Büßlebener fordern: Bitte den Fuß vom Gas!

So ein gemütlicher Abend gemeinsam mit seinen Lieben auf der Terrasse hat schon etwas: Genüsslich lässt man den Tag Revue passieren, gönnt sich ein Schlückchen Wein, atmet tief durch und genießt einfach nur die Ruhe. Ein Traum.

Für Frank Brückner und seine Familie klingt das eher wie ein Alptraum. „Nicht auszudenken“, schaut der 49-Jährige traurig auf die verwaiste Terrasse seines Häuschens in Büßleben. Weder am Wochenende zum Frühstück noch die ganze Woche über morgens und abends lasse es sich draußen aushalten, es sei einfach viel zu laut. Schuld sind die Auto- und Lkw-Fahrer, die dieses Stück der Linderbacher Straße zu gern als Abkürzung und vor allem als Rennstrecke nutzen.

Dabei haben die Brückners und die gut 20 anderen betroffenen Familien des Wohngebietes nichts gegen die Autofahrer. Nur ein bisschen langsamer und damit weniger laut sollten sie sein. Kurz nach dem Ortsausgangsschild in Richtung Weimarische Straße darf man offiziell Gas geben und bis zu 80 Stundenkilometer schnell sein. Doch bereits die Strecke durch den Ort nutzen viele Fahrzeugführer als „Anlauf“ und sind schon da viel zu schnell unterwegs. Von der anderen Seite kommend stellt der Dorfeingang für etliche keine Aufforderung zum Bremsen dar. Hinzu kommen jede Menge Lkws, dazu Reisebusse und landwirtschaftliche Fahrzeuge, die die Strecke als Abkürzung nutzen. Laut sind diese sowieso, vor allem dann, wenn sie noch dazu zu schnell unterwegs sind. Ein gefahrloses Überqueren der Straße ist selten möglich, selbst die Zufahrt von den Seitenstraßen wird oft zum Abenteuer. Manche der Autofahrer sind hier locker mit einigen mehr als 100 Kilometern pro Stunde auf dem Tacho unterwegs.
Und das nicht nur außerhalb von Büßleben.

Seit Jahren schon kämpft Familie Brückner um eine Verkehrsberuhigung, auch für den Ort selbst. Sie haben Unterschriften gesammelt und sich mit ihrem Anliegen an den Ortschaftsrat, den Bürgerbeauftragten, das Tiefbau- und Verkehrsamt sowie die Polizei gewandt. Doch keiner nimmt sich wirklich des Problems an. Das Tiefbau- und Verkehrsamt schreibt in seiner Antwort, dass Anlieger immer auch eine gewisse Verkehrsbelastung dulden müssen. „Diese Belastung vor dem eigenen Haus nicht haben zu wollen, ist zwar verständlich, aber wohl nicht redlich“ heißt es in dem Schreiben. Außerdem beruft man sich darauf, dass in dem genannten Bereich bisher noch keine Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit geschehen sind.

Die Polizei sieht hier ebenfalls keinen Handlungsbedarf. Schließlich seien die Geschwindigkeitsverstöße bei Kontrollen vor Ort nur geringfügig. „Kein Wunder, es wird ja auch nie zu den Stoßzeiten gemessen. Außerdem sieht man die Polizei auf dieser langen Geraden schon von weitem“, weiß Frank Brückner dieses Phänomen zu erklären. Er lädt die Entscheider gern einmal ein, ein paar Stunden auf seiner Terrasse zu „genießen“. Vielleicht kann das ja mehr überzeugen als alle Argumente der Anwohner.

„Wir kämpfen weiter“, sagt die Familie und sammelt nach wie vor Unterschriften. Und sie hören nicht auf zu hoffen, dass es doch noch eine Lösung gibt.
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