Erfurt trifft New York

Jürgen Valdeig stellt in diesen Tagen das Bild fertig.
  Sein Herz schlägt für Erfurt. Wie sollte es bei einem Kunst- und vor allem Heimatmaler, wie Jürgen Valdeig einer ist, anders sein? Allerdings gehört ein großer Zipfel seines Herzens auch Amerika. Schon als Sechsjähriger schwärmte er von dem großen, weiten Land. Ein Großonkel hatte dem kleinen Jürgen davon erzählt und ihm Postkarten von New York und vom Grand Canyon gezeigt. Liebe auf den ersten Blick. Auch, wenn es nur der auf bunte Papierbildchen war.

Lange musste er warten, bis er sich selbst davon überzeugen konnte, wie schön dieser Traum in Wirklichkeit ist. Inzwischen war Jürgen Valdeig schon fünf Mal in Amerika, ist vom Grand Canyon genauso begeistert wie von den imposanten Bauten der Millionenstadt. "Die Wolkenkratzer sind für mich auch Canyons, gebaute eben", erklärt er die doppelte Schwärmerei. Und die Brooklyn Bridge ist ein ebenso faszinierendes Bauwerk für den Maler, der nie ohne Skizzemblock reist und alle Eindrücke in Bildern festhält. So gewaltig ist die Brücke, so imposant.

Wie schön, dass sie ganz eng mit Thüringen verbunden ist.Johann August Röbling, der 1865 mit den Planungen für die Brooklyn Bridge begann und kurz vor seinem Tod 1869 nur noch den Baubeginn erleben konnte, stammt aus Thüringen. Bevor der in Mühlhausen Geborene 1831 nach Amerika auswanderte, studierte er in der Zeit von 1821 bis 1823 in Erfurt am Institut von Ephraim Salomon Unger Mathematik. Das stand in der Marktstraße 6, da, wo sich heute unter anderem das Café Nerly befindet. Doch wer weiß davon? "Es ist schade, dass die Stadt nur mit einer Straße, die seinen Namen trägt, an diesen großen Mann erinnert", findet Jürgen Valdeig. "Das ist ein bisschen wenig".

Deshalb hatte er gemeinsam mit Dr. Steffen Rassloff die Idee, eine Gedenktafel zu fertigen. Diese soll dort angebracht werden, wo Röbling Mathematik studierte. Vom Erfurter Oberbürgermeister gab es sofort Unterstützung, auch das Denkmalamt stimmte zu. So entsteht also in diesen Wochen die Gedenktafel, die eine Panorama-Ansicht der Brooklyn Bridge um 1950 zeigt. "In dieser Epoche kamen die filigranen und im Art-Deco-Stil gebauten Wolkenkratzer besser zur Geltung" begründet Jürgen Valdeig die Zeitwahl. Neben dem Bild wird die Tafel (die als Alu-Art-Platte gefertigt wird) mit einem schriftlichen Eintrag an Johann August Röbling erinnern.

Nun steht auch fest, dass sie ebenso eine Widmung des amtierenden New Yorker Bürgermeisters tragen wird. Denn Jürgen Valdeig hat Post aus New York bekommen: Mayor Michael R. Bloomberg hat den Erfurtern, nachdem er ihm sein Ansinnen schriftlich erklärte, für seine Bemühungen gedankt und freut sich über die freundschaftliche Verbindung zu Erfurt.Im Jahr 2013 soll die Tafel fertiggestellt und angebracht werden.



INFO:

So lautet der Gruß aus New York: "Dear Mr. Valdeig: Thank you for taking the time to share your work with me. The Brooklyn Bridge is a New York icon and an inspiration for poets, artists, musicians and filmmakers. I am pleased to know of your efforts to honor John Roebling and our city's friendship with Germany. All the best to you and the people of Erfurt. Sincerely, Michael R. Bloomberg, Mayor.
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