Die größten (Kastelruther) Spatzenfans weit und breit

Sie nennen sich zwar "Erfurter Spatzenfans", kommen aber aus verschiedenen Orten: Volker Hautke und Bettina Dietrich (hinten Mitte) sind aus Elxleben im Kreis Sömmerda, genau wie Monika Hetzel (vorn rechts), Karla Jarmuschek (hinten rechts) und Renate Braun (vorn links) wohnen in Gamstädt im Landkreis Gotha. Der sechste in der Runde (und nicht auf dem Bild) ist Renates Mann Bernhard. Rein organisatisch haben sich die die sechs dem Fanclub in Sondershausen angeschlossen.
 
Stolz präsentieren die Frauen ihre Edelweiß-Tattoos.

Eine eingeschworene Truppe aus Gamstädt und Elxleben bei Sömmerda schwärmt seit Jahren für die "Kastelruther Spatzen" und kann gar nicht genug von ihren Idolen bekommen.



“Jeder hat so seinen Vogel. Bei uns sind's Spatzen!“ Renate Braun lacht aus vollem Hals, die anderen stimmen ein. Die „Kastelruther Spatzen“, natürlich. „Wir sind die Erfurter Spatzenfans“, betitelt Karla Jarmuschek die Gleichgesinnten, eine kleine fröhliche Runde, zu der sie und Renate gehören sowie Renates Mann Bernhard, der sie meistens fährt. Sie kommen aus Gamstädt. Die anderen drei, Monika Hetzel, Bettina Dietrich und Volker Hautke, sind in Elxleben bei Sömmerda zu Hause.


“Bei uns gibt es nur ein Thema, und das schon seit 1999“, gesteht Karla Jarmuschek die lange schon währende Verehrung. Rein organisatorisch hat sich die Sechser-Runde dem Fanclub aus Sondershausen angeschlossen, genießt auch dort mit den anderen die Spatzen-Manie. Meistens aber sind sie zu sechst unterwegs. „Da, wo irgendwas ist von den Spatzen, da sind wir auch“, spricht Karla über Selbstverständliches. „Bis zu 150 Kilometer weit fahren wir schon bis zu einem Konzert“, erklärt Volker, dass echten Fans kaum ein Weg zu weit ist. So drei bis fünf Konzerte kommen da im Jahr zusammen.

Der Oktober ist heilig



Das Beste aber ist der Oktober, wenn am zweiten Wochenende die Kastelruther Spatzen zu Hause gemeinsam mit fast 15.000 Fans ihr großes Spatzenfest feiern. Die schönsten Tage im Jahr sind das für sie. „Da sind wir immer dabei, keiner von uns käme auf die Idee, da etwas anderes zu planen“, kann es Renate kaum erwarten, wieder nach Kastelruth zu kommen. Natürlich sind die Thüringer an allen drei Festtagen dabei, gehen am Freitag zum Hauptkonzert, wandern zwischendurch, hören bei den Samstags-Konzerten zu, lassen sich den Frühschoppen am Sonntag nicht entgehen. Inzwischen stellen sie sich allerdings nicht mehr schon Stunden vor dem Einlass vors Festzelt. „Ach, das lange Stehen immer, wir bekommen auch so gute Plätze“, haben Monika und die anderen ihre Erfahrungen gemacht.

Beim Durchhalten der drei Festtage hilft ein immer mal Schluck Jagertee, der steigert die Laune zusätzlich. Obwohl das bei den Erfurter Spatzenfans kaum möglich ist, so gut, wie sie drauf sind. Schon auf der Hinfahrt wird im Auto geträllert, was das Zeug hält. „Die Musik der Spatzen macht einfach gute Laune“, spricht Karla den anderen aus der Seele. Die Lieder sind so ehrlich, so glaubwürdig, jedes hat einen Sinn, ist sich die Runde einig. „Die müsste es auf Rezept geben“, schwört Monika auf die heilsame Wirkung. Und die Spatzen selbst sind sowieso die Besten, die Liebsten, die Freundlichsten. Manchmal sind sie ihnen schon persönlich begegnet, das sorgt bei den vier Frauen für zusätzliches Herzklopfen. Davon können sie immer wieder erzählen. Wie gut, dass Renate so fleißig die Alben mit Bildern und Zeitungssausschnitten bestückt, da können sie immer wieder die Seiten durchblättern und in Erinnerungen an ihre Spatzen-Missionen schwelgen.


Die Fotos zeigen eine kunterbunte Truppe, der man ansieht, für wen sie schwärmt. „Wir haben natürlich unsere Kluft, Fanschals für Sommer und Winter, Sweat- und T-Shirts, Mützen...“, packt Karla jede Menge Fan-Utensilien auf den Tisch. „Hier habe ich sogar die Unterschriften der Spatzen drauf, da habe ich den Buckel hingehalten“, zieht sie eines ihrer besten Stücke aus dem Kleider-Vorrat. Nur entsprechend angezogen geht's zu den Konzerten, selbst zu denen des Spatzen-Doubles aus Hohenebra, das die Erfurter auch sehr mögen.

Der Papp-Norbert - die Figur des Sängers - bleibt bei den vielen Unternehmungen zu Hause, der bekommt auch so bei jedem Gang durch den Korridor ein Lächeln ab. „Wir sind eben die verrückten Alten, unsere Kinder erklären uns wirklich manchmal für ein bisschen verrückt“, sagt Karla und knufft ihre Freundin Renate liebevoll in die Seite. Sie kichern wie Teenager. Wie auf Kommando entblößen die vier Frauen ihre Schultern. Jede von ihnen hat sich ein Edelweiß-Tattoo stechen lassen, in Ehrerbietung an 'ihre' Spatzen, die ja in Südtriol zu Hause sind. Vielleicht könnte sich ja noch eine weiße Rose hinzugesellen, beginnen sie zu überlegen. Denn das Lied von selbiger, so schwören sie, ist das Allergrößte. „Da singen alle mit“, sagt Bettina und erinnert sich, dass auch die Erfurter Fans da schon oft auf den Tischen standen. Selbst im strömenden Regen bleiben sie draußen. Echte Fans zeigen Einsatz, halten durch. Volker nickt: „Schöner als der Everest ist das Kastelruther Spatzenfest“, sagt er und genießt wie die anderen in der Runde die Vorfreude auf den Oktober. Etwas Schöneres, als die Spatzen live zu sehen und inmitten Tausender Fans zu sein, gibt es nicht. „Wir sind alle wie eine große Familie“, bringt es Karla auf den Punkt. Eine Familie im Gleichklang. Dem aus Kastelruth.
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