Die Anmutige und der Kleine

Einer der Ersten 2012: Der kleine Aaron gehört zu den Neujahrskindern und kam im KKH zur Welt. Besonders häufig ist sein Name nicht. Foto: Stefan Pfeil
Namenstrends im vergangenen Jahr – Helios und KKH liegen weit auseinander und doch beide im Bundestrend

Von Axel Heyder

Zwei Kliniken, zwei Statistiken. In der Häufung der Vornamen bei Neugeborenen liegen das Helios-Klinikum und das Katholische Krankenhaus (KKH) weit auseinander. Und dennoch befinden sich beide im Bundestrend. Eine offizielle Namenszählung gibt es nicht, deswegen ist auch der Bundestrend nicht eindeutig. Strittig ist zum Beispiel, ob der Zweitname vollwertig mitgezählt wird. Dann ergibt sich erneut ein anderes Bild. Nach der Statistik von Namensforscher Knud Bielefeld wird er jedoch geringer gewichtet.
Was trotzdem auffällt, ist, dass es echte Dauerbrenner über Jahrhunderte hinweg gibt. Beispielsweise ist „Anna“ in Deutschland nur selten aus den Charts verschwunden. Viele Jahre steht der klangvolle Name in der Bielefeld-Statistik oben. Über die Jahrhunderte ist Anna in der Gesamthäufigkeit kaum zu schlagen. Ebenso wie bei den Jungen „Paul“.

1890 gewinnt Anna den Wettbewerb und führt die Statistik von 1893 bis 1900 durchgehend an. Bereits Jahrhunderte zuvor soll es der zweithäufigste vergebene Mädchenname gewesen sein, hat Bielefeld recherchiert. Eine der Deutungen sagt, dass Anna vom hebräischen ­Hannah abstammt – und damit die Anmutige heißt. Nur von den 1930ern bis in die 70er schwächelt der Name (ebenso wie Paul ab 1950), um dann ein fulminantes Comeback zu feiern.

Anna, Hanna, Anna-Lena und Annabell werden 2011 im KKH am häufigsten vergeben. Ganz so weit vorn liegt diese Gruppe bundesweit nicht. Wobei Hanna/Hannah im Gesamtklassement immerhin auf dem dritten Platz landet – und Anna Vierte wird. Beliebt ist im KKH erneut auch die Namensgruppe „Emma/Emily“, die in ihren verschiedenen Formen sehr oft in der Statistik erscheint.

Im Helios-Klinikum liest sich die Mädchennamen-Top-Ten etwas anders: Lilly, Mia, Lea, Marie, Lina, Johanna, Emilia, Leonie, Emma und Laura heißen die besten Zehn. Und trotzdem liegt auch das im Bundestrend, nur die Rangfolge sieht anders aus.

Mia, der Spitzenreiter im Bund, wird im Helios-Klinikum 2011 in letzter Sekunde noch von Lilly überrundet.

Bei den KKH-Jungs gewinnt Elias (13. im Bund) vor Finn/Finnley (4.). Damit liegt das KKH etwas weiter weg vom Geschmack der Bundesbürger, als das Helios. Elias galt zwar einige Jahre als Trendsetter, oft als „Geheimtipp“. Allerdings bei so vielen jungen Eltern gleichzeitig, dass von geheim keine Rede sein kann.

Der KKH-Newcomer heißt Till/Til – mit Tuchfühlung zur Spitzengruppe.

Bei den Helios-Jungs wird indes erneut eine Klassikerrunde eingeläutet: Paul gewinnt hier das Rennen. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „der Kleine“. Es folgen Max/Maximilian, Ben (Bundesspitzenreiter), Oskar, Felix, Tim, Leon, Nils, Moritz und Jakob. Die Ausreißer dabei sind Leon, der in Deutschland erst 1985 auf vordere Plätze kam sowie Ben (das Glückskind), der erst ab 1987 von sich reden machte. Weniger oft treffen Abby, Bendix, Hjalte, Lasse, Maarten, Matti, Mert, Rocco, Younes oder Xara – ebenfalls 2011 im KKH geboren – auf Altersgenossen gleichen Vornamens.

• Insgesamt wurden im abgelaufenen Jahr im Katholischen Krankenhaus „St. Johann Nepomuk“ Erfurt 608 Babys geboren, davon 304 Jungen und 304 Mädchen. Der geburtenstärkste Monat im KKH war mit 72 Geburten der August, gefolgt von den Monaten Juli und Januar, „weniger los“ war im März und September.

• Im Jahr 2011 wurden im HELIOS Klinikum Erfurt 1572 Kinder geboren. Davon 41 Mal Zwillinge und einmal Drillinge. Insgesamt hatten die Jungs ihre Näschen klar vorn: 804 blaue und 768 rosafarbene Puffbohnen wurden den Kindern in die Wiegen gelegt. Das kleinste Baby, ein Mädchen, wog bei der Geburt 410 Gramm und wird bis heute auf der Frühgeborenenstation versorgt.
Das schwerste Baby war wiederum ein Junge, der stattliche 4990 Gramm auf die Waage brachte.

(Quellen: KKH, Helios, beliebte-vornamen.de, Wikipedia)
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1 Kommentar
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 14.01.2012 | 13:38  
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