Ansichtssache: Zu früh ist das neue zu spät

Besser zu früh als zu spät? Denkste! Die Zeiten sind vorbei. (Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de)
Ich kam schon immer zu spät. Das erste Mal zu meiner Geburt. Statt mit dem Christkind feiere ich am 30. Dezember Geburtstag. Obwohl unser Haus der Schule so nah war wie Bayern München der nächsten Meisterschale, hetzte ich morgens stets als Letzter in die Klasse. Ich habe in meinem Leben mehr Busse und Bahnen verpasst als Griechenland ausgeglichene Haushalte. Ich kam sogar schon zu spät zur Hochzeit – zum Glück war es nicht meine eigene.

Aber: Mit den Jahren habe ich mich minutiös verbessert. Gut, vielleicht bin ich nicht pünktlich wie die Tagesschau. Aber ich habe auch nicht mehr das Zeitgefühl eines Amazonas-Indianers.

Leider hat sich die Gesellschaft gewandelt. Handys haben die Welt verändert. Ein kurzer Anruf von unterwegs „Du, hier gibt es Stau. Der Zug fällt aus. Mein Chef zwingt mich unerwartet zur Inventur“ – schon kommt jeder mit ruhigem Gewissen Stunden später.

Verpönt ist heutzu­tage hingegen, zu früh zu erscheinen. Ich aber habe mir gerade erst die „fünf Minuten vor der Zeit“ antrainiert. Können also nicht alle wieder pünktlicher werden? Oder muss ich mich erneut ändern? Lasst mir dafür wenigstens Zeit.
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6 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 22.02.2014 | 20:11  
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Renate Jung aus Erfurt | 22.02.2014 | 20:15  
Michael Steinfeld aus Erfurt | 23.02.2014 | 10:24  
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Renate Jung aus Erfurt | 25.02.2014 | 00:29  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 25.02.2014 | 10:35  
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Renate Jung aus Erfurt | 25.02.2014 | 11:45  
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