Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)-Erkrankungen in Thüringen

Quelle Foto: dpa/ DPA
Erfurt: Erfurt | Im Jahr 2011 traten viele Erkrankungen mit dem EHEC-Erreger auf, man sprach von einer EHEC-Epidemie. Diese Epidemie war eine im Mai 2011 zuerst in Deutschland beobachtete Häufung und Ausbreitung einer bis dahin nicht bekannten, schweren Verlaufsform eines hämolytischurämischen Syndroms mit Durchfall.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele Erkrankungen mit dem EHEC-Erreger traten in den letzten fünf Jahren (2011 bis 2016) in Thüringen auf?
2. Wie viele Erkrankungen mit dem EHEC-Erreger verliefen in den letzten fünf Jahren (2011 bis 2016) in Thüringen tödlich (bitte au isten nach Geschlecht, Alter und Landkreis)?
3. Wie beurteilt die Landesregierung aktuell die Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung in Thüringen mit dem EHEC-Erreger?

Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 28. Juni 2017 wie folgt beantwortet:

Zu 1.:
In Thüringen wurden zwischen 2011 und 2016 insgesamt 294 EHEC-Erkrankungen an die örtlich zuständigen Gesundheitsämter gemeldet.

Meldejahr
EHEC-Erkrankungen
2011 105
2012 55
2013 28
2014 35
2015 35
2016 36
gesamt 294

Zu 2.:
In den letzten fünf Jahren kam ein Todesfall in Folge einer EHEC-Erkrankung zur Meldung. Dabei handelte es sich im Jahr 2011 um eine 80-jährige Frau aus dem Landkreis Nordhausen, die sich während der Inkubationszeit im Landkreis Nordvorpommern aufgehalten hatte. Sie verstarb an einem HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom, welches als schwerste Komplikation einer EHEC-Erkrankung auftreten kann.
Zu 3.:
Bei der Mehrzahl der in Thüringen gemeldeten EHEC-Fälle handelte es sich um leicht verlaufende Einzel- oder Familienerkrankungen. Zu einem bundesweit gehäuften Auftreten schwerer EHEC-Erkrankungen und HUS-Fälle kam es im Jahr 2011. Der Erreger und die von ihm verursachten Infektionskrankheiten treten weltweit auf. Das Hauptreservoir des Erregers bilden Wiederkäuer, vor allem Rinder, aber auch Schafe und Ziegen, in deren Darm sie regelhaft vorkommen, ohne bei ihnen Erkrankungen auszulösen. Die Übertragung der Erreger erfolgt meist durch die direkte oder indirekte orale Aufnahme mit der Nahrung, insbesondere bei rohem Fleisch oder Rohmilch. Eine Infektion ist auch über fäkalienverseuchtes Trink- oder Badewasser möglich.
Zur Vermeidung von Erkrankungen sind daher insbesondere persönliche Schutzmaßnahmen von Bedeutung. Hierzu zählen unter anderem die strikte Einhaltung der Hygiene (Händehygiene, zum Beispiel nach Kontakt zu Tieren) sowie beim Umgang mit Lebensmitteln (Küchenhygiene). Um das Risiko einer Weiterverbreitung von EHEC insbesondere in Familien oder Wohngemeinschaften mit Erkrankten oder Ausschei- dern zu verringern, ist die Einhaltung einer strengen Händehygiene, Wischdesinfektion von Oberflächen, Reinigung der Kleidung und Wäsche sowie Vermeidung von Kontakt zu erkrankten Personen und Ausschei- dern dringend empfohlen.
Um die Bevölkerung auf Maßnahmen zur Vermeidung von EHEC-Infektionen hinzuweisen, wurden auf der Homepage des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz Merkblätter mit Hinweisen und Erläuterungen zur Erkrankung veröffentlicht.

(Fragesteller ist Siegfried Gentele MdL, es antwortete die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familien in Thüringen Frau Heike Werner)
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