Alte Schränkchen werden zu Kunst

"Viel zu gut für den Müll!, findet Hnery Thomas.
 
Nach der Verwandlung
Ein ausgemustertes Schränkchen am Straßenrand, das nur noch darauf wartet, abgeholt und zu Kleinholz ­verarbeitet zu werden, trifft Henry Thomas mitten ins Herz. „Das ist doch noch gut“, denkt er so oft. Vielleicht sieht er in Gedanken schon, wie es sich bald verwandeln könnte.

Henry Thomas verhilft kleinen Möbelstücken, die für den Müll vorgesehen waren, zu neuem Leben. Das erledigt der studierte Landschafts­architekt auf sehr kreative Weise. Dabei war er vor Jahren nur auf der Suche nach einem Nachtschränkchen. Kein ­neues sollte es sein, schließlich wollte er „den Konsum­terror“ nicht mit­machen. Er brauchte nicht lange zu suchen, auf der Straße wurde er fündig. Genau das sollte es sein. Zu Hause dann hatte der Student die Idee, das Schränkchen zu verschönern. Braune und weiße Farbe taten ihr Übriges.

Auf den Geschmack gekommen



Noch heute hat das Möbel­stück einen Ehrenplatz. Schließlich hat es damals Henry Thomas auf den Geschmack gebracht. „Ich habe die Idee weitergesponnen, was man aus Schränkchen so alles machen kann“, erinnert er sich. Wichtigste Voraussetzung: Es muss ein altes, nicht mehr gewolltes Stück sein, höchstens in Kommodengröße. Henry Thomas nimmt es als Ausgangspunkt, um es mit einem neuen Kontext und neuer Funktion zu versehen.  

Wichtig ist es ihm, sich jedem Objekt mit Respekt zu nähern, mit der Verwandlung auch etwas von seiner Ursprünglichkeit zu erhalten. Manchmal, so erzählt er, habe er gleich die Idee, wofür sich das Schränkchen eignet. Da entsteht ein Cola-Schrank. Oder eine alte Blumenbank und ein Küchenschrank vereinen sich zur Garderobe. Inzwischen hat sich der holzbearbeitende Landschaftsarchitekt längst verschiedene Techniken zu eigen gemacht. Gern probiert er Neues aus, arbeitet mit Seviettentechnik, bringt Farbe auf ungewöhnliche Weise auf, gestaltet mit der Oberfräse reliefartige Strukturen oder setzt ein ­Mosaik auf eine Tür.

Echte Herausforderung



Für ihn ist jedes Schränkchen eine Herausforderung, er kann ihm zu neuem Leben verhelfen. Irgendwann wird er auch ein Theaterschränkchen mit einer kleinen Bühne gestalten. Oder eins vergolden. Vielleicht auch eine bronzene Skulptur in ein Möbel­stück einarbeiten. ­Ideen und Träume hat er zuhauf. Seinen großen Traum, nicht mehr nur nebenbei Schränkchen zu kleinen Kunstwerken werden zu lassen, hat er nun mit einer eigenen Werkstatt wahrgemacht. Hier, im Hinterzimmer eines Cafés, das seine Geschäftspartnerin leitet, betreibt er seine Schränkchen-Kunst.


Immer mehr Leute werden auf den jungen Kreativen aufmerksam, bringen ihre alten Möbelstücke her, lassen sie verschönern. Vieles ist zu schade, um weggeworfen zu werden. „Tausende Tonnen von Altmöbeln werden verbrannt, um Energie zu gewinnen. Gleichzeitig werden riesige Mengen Wald abgeholzt, um neue Möbel zu bauen“, wundert sich Thomas. Diesem Trend möchte er mit seiner Kunst bewusst entgegenwirken, so seinen Teil zum Umweltschutz beitragen. Ein sehenswerter Beitrag.

Mehr Informationen:



Weitere Infos in Henry Thomas‘ Werkstatt im Café „Zuckerdose“ in der Allerheiligenstraße 19 und unter www.theartofSchraenkchen.de.

Im Stöberhaus der Stadt­werke an der Eugen-Richter-Straße stellen Henry Thomas und ­andere Künstler regelmäßig Objekte aus, die für den Abfall bestimmt waren und denen sie zu neuem Leben verhelfen.
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