Der verwehrte Blick

Von der Figur des Rufers aus könnte man den Glockenturm auf dem Ettersberg ­sehen. Roland Büttner möchte, dass der ­„Buchenwaldblick“ ­wieder ein solcher wird. Dazu müssten aber zwei Bäume beschnitten werden.
Aufmerksame egapark-Besucher werden ihm schon begegnet sein – dem „Rufer“. Am Rande des Park-Areals gelegen, unterhalb der Caponniere und abseits der üblichen Besucherwege, steht die etwa 1,80 Meter große ­Figur. Um sie sehen zu können, muss man ihren Standort kennen. Oder aber man folgt den Hinweisschildern, die auf den „Buchenwaldblick“ aufmerksam machen.

Seit Beginn der 60er-Jahre steht „Der Rufer“ an dieser Stelle. Die Plastik ist eine verkleinerte Nachbildung aus der Figurengruppe, die Professor Fritz Cremer für das Buchenwald-Denkmal auf dem Ettersberg geschaffen hatte. Der egapark-Rufer lädt den Betrachter ein zu einem Blick direkt zum dortigen Glockenturm. Daher also der Name „Buchenwaldblick“.

 Doch dieser ist den Besuchern inzwischen verwehrt. Zwei zu hoch gewachsene Bäume beeinträchtigen die Sicht. Dem Erfurter Stadtführer Roland Büttner, der täglich mit offenen Augen durch die Stadt geht, ist das schon länger ein Dorn im Auge: „Der Rufer und die Sichtschneise zum Mahnmal bilden eine untrennbare Einheit, die zurzeit so nicht mehr vorhanden ist. Ich wünsche mir als Bürger der Stadt, dass diese Einheit bald wiederhergestellt wird“, sagt er und richtet seine Bitte an die Stadtverwaltung.

 Ganz bewusst hat er sein Schreiben schon vorher auf den 27. Januar datiert. Das ist der Tag, den Roman Herzog einst zum Holocaustgedenktag, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, erklärte. „Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, hatte der einstige Bundespräsident gesagt. ­Roland Büttner nickt dazu und wünscht sich in diesem Sinne eine baldige Lösung.
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