde.

Seit zwei Jahren existiert das Zentrum für Kultur, Begegnung und Sport, kurz: KuBuS. Der 400-Quadratmeter-Erdgeschossbau soll vom Kind bis zum Senioren attraktiv sein für 24.000 Menschen aus dem Stadtteil in Jenas Süden.

Ein Blick auf die Pinnwand im Eingangsbereich reicht aus - schon ist jedem klar, wie vielfältig und umfangreich das Angebot des Zentrums ist. Die Palette reicht vom Kinderkino übers Schachturnier bis hin zum Baby-Kurs für junge Eltern. Im Sportraum mit einer Fünf-Meter-Spiegelwand werden Salsa-Tanzkurse, Yoga und Rückenschule angeboten. Im Veranstaltungssaal wechseln sich Theateraufführungen mit Rockkonzerten und Literaturabenden ab. Um den beliebten Proberaum buhlen derzeit 13 Bands.

Das Angebot liest sich wie ein VHS-Programm. "Wir sind aber preiswerter", sagt KuBuS-Leiter Robert Barczyk. Teilnahme oder Eintrittspreis übersteigen selten einen Euro. Denn das Ziel lautet, sozial Benachteiligte zu unterstützen. Ein Modellprojekt, das der Verein Komme (Kommunikation und Medien) trägt und das vom Bund-Länder- Programm "Soziale Stadt" gefördert wird.

900 Besucher nehmen monatlich am KuBuS-Angebot teil. Ungezählt sind hingegen die Besucher der 5000 Quadratmeter großen Außenanlage. "Jeder ist hier jederzeit willkommen", erklärt Barczyk das offene Konzept ohne Regeln. Entworfen hat das Gelände Landschaftsarchitekt Björn Ramm vom Weimarer Planungsbüro Rau. "So eine Vielfalt auf kleinem Platz und alles ist frei zu nutzen - das ist in Jena einzigartig", stellt Ramm fest.

Auf einem Multifunktionsfeld können die Besucher Basketball, Hand- oder Fußball spielen. Große Kalksteine dienen Zuschauern als Tribüne. Und als Kinoplatz unter freiem Himmel, wenn der Ballzaun mit einer Filmleinwand verhängt wird. Hinzu kommen ein Kunstrasen-Kleinfeld und ein Sandoval für Beachvolleyball, eine Tischtennisplatte und ein Kletterparcours. Zerstört wurde bisher kaum etwas. "Die Jugendlichen wissen: Hier hat jemand etwas für uns erschaffen", deutet Barczyk. "Deshalb sind sie dankbar."


Kontakt
www.kubus.jena.de
Telefon: 03641/531657
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