Blicke über den Tellerrand: André Radtke ist Koch aus Leidenschaft

André Radtke in seinem Element
 
Koch aus Leidenschaft (Foto: privat)
Weit über den Tellerrand hinaus: Der Erfurter André Radtke ist mit allen Sinnen Koch, möchte immer hinzulernen und andere an seinem Wissen teilhaben lassen.

Man nehme


Omas Kochtöpfe ziehen ihn magisch an. Es schmeckt immer so toll. Genau hingucken, mitschnippeln, ausprobieren, sich trauen. Schon als kleiner Junge, der beim Vater aufwächst, liebt er es, Selbstgekochtes auf den Tisch zu bringen. Die Liebe wächst. André Radtke, inzwischen 29, ist ein Kreativer, ein Charismatischer, einer, der für die Sache brennt und sein Handwerk versteht. Er ist Koch.

Man vermenge


“Eine harte Zeit“, fasst der Erfurter zusammen, wenn er an seine Lehre denkt. Vom gemächlichen Schülerdasein hinein in 13-Stunden-Tage. Kaum ein Abend und ein Wochenende frei, der Ton in deutschen Küchen ist oft rauher als bei der Armee. Nichts für Zartbesaitete. Doch nur, wer durch eine solche Schule geht, kann lernen, ist fit für Kommendes. André möchte die Zeit nicht missen. Schon damals, wenn er bei Kochkursen assistieren darf, merkt er, wie viel Spaß es ihm macht, anderen Wissen weiterzugeben.

Man würze


Die Thüringer Küche, weiß der junge Mann, ist wunderbar. Doch wer immer hier ist, für den wird der Tellerrand wohl die Begrenzung für den eigenen Horizont bleiben. André Radtke will mehr, weiter lernen, das in-andere-Töpfe-sehen liegt ihm im Blut. Sein Engagement auf einem Kreuzfahrtschiff, die Arbeit in sternedekorierten Häusern, außerdem etliche Koch-Einsätze bei Formel-1-Rennen und anderen großen Events lässt ihn in vielen Ländern Kochatmosphäre schnuppern. Überall wird anders gekocht, es gibt bislang unbekannte Zutaten, exotische Gewürze, Tausende neue Ideen und Kombinationsmöglichkeiten. „Außerdem ist es schön, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen“, sagt er und gibt seinem Vater Recht, der immer schon sagte, Reisen bildet. Auch den, der in seiner Kochkunst vorankommen möchte. Außerdem sind Reisen gut für die Lebenserfahrung. „Wenn du solche Gegensätze erlebst - High Society und dann die Slums in Indien - bist du ganz schnell wieder geerdet und weißt zu schätzen, wie gut es uns doch eigentlich geht.“

Man lasse ruhen


Unterwegs ist er immer noch, allerdings nicht mehr so häufig wie in den letzten zehn Jahren, möchte auch noch einiges sehen, erzählt André Radtke. Längst ist er in seinem Job selbstständig, immer im selben Haus und als Angestellter nur für andere zu schuften, ist nicht ideal für einen Freigeist wie ihn. „Ich bin auch gern mal zu Hause“, gibt er zu. Da gibt es ebenfalls viel zu tun. Und wenn er doch mal frei hat, kocht er gern mal für Freunde. Am liebsten sei es ihm, wenn er einfach in den Kühlschrank sieht und aus dem Vorhandenen etwas zaubern kann. Im Grunde geht nichts über ein schönes Stück Fleisch oder Fisch, Hauptsache frisch, beschreibt er seine Vorlieben bei der Zubereitung. Obwohl er auch Pasta und Reis liebt, beim Selberessen. Und Schmorgerichte, die sind sowieso unschlagbar. Wirklich in seinem Element ist der Essen-Designer, wenn er Raum für Kreativität hat. Manchmal hat er mitten in der Nacht die Idee für ein neues kulinarisches Erlebnis. Dinge, die theoretisch nicht zusammenpassen, vereint er gern mutig auf dem Teller. Banane mit Petersilie etwa. Eine wahre Geschmacksexplosion, schwören alle, die es probieren durften. „Wenn du dir Mühe gibst, kannst du aus den einfachsten Sachen ganz tolle Gerichte kreieren“, ist André Radtke überzeugt. Auch für das Anrichten nimmt er sich viel Zeit. Auch dem Auge soll es schmecken.

Man koche


Um Zutaten zu einem köstlichen Ganzen zu vereinen, braucht es nicht nur handwerkliches Können. „Kochen ist ein Gefühl, eine Leidenschaft“, weiß der Kochbegeisterte. Wer es einfach nur nach Regeln erlernt, wird nie wirklich gut kochen können. Ohne Gespür wird das nichts. Ist es da, gepaart mit Interesse und dem Willen zu lernen, kann es funktionieren. Der Berufskoch braucht dazu noch den gewissen Biss.

Man serviere


Es ist das höchste der Gefühle, wenn das Essen nicht nur mundet, sondern die Gäste für den Genuss extra danke sagen. Dann hat der Koch alles richtig gemacht, dann ist er glücklich. Genau, wie es ihn ärgert, wenn Leute ihr Essen nachwürzen. Ohne vorher probiert zu haben. Das ist eine Beleidigung für jeden Koch, außerdem die verpasste Chance für Geschmacktserlebnisse. Dass André Radtke, dem Kreierer, kaum einmal wirklich Zeit bleibt, sich auch selbst sein gutes Essen zu gönnen, ist eben so. Außerdem hält es schlank.

Guten Appetit


Sein Wissen für sich behalten möchte André nicht. Er kann es gar nicht erwarten, nächsten Monat in seiner Kochschule die ersten Gäste begrüßen zu dürfen, mit ihnen zu kochen und zu plaudern, ihnen das eine oder andere Geheimnis der guten Küche verraten zu können. Und vielleicht, so überlegt er, ist nun endlich einmal Zeit, auch für die Oma mal so richtig zu kochen. Das nämlich sei längst überfällig, sagt der Weitgereiste.



Kontakt: www.Andre-Radtke.de
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