Thüringer Rose

Jesdes Jahr am Beisetzungstag der Hl. Elisabeth, der Landgräfin von Thüringen, wird die Thüringer Rose an Ehrenamtler verliehen. Von der Hl. Elisabeth sagte einst Walther von der Vogelweide:
„De Doringer Bluome sinet durch den Snee.“ Das könnte man auch mit „sie leuchtet“ übersetzen. Die Wartburg ist Weltkulturerbe und ein guter Ort für diese Auszeichnung.
Das Amalia-Quartett von der Musikhochschule Friedrich Liszt brachte mit hohem Einsatz klassische Musik zu Gehör. Die Ministerin Heike Taubert sprach die Laudatio für jeden der neun engagierten Bürger. Die eine oder andere Träne rollte. Es war eine sehr emotionale Stimmung.
Schon die Fahrt nach Eisenach war eine Reise in die Erinnerung; vorbei an meinem Elternhaus am Köpping und an der kleinen St. Clemenskapelle. Diese gehörte einst zu einem Siechenhaus, das die Hl. Elisabeth errichten lies. In der Nikolaikirche wurde ich konfirmiert. Im damaligen Reform-Real-Gymnasium „Ernst Abbe“ absolvierte ich Schuljahre. An der Zugbrücke angelangt, geht es links zu Kanonen, auf denen Tauben sitzen. Das habe ich mit und ohne Familie oft fotografiert. Am Wachhäuschen rechts stand ich mit Petticout. Am Burgbrunnen hatte ich meine Studienfreunde fotografiert. Schmerzlich, Regine ist schon lange tot. Auf dem Südturm war ich mit vietnamesischen Frontsoldaten geklettert, die auf Schloss Wilhelmsthal zur Genesung weilten. Sie wollten unbedingt das „andere Deutschland“ sehen. Vom Südturm aus ist die Sicht sehr gut. Das brachte mir vom BGLer eine scharfe Rüge ein.
Nun überwand ich mit einem Treppenlift die 60 Stufen zum Festsaal im Palas. Er ist 1170 entstanden und zählt zu den besterhaltenen romanischen Profanbauten. Die Wandgestaltung des Palas glänzt wie neu. Während ich Ludwig dem I. und dem II. zulächelte, ging ein Blitzlichtgewitter auf uns nieder. Im nächsten Jahr wird die Medaille zum 20. Male vergeben. Bis dahin haben ca. 200 Ausgezeichnete die Medaille erhalten.
24 Gäste, die ich eingeladen hatte, nahmen an der Veranstaltung teil. Gefreut habe ich mich, dass ehemalige Kolleginnen der Kreiskonsumgenossenschaft kamen. Aber auch die IG-Metall Eisenach und der Bahnhof Eisenach waren vertreten. Die größte Gruppe waren die Erfurter mit 11 Personen. Aber auch aus Gotha, Weimar und Dresden kamen Gäste. Ich wurde gefragt, welches soziale Engagement mir wichtig war. Wichtig ist mir alles, aber es gibt erfolgreiche Aktionen, an die ich mich gern erinnere. Während des Ex-Jugoslawienkrieges hatte ich mit meinem Team sieben Hilfskonvois mit Gütern zum örtlichen Roten Kreuz geschickt. Es war ein Notstromaggregat und Betten für eine Frauenklinik, ein kompletter Ranzensatz für die bombardierte Maria-Borsack-Schule und für 5000 Sinti und Roma, die in einem Zeltlager bei Kovin aufgefangen wurden, Dauerlebensmittel. Die Sinti und Roma waren von den Albanern aus dem Kosovo vertrieben worden. Ich nahm in diesem Zusammenhang auch am 03.06.2000 am Europäischen Kriegstribunal in Berlin teil.
Ein anderes Ereignis fand 2011 statt. Mit meinem Team hatte ich das Projekt „Friedenstaube für Menschenwürde“ aus Bayern übernommen und sechs Wochen lang Bürger der Stadt für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Das war eine gute Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, in deren Räumen die Abschlussveranstaltung feierlich stattfand.
Vor mir liegt nun die Porzellan-Medaille. Sie wurde in Volkstedt, der ältesten Thüringer Porzellanmanufaktur, nach einem Design von Kati Zorn hergestellt.
Bedanken möchte ich mich bei Rosemarie Bechthum, die ohne bei mir nachzufragen, die Zuarbeit zur Laudatio lieferte. Die Überraschung war ihr gelungen. Bedanken möchte ich mich auch bei meinem Team, denn allein kann niemand sich auf lange Sicht sozial engagieren. Es tat mir gut, an diesem Tag die Herzlichkeit gleichgesinnter Menschen zu spüren. Danke für die Begleitung, die Blumen, Geschenke und Glückwünsche. Zum Schluss, aber nicht zuletzt, geht mein Dank an meinen Mann, der mich pflegt, so wie meine Tochter Haike-Runa und Volkmar Pontius. Ihr hieltet mir den Rücken frei und gabt Impulse.
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