Alternativer Bärenpark Worbis: Ein Arbeitstag mit Tierpflegerin Ursula Niendorf

Kess, übermütig und sehr neugierig: Braunbärin Laura ist ständig unterwegs.
 
Auge in Auge mit Meister Petz.
8.00 Kontrollgang zum Arbeitsbeginn. Ursula Niendorf prüft Stromkästen und Zäune, um sicherzustellen, dass nirgendwo eine Bärentatze gräbt.

8.40 Fütterung der Affen. Die zwei grünen Meerkatzen bekommen Pellkartoffeln und Eisbergsalat und dürfen in die gereinigte Außenanlage.

9.00 Auskehr im Hühnerhaus auf dem Bauernhof. Alles wird für eine frische Sandfuhre vorbereitet.

9.30 Die Tierpflegerin schneidet in der Futterküche Möhren, portioniert Äpfel, Weintrauben, Birnen und Brötchen für die Bären. Zusammen verputzen die Bären rund 100 Kilo Futter pro Tag.

10.00 Zeit für Tee, Pausenbrot und Absprachen.

10.30 Goliath braucht Medizin. Der 400 Kilo schwere Braunbär leidet an Arthrose. Seine geschundenen Gelenke schmerzen. Ursula Niendorf vermengt Schmerztabletten mit viel Honig und versteckt sie in einem Brotlaib.

10.45 Im Hühnerhaus wird der inzwischen angefahrene Sand mittels Schaufel und Schubkarre auf dem Boden verteilt. Die kranke Schildkröte Nulli bekommt Auslauf.

11.30 Mit dem Golfcar und fünf Eimern Bärennahrung fährt Ursula Niendorf zur öffentlichen Fütterung.

11.45 In der "Seniorenresidenz" wirft sie den betagten Bärendamen Tina (30 Jahre) und Mischka (33 Jahre) Leckereien zu. Auch der 27-jährige Petz Mario lebt in der wolfsfreien Anlage. "Er ist taub und würde sich gegen die Wölfe kaum zur Wehr setzen können", erklärt die Tierpflegerin den Besuchern.

12.00 Am Gemeinschaftsgehege von Bären und Wölfen forscht eine 11. Klasse in Sachen Verhaltensbiologie. Der freche Wolf Akela versucht, Schwarzbär Jimmy den Apfel wegzuschnappen. "Er will ihn nur ärgern", sagt Niendorf. "Für die Wölfe gab's gestern erst ein geschlachtetes Kalb."

13.00 Waschbären und Affen sind mit Futter versorgt. Es ist Mittagspause.

13.30 Stromkastenkontrolle. Diesmal auf dem Gelände der Krankenstation. Hier gibt es einen OP-Tisch für Bären und Quarantäne-Boxen.

14.00 Die Tierpflegerin schreitet einen Zaun jenseits der Besucherstrecke ab. Begleitet wird sie von Laura - auf der anderen Seite der Absperrung. "Laura ist eine ganz Schlaue", bescheinigt sie der 18-jährigen Bärin und stellt ihr Weintrauben in Aussicht. Laura liebt die süßen Früchte.

14.30 Die zweite öffentliche Fütterung. Die Zeiten variieren täglich, damit sich die Bären nicht daran gewöhnen.

15.00 Eine vierte Klasse ist auf Klassenfahrt und will alles über Bären wissen.

16.00 Das erste Futter für morgen steht bereit. Noch einmal werden Waschbären und Affen versorgt.

17 Uhr ist Feierabend.

(Artikel vom Juni 2010)

Hintergrund:
Im Alternativen Bärenpark Worbis leben derzeit 10 Bären in der knapp vier Hektar großen Freianlage. Nach langem Leiden in Käfigen, Gruben oder Zirkuswagen lernen sie hier Wald, Wiese, Naturboden und Teiche kennen. Auch Wölfe, Waschbären, Schildkröten, Affen, Sittiche und einige Haustiere sind hier Zuhause. Wölfe sind Nahrungskonkurrenten und genau deshalb bestens geeignet, die Bären an ihre Kraft, Schnelligkeit und Instinkte zu erinnern.
Der Park ist ein Tierschutzprojekt der Stiftung für Bären und wird von Tierfreunden unterstützt.
Kontakt: Alternativer Bärenpark Worbis, Telefon: 03 60 74 / 200 90, www.baer.de
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2 Kommentare
Michael Steinfeld aus Erfurt | 12.01.2011 | 09:21  
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Ruth Daß aus Artern | 07.03.2011 | 12:37  
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