Wie sich die Stasi heimlich Wohnungsschlüssel beschaffte

Wann? 04.08.2015 15:00 Uhr

Wo? Stasi-Unterlagen-Behörde, Petersberg 19, 99084 Erfurt DE
Erfurt: Stasi-Unterlagen-Behörde | Führung und Lesung
Stasi-Akte Spezial

Während unserer Archivführung stellen wir interessante Geschichten und Begebenheiten aus den Erfurter Stasi-Akten vor. Thematisch kommen alle Bereiche der Tätigkeit des MfS in Betracht. Besondere Berücksichtigung finden Fälle mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen.

15.00 Uhr Archivführung

Das Archiv der Außenstelle Erfurt umfasst rund 4.500 laufende Meter Akten, etwa 2,5 Millionen Karteikarten sowie zahlreiche Fotos, Filme und Dias. Beim Rundgang durch das Archiv können sich die Besucher vom Umfang dieses Bestandes überzeugen.

Bei der kostenlosen Führung beantworten wir folgende Fragen:

Wie wird eine bestimmte Akte im Archiv gefunden?
Wie werden Inhalte von Akten erschlossen?
Welche Aktenarten gibt es?
Welche Rolle spielte die Kartei beim MfS?
Was steht in den Akten?
Was geschieht mit vorvernichtetem Material bzw. aufgefundenen Stapeln loser Blätter?

In unserem Informations- und Dokumentationszentrum kann außerdem die Ausstellung "Sicherungsbereich DDR" besichtigt werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit im Anschluss einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Dafür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.

Anschließend Lesung aus Stasi-Akten
"Wie sich die Stasi heimlich Wohnungsschlüssel beschaffte"

1984 plante ein Paar aus dem ehemaligen DDR-Bezirk Erfurt seine Flucht in den Westen. Durch die Abteilung M, welche für die Postkontrolle zuständig war, wurde die Stasi auf die Vorbereitung zur "Republikflucht" aufmerksam. Akribisch machte sich die Geheimpolizei daran, weitere Informationen zur möglichen Ausschleusung zu sammeln. Eingriffe in die Wohnung sowie Abhörmaßnahmen gehörten zu einer groß angelegten Ermittlung gegen das Paar.

In der Wohnung sollten verdeckte Abhöranlagen – "Wanzen" – angebracht werden. Während einer Sportstunde der Tochter nutzte der Schuldirektor, der als IM tätig war, die Gelegenheit den Schlüssel der Tochter zu entwenden. Er fertigte einen Abdruck des Schlüssels an. Die Stasi sorgte an einem festgelegten Tag dafür, dass die Eltern sowie alle übrigen Hausbewohner durch sogenannte Arbeitsplatzbindung vom Wohnhaus fernbleiben. So konnte sie unbemerkt in die Wohnung gelangen.

Was geschah weiter? Wie ging die Verwanzung der Wohnung vor sich? Welches Gerücht verbreitet die Stasi, um das Paar zu entzweien? Gelang es überhaupt jemandem, in den Westen zu kommen? In seinem Vortrag geht ein Archivar anhand von Aktenauszügen auf diese und weitere Fragen ein.

Darüber hinaus wird ein MfS-interner Schulungsfilm über eine Wohnungsdurchsuchung mittels eines Nachschlüssels in einem Echt-Fall gezeigt.
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