Wenn es Engel gibt ...

Zum Neuen Jahr hatte ich immer gute Vorsätze. Was ist, wenn der Weltenlenker in die Speichen greift? Diesmal stoppte er mich aus. Mit viel gutem Willen waren wir Silvester bei Frau Langbein, eine ältere , allein lebende Dame. Ihr hilft gegen Einsamkeit manchmal auch ein gutes Essen. Rainer hat wieder seine berühmten Rindfleisch- und Heringssalate gemacht; da kann niemand nein sagen.
Schon seit einigen Tagen vor Silvester hatte ich Atemnot und nun zum Neujahrstag spitzten sich die Schmerzen zu. Wir tippten auf verengte Bronchen, weil ich COPD habe. Der Notarzt stellte aber Herzinfarkt fest und überwies sofort ins Krankenhaus. So landete ich im Bereich für Herzkatheder bei dem freundlichen Dr. Matthias Wiora. Er strahlte so viel Sicherheit aus. Ich bin voller Vertrauen. Von der Leiste aus wird ein Katheder bis zum Herzen vorgeschoben. Es gibt örtliche Betäubung, fast ohne Schmerzen. Den Stand, der die verengte Aterie aufdehnt, merkte ich nicht. Aber die krampfartigen Schmerzen hörten schlagartig auf.
„Das ist ja ein klassischer Vorderwand-Infarkt“, vermeldet der Arzt. Sie werden wieder ganz gesund, weil wir den Eingriff schnell genug vornehmen konnten.
In der Tat fühle ich mich am nächsten Tag wieder richtig wohl. Ich liege in einem gemischten Wachraum, gemeinsam mit dem fröhlichen und angenehmen Bauingenieur Ernst-Georg-Werner Maas. Wir vertreiben uns die Zeit mit gegenseitigem Geschichten erzählen . Es ist ein bisschen wie „1000 und eine Nacht.“ Bevor die Nadeln wieder piksen und der Doktor seine Diagnosen erklärt, vertreiben wir uns auf netter Weise die Zeit. Herr Maas` Verwandte sind verarmter Adel, genauer Hugenotten namens Puvier. Der Alte Fritz hatte nach dem 30-jährigen Krieg in das völlig verarmte und verödete Preußen die Hugenotten aufgenommen. Damit hatte er ein gutes Werk vollzogen. Frankreich blieb katholisch und die evangelischen Hugenotten frischten das preußische Blut auf. Zum schnellen und besseren Verständnis gründete der Alte Fritz die reformierte Kirche. Berühmt wurde der Ausspruch, dass, „in Preußen alle nach ihrer Fasson selig werden könnten.“
Schon wieder trachtet der gute Doktor nach meinem Blut, aber ich will nichts abgeben; schließlich ist auch etwas blaues Blut dabei. Vor etwa 1000 Jahren lebte der Edelmann Jenscho de Gorschelek in Görlitz und pflanzte sich heftig fort. Fast alle der Jenschos und Jentsch stammen von ihm ab und so wohl auch ich. Das gesamte Spreewaldgebiet wurde mit seinem Namen bevölkert.
Heute beim Echo konnte ich die Herzfunktion am Monitor sehen. Mein Herz pumpt gut !
„So sieht ein Herz nach einem Infarkt aus, keine Gewebeschädigung, fast wie ein gesundes Herz.“ Der Doktor kann mit Recht stolz auf seine OP-Leistung sein.
Mal sehen wie es nun weiter geht. Jedenfalls haben mich bis jetzt geflügelte Wesen begleitet.
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