Ein Mann mit Her(t)z

Erfurt: Heinrich- Hertz- Gymnasium | Ein zugleich freudiges und trauriges Ereignis erwartet die Erfurter im kommenden Monat: Das Heinrich Hertz Gymnasium (HHG) feiert seinen 20. Geburtstag, fast zeitgleich verabschiedet sich Bernhard Hupe, der seit der ersten Stunde des HHGs Schulleiter ist, von allen und geht in Pension. Warum die Feier einen traurigen Beigeschmack haben könnte, wissen alle (ehemaligen) Schüler und Lehrer des Gymnasiums schnell zu beantworten. Bernhard Hupe zeichnet sich nicht nur durch sein Engagement aus, sondern vor allem dadurch, dass er zu jeder Zeit Mensch geblieben ist.
Einer, der viel Wert drauf legte, Schülern und Lehrern bei Problemen beizustehen.

Die Geschichte des HHGs beginnt 1991 mit der Umwandlung der Polytechnischen
Oberschule „Willy Albrecht“ zum Staatlichen Gymnasium 4. Die Schule stand zunächst unter einem schlechten Stern, war sie doch als Übergangslösung gedacht und sollte aufgrund mangelnder Schüler wieder aufgelöst werden.
Bernhard Hupe setzte sich mit Leib und Seele über Jahre hinweg dafür ein, dass diese Schule erhalten bleibt. Wie der 20. Geburtstag des HHG verdeutlicht, hatte er Erfolg. Die Schule besteht weiter und bleibt wohl auch in Zukunft, selbst wenn in den vergangenen Jahren auch Gymnasium aufgelöst wurden.

„Wir haben einen guten Ruf und uns durch ein breites Bildungsangebot einen
festen Platz in der Erfurter Schullandschaft erkämpft“, resümiert Bernhard Hupe.

Bis heute hat das HHG – auch durch die Visionen Hupes – einen besonderen Stellenwert bekommen. Als erste Medienschule der Stadt zeigt das Gebäude zwar äußerlich noch den „Charme der DDR“, doch im Inneren ist es topmodern. Hier gibt es Fachkabinette, ein Labor und Vorlesesaal, Lichthöfe, Lounges und eine solide sanierte Turnhalle. Aber nicht nur die Ausstattung, sondern vordergründig die Profile machen diese Schule interessant. Nach der alten Stundentafel können die Schüler am Ende der achten Klasse zwischen drei Wahlpflichtbereichen wählen, ob sie ab der 8. Klasse die Richtungen Sprache, Naturwissenschaft oder den musisch-künstlerischen Weg einschlagen wollen.
Zudem bietet das HHG Kunst als Leistungsfach sowie viele Fremdsprachenkurse an und ist neben der Medien- auch eine Ausbildungsschule und bietet Studenten die Chance, Praxis im Unterricht zu sammeln. Im Laufe der Jahre erreichte Hupe vielerlei: Unter seiner Leitung wurde das Schulgebäude schrittweise umgebaut. Doch eines war ihm am wichtigsten: Er wollte die Schule menschlicher machen. Er kämpfte um den Erhalt der Schule, führte mit großem Herz Lehrer und Schüler zusammen, setzte sich auf Augenhöhe mit seinen Schützlingen. In den 20 Jahren in seiner Schule gab es viele Momente, die Bernhard Hupe niemals vergessen wird: Der wohl schönste war, als seine Schüler ihn damit überraschten, dass sie ihn 2007 für den Meister- Eckhart-Brief des Thüringer Kultusministeriums vorschlugen, einer Auszeichnung, die in Anerkennung an langjähriger Verdienste an ihn übergeben wurde. Im Juli wird nicht nur eine besondere Schule gefeiert, sondern auch der Mensch, der sie zu dem gemacht hat.
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