Sven Kästner ist der Herr über den Erfurter Weihnachtsmarkt

Zum Karussellfahren bleibt Sven Kaestner keine Zeit.
 

Der Erfurter Weihnachtsmarkt hat seine Pforten geöffnet. Doch wer macht, dass er läuft? Sven Kästner von der Erfurter Kulturdirektion ist derjenige, der hier den Hut aufhat.

Gänsehaut bei diesem Anblick


“Wenn ich das sehe, bekomme ich Gänsehaut!“ Der Platz im Glanz Abertausender Lichter, von aneinandergeschmiegten Hütten bevölkert, die hier und da für Baum, Pyramide und andere Große ein wenig zur Seite rücken. Dahinter, fast so, als wollten sie liebevoll-beschützend ihre Arme um das Gewimmel zu ihren Füßen ausbreiten, geben Dom und Severi dem Ganzen den perfekten Rahmen. Imposant, von warmem Licht beseelt, ein Bild, das sich einprägt. Selbst Sven Kaestner gesteht bei diesem Anblick seinen Hang zur Gänsehaut. Dieser Kulisse könne sich niemand entziehen. Dabei ist der Weihnachtsmarkt für ihn Arbeitsalltag, hier hat er den Hut auf. Oder ist es in diesen Tagen eher die Weihnachtsmütze...?

Fast das ganze Jahr ist Weihnachten


Als Abteilungsleiter in der Kulturdirektion ist Sven Kaestner für Märkte und Stadtfeste zuständig. Eigentlich kümmere er sich schon seit 1991 um den Weihnachtsmarkt und um die anderen Stadtfeste, erzählt er, seit ein paar Jahren nun als Abteilungsleiter. Für ihn und die vielen anderen Mit-Organisatoren beginnt das Weihnachtsmarktjahr schon früh. Kaum sind die letzten Buden abgebaut, muss der Flyer fürs nächste Jahr fertig und zum Verteilen bereit sein. Bald schon trudeln die Bewerbungen für den nächsten Markt ein, es sind immer viel mehr als Standplätze. Sie wollen gesichtet und ausgewählt werden. „Die Zeit vor und nach dem Weihnachtsmarkt ist schon sehr intensiv“, erfährt Sven Kaestner jedes Jahr aufs neue.

Wie ein kleines Dorf


Trotz allem ist sie natürlich kein Vergleich zur heißen Phase. Wenn dann, endlich, alles aufgebaut und zum Laufen gebracht ist, bleibt für den Herrn über den Weihnachtsmarkt keine Zeit zum Verschnaufen. Jetzt geht es erst richtig los. „Der Weihnachtsmarkt ist wie ein kleines Dorf“, weiß Kaestner. Eines, das funktionieren muss. Selbst, wenn sich an einem Wochenendtag die Insassen von 150 Besucherbussen über den Domplatz ergießen. Oder das Wetter derart kalt und glühweinfreudig ist, dass Leitungen einfrieren. Sven Kaestner ist der, der sich um alles kümmert. Gemeinsam mit den vielen anderen. „Wenn ich alle zusammenrechne, die an einem Tag mit dem Weihnachtsmarkt zu tun haben, also sämtliche Aussteller und ihr Personal, die Buseinweiser, Wachdienst, Polizei, Sanitätsdienst und so weiter, dann komme ich auf rund 2500“, macht er eine grobe Rechnung auf.

Immer neue Herausforderungen


Kein Tag gleicht hier dem anderen, jeder einzelne hält neue Überraschungen bereit. Dass Leute kurzzeitig verloren gehen und wiedergefunden werden müssen, gehört fast schon zum Weihnachtsmarktalltag. Wenn aber plötzlich Künstler für ihren Auftritt nicht anreisen, einem Besucher am Sonntag die Brille kaputtgeht und das Kaestner-Team einen Optiker auftreibt, ein Busfahrer dringend Werkstatthilfe braucht oder aber ein Sturm den Weihnachtsbaum umzuwerfen droht, ist Improvisationstalent gefragt. Zum Durchatmen ist später noch genügend Zeit. Der Weihnachtsmarkt muss laufen. Er läuft sogar so gut, dass viele Auswärtige, die von Erfurt reden, immer auch den Weihnachtsmarkt erwähnen. Längst gehört er zu den schönsten weit und breit. Dom und Severi bilden gern die Kulisse für das fröhliche Treiben. Sie können sich darauf verlassen, dass zu ihren Füßen alles bestens funktioniert.




Zahlen und Fakten zum 164. Erfurter Weihnachtsmarkt:


- 198 Aussteller sind dabei, 119 von ihnen kommen aus Thüringen, davon 64 aus Erfurt.

- Mittelpunkt ist der Domplatz (152 Aussteller), aber auch auf Fischmarkt, Anger und Bahnhofsvorplatz findet der Erfurter Weihnachtsmarkt statt.

- Auf dem Bahnhofsvorplatz zeigt ein Bildschirm live Impressionen vom Domplatz

- Die weiteste Anreise hatte ein Anbieter aus Finnland.

- Attraktionen: die zauberhafte Kulisse durch Dom und Severi, Öko-Kinderbackstube, Märchenwald, Weihnachtskrippe.

- Der Weihnachtsbaum auf dem Domplatz ist der jüngste, den es bislang gab, er ist 65 Jahre alt. Ihn schmücken 1500 Lämpchen.

- Im Jahr 2013 kamen 2 Millionen Besucher.

- Im Durchschnitt sind es 50.000 Besucher pro Tag, an den Samstagen kommen bis zu 120.000 hierher

- Besondere Empfehlung: Den Rundweg über die Lange Brücke zu nutzen

- Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 10 bis 21 Uhr, Sonntag bis Mittwoch 10 bis 20 Uhr.

- Weitere Infos und das ausführliche Programm:www.erfurter-weihnachtsmarkt.eu
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