Sechszehneinhalb Fackeln: In Schweina brannte die Luft zum Heiligen Abend

Fackeln auf dem Antoniusberg am Heiligen Abend 2014. Fotos: Heyder
Schweina: Antoniusberg | Welche Macht Feuer hat, lässt sich bei einem beieindruckenden Spektakel wie dem Schweinaer Fackelnbrand nachvollziehen. Die Flammen lodern hoch, die Funken sprühen Hunderte Meter weit. Schlagartig wird es richtig heiß. Und hell.

Nicht nur, dass meine Jacke um ein Brandloch reicher gworden ist. Welchen Funkenflug der Wind verursachen kann, wird gut sichtbar. Und jeder, der neben diesen 16 brennenden laternenhohen Brennstäben stand, weiß, wie wütend ein Waldbrannd sein muss.

Es ist zur Tradition geworden, dass die Fackeln am Nachmittag des 24. Dezembers auf den Berg gebracht werden, ihre Anzahl variiert. Ab 17.30 Uhr, dunkel genug war es schon, wurden sie entflammt.

Der Aufstieg auf das weite Plateau mit rund 4000 Menschen darauf hat einige knifflige Passagen, wer sich auskennt, geht an der Seite übers Gras, hat festes Schuhwerk an oder, ganz clever, trifft sich einfach auf dem Kirchenvorplatz (16.30 Uhr) und kann der Weihnachtsmusik lauschen und sich mit Glühwein innerlich aufwärmen, auch wenn er nur den Lichtschein vom Berge sieht.

August Trinius (Heimatschriftsteller) 1894 über den Brauch, der wohl einzigartig und rund 900 Jahre alt ist.

„Wenn die Adventszeit im Dorfe Schweina beginnt, ist kein Reisigbesen mehr vor der männlichen Jugend sicher. Und sehr oft ärgern sich die Alten über die frechen Fackelmauser. Die Besen werden für das Binden der hohen Fackeln benötigt, die am 24. Dezember vom Antoniusberg weit ins Land hinaus leuchten und die Geburt Jesu Christi verkünden."
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