Die Försterin und ihr geliebter Wald

Nur Büroarbeit wäre so gar nicht ihr Ding. Uta Krispin muss nach draußen, das wusste sie schon als junges Mädchen.
„Oh, dieses Lindgrün überall, das finde ich ganz, ganz schön“, gesteht Uta Krispin und lässt ihren Blick an den Stämmen hinauf wandern. In diesem frühlingshaften Blätterkleid findet sie „ihren“ Wald am bezauberndsten. Obwohl sie ihn immer liebt, egal zu welcher Jahreszeit. Manchmal nimmt sie sich die Zeit, stehen zubleiben, tief einzuatmen, die Stille und den Duft in sich aufzunehmen. Kurz nur, dann muss sie weiter sehen, was es zu tun gibt.

Arbeit zu jeder Jahreszeit


Uta Krispin ist Revierförsterin und beim Thüringer Forstamt Willrode für das Revier Erfurt zuständig. Mit einer Fläche von 1100 Hektar ein eher überschaubares Gebiet. Kleinere und größere Waldflächen unter ihrer Betreuung ziehen sich hin bis zu den Drei Gleichen, das größte zusammenhängende Waldstück ist der Erfurter Steiger. Arbeit gibt‘s immer. Der Wald macht keine Pause. Vor allem im Winter haben die Försterin und ihre Waldarbeiter alle Hände voll zu tun. „Von November bis Ende Februar ist die Haupteinschlagszeit für Holz“, erklärt Uta Krispin, dass eine lange Vorarbeit nötig ist, bis das geschlagene Holz verkauft werden kann. Schon Monate zuvor erkennt sie mit sicherem Blick, welche Bäume nicht mehr stehen bleiben können. Weil sie es allein nicht schaffen oder andere am Wachsen hindern. „Wir greifen aber nur dann ein, wenn es wirklich nötig ist“, sagt die Försterin und betont ihren Grundsatz: Die Natur einfach machen lassen.

 In diesen Tagen und Wochen durchstreifen Uta Krispin und ihre Helfer den Wald, um zu sehen, was der lange Winter angerichtet hat. Da müssen Wege neu befestigt, Bänke repariert werden. Auch mit Frühjahrsbepflanzung und Wiesenpflege geht es jetzt wieder los. So ganz „nebenbei“ kümmert sich die Revierförsterin um die Jagdausübung in ihrem Revier. Hier im Steiger gibt es nur Rehwild, erzählt sie. Auch für das Forsthaus Willrode und Veranstaltungen dort ist sie zuständig, ebenso fällt der Wildladen in ihren Verantwortungsbereich.

Kein Büromensch


 Manchmal, wenn sie stundenlang Schreibarbeiten zu erledigen hat, wird sie ganz kribbelig. Es zieht sie nach draußen. „Nur im Büro zu sitzen, das ist nicht meins“, sagt sie und ist froh, ihren Traumberuf gefunden zu haben. Immer schon wollte sie raus, sehen, was passiert, mit den Händen arbeiten. Also wurde sie nach der Schule Forstfacharbeiter und studierte Forstwirtschaft. Der Weg zu ihrem Traum. Dass sie heute kaum mal einen normalen Acht-Stunden-Tag hat und auch an den Wochenenden unterwegs ist, stört sie nicht im geringsten. Uta Krispin ist glücklich mit dem, was sie tut. Wie lange eigentlich schon? Sie überlegt. Erst hatte sie das Revier Schwansee betreut, dann Egstedt, seit 2006 das Revier Erfurt. Angefangen hat alles 1993. Im Mai, am 17. Vor genau 20 Jahren also. Uta Krispin winkt ab, daran hat sie bislang mit keiner Silbe gedacht. Warum auch, der Wald ist viel wichtiger...
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