Wiedertäufer

Zur Ergänzung des Beitrages –
Wiedertäufer und Werrahaufen im Eisenacher Wartburgkreis
Die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts war durch Glaubenskämpfe und Bauernerhebungen gekennzeichnet. „Kindertaufe oder Erwachsenentaufe“, die Beantwortung dieser Frage konnte das Leben kosten.
Auch Fritz Erbe (um *1500, †1548) aus Herda bei Gerstungen war Wiedertäufer. Weil er sein Kind nicht taufen lies, leitete 1531 der Sperintendent in Eisenach, Justus Menius, das erste Verfahren ein. Erbe gewährte der Widertäuferin Margaretha Koch Unterschlupf und sollte nach dem Willen des Kurfürsten Johann Friedrich I. hingerichtet werden. Der Hessische Landgraf Philipp I. hatte Bedenken, jemand nur wegen seines Glaubens hinrichten zu lassen. Fritz Erbe saß zunächst im „Storchenturm“ der Eisenacher Stadtmauer ein. Er war ein Symbol des Widerstandes gegen Staat und Kirche und es zeigten sich die Eisenacher solidarisch. Deshalb kam er 1540 auf die Wartburg und in das 10 Meter tiefe und völlig dunkle Verlies des Südturmes . Der Reformator Erhard von der Tann versuchte ihn zu bekehren. Erbe widerrief nicht und starb 1548 in seinem Gefängnis.

Im Jahr 1525 wurden fünf Bauernführer des Werrahaufens in die Stadt Eisenach gelockt und am 11. Mai 1525 enthauptet. Die Richtstätte ist durch ein weißes Kreuz im Pflaster der Straßenkreuzung zwischen Post und dem ehemalige Standort des Georgenbrunnens gekenn-zeichnet.
Thomas Müntzer schrieb aus Mühlhausen am 9. Mai 1525 einen Brief an die Eisenacher Obrigkeit, der den Satz enthielt:
„ Die Gewalt soll gegeben werden dem gemeinen Volk.“
In Eisenach rührte sich aber niemand, um den Bauern zu helfen. Am Eingang des Brunnenkellers auf dem Marktplatz befindet sich eine Gedenktafel mit den Namen der Hingerichteten:
Hans Sippel, Vacha
Jakob Töpffer, Berka Werra
Jörg Hain, Witzelroda
Hermann Storck, Eisenach
Heinz Bittemer jun., Nesselröden
1537 wurden zwei Anhänger des Wiedertäufers Fritz Erbes hingerichtet. 1539 folgten Verhaftungen drei weiterer Anhänger.
Wenn man alle Opfer dieser Zeit für ganz Deutschland auflisten würde, kämen ca. eine Million Menschen zusammen. Wegen staatlichen Unrechts und Glaubensirrtümern der Kirche mussten sie sterben.

Quellen:
1.) Das Bauernkriegsdenkmal auf dem Marktplatz Eisenach, Karl Heinz Dietze (ohne Datum)
2.) Ein Opfer von Luther, Friedhelm Berger, AA 21.10.2015
3.) Gedenkschreiben für Bruder Fritz Erbe, Peter Streitenberger (ohne Datum)
Bibelkreis der Zeugen Jesu, Herda
4.) Der Wiedertäufer im Storchenturm, Glaube und Heimat, 17.03.2013
5.) Andreas Müller, „Das Schicksal Fritz Erbes“, Wartburg Verlag, Weimar 2005
6.) Fritz Erbe, Wikipedia 25.10.2015

Fotos:
Kreuz der Hinrichtungsstätte
Südturm auf der Wartburg
Gedenktafel der Hingerichteten
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