Der "Freihof" am Drosselberg soll zur Sport- und Begegnungsstätte werden

Mit ihrem Sport- und Freizeitzentrum wollen sie Menschen einander näherbringen: Peggy Westhaus, Daniel Georgi, Daniel Peetz und Patrick Eschrich.
  Erfurt: FreiHof Sport und Freizeitzentrum |

Erfurt. Mit ihrem "Freihof" am Drosselberg machen vier junge Menschen ihren Traum wahr, sie haben eine Sport- und Begegnungsstätte eröffnet, die von sich reden machen möchte.

Nicht aus dem Bilderbuch


Ihre Lebensläufe sind nichts fürs Bilderbuch. Daniel Georgi, Patrick Eschrich und Daniel Peetz sind alle schon mit dem Gesetz aneinandergeraten, haben einige Zeit hinter Gittern verbracht. Dieser Abschnitt in ihrem Leben war kein guter. Sie haben ihn weit hinter sich gelassen. Kriminell werden sie nie wieder, sagen sie. „Wir haben inzwischen begriffen, wie es wirklich läuft im Leben, worauf es ankommt“, weiß Daniel Peetz. So viele Chancen blieben ungenutzt.

Ein neuer Weg


Ihre große Chance, ihrem Leben eine völlig neue Richtung zu geben und dabei anderen Gutes zu tun, sehen die drei in ihrem Projekt „Freihof“. Seit fast zwei Jahren haben sie ihre Vision. Nun ist sie Wirklichkeit geworden. Gemeinsam mit Peggy Westhaus gründeten sie am Drosselberg, in der Ernst-Abbe-Straße 1, ihr Sport- und Freizeitzentrum. Stück für Stück haben sie alles zusammengetragen. Fitnessgeräte, Billardtisch, Tische und Stühle, eine Couch, Computerecke. Die zwei Daniels sind gerade dabei, ihre Trainerausbildung zu absolvieren, um den Fitnessbegeisterten professionell zur Seite zu stehen. Ihren vielen fleißigen Helfern bei der Entstehung des Zentrums sind sie von Herzen dankbar.

Treffpunkt für alle


Gedacht ist der neue Treffpunkt für alle ringsherum und auch von weiter weg, die anderen begegnen, Musik hören, sich Kunst und Mode widmen, spielen oder sich sportlich betätigen möchten. Alles in einer vor allem familiären Atmosphäre. Jede Altersgruppe ist willkommen. Der Opa mit dem Enkel, die alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern genauso wie der Jugendliche, der nichts mit sich anzufangen weiß. Letztere liegen den vier Freihof-Gründern besonders am Herzen. Alle hier aufgewachsen, wissen sie, dass der Drosselberg wie die anderen Südost-Wohngebiete heute ein sozialer Brennpunkt ist. Das 'Herumhängen' der Jungs und Mädchen, Langeweile, Perspektivlosigkeit und Drogen lassen die Hürde zur Kriminalität deutlich kleiner werden.


“Kommt lieber her“, sagen Peggy und Daniel, Patrick und der andere Daniel. Wenn es für sie, als sie jugendlich waren, ein solches Zentrum gegeben hätte, wäre ihr Weg vielleicht anders verlaufen, überlegen sie laut. Sie maßen sich nicht an, andere bekehren zu wollen. Aber ein offenes Ohr haben sie allemal, den einen oder anderen Ratschlag natürlich auch. „Manchmal hilft es schon, dem anderen eine neue Sichtweise, einen Perspektivwechsel zu ermöglichen“, weiß Daniel Peetz aus Erfahrung. Vielleicht hört man denen, die schlechte Erfahrungen gemacht und daraus gelernt haben, eher zu als anderen. Zwei Sozialarbeiter haben außerdem zugesagt, sich hier, wenn jemand Unterstützung möchte, ehrenamtlich einzubringen.

Noch viel Arbeit


Das Freihof-Quartett weiß, dass es noch ganzes ein Stück Arbeit vor sich hat. Sie haben viel vor. Ihr angeschlossenes Modelabel lässt sich ganz gut an. Eines Tages, so träumen sie, soll es so viel Geld einbringen, dass sie davon leben können und die Angebote im Freihof kostenlos sind. Im Moment geht alles nur Stück für Stück. Das Außengelände soll noch einen Spielplatz bekommen, eines Tages vielleicht auch Sportgeräte für draußen.

Ihr Lebenswerk


Sie geraten ins Schwärmen, wenn sie von ihren Plänen erzählen. Ihr Zentrum, so sind sie überzeugt, ist etwas, das es so noch nie gab. „Unser Lebenswerk“, gesteht Daniel Peetz und möchte es in den nächsten Jahren gemeinsam mit den anderen zu einem angesagten Treffpunkt machen. Die Jungs wissen, dass es Menschen gibt, die Berührungsängste haben. Doch auch, wenn die drei nicht aussehen wie Durchschnittsbürger, möchten sie nicht in eine Schublade gesteckt werden. Lieber sollen die Leute herkommen, sich alles ansehen, mit ihnen reden. „Uns wurde sogar schon unterstellt, rechtsradikal zu sein“, zeigt sich Daniel Peetz empört. Das weisen sie von sich. Hier bleibt grundsätzlich sämtliche Politik draußen. Genau wie Waffen und Drogen. In ihrem Freihof-Logo schließt sich eine Faust um eine Hantel. Eine Faust? Sie stehe dafür, dass es Menschen gibt, die unzufrieden sind, die Wut haben, Aggressionen in sich tragen. Die soll im Freihof umgewandelt werden. In positive Energie, in Kraft, die zum Guten eingesetzt wird. „Handeln, kämpfen, weitermachen“, bringt es Daniel Peetz auf den Punkt. Die vier leben danach.

Info:

Der Freihof in der Ernst-Abbe-Straße 1 hat täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Bei Facebook bekommen Interessierte einen ersten Eindruck der Aktivitäten: www.facebook.com/FreiHof2012, www.facebook.de/freihofprojekt
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