Erfurter Tanzgilde widmet sich historischen Tänzen

 

Eine tanzende Zeitreise unternimmt der rührige Verein "Erfurter Tanzgilde e.V"., mit ihren Tänzen erfahren Barock und Renaissance eine wahre Wiederbelebung.

Umständlich beschrieben


"Man mache einen Hüpfer auf dem rechten Fuße!“ Das ist noch eine der leichteren Anweisungen. Bei vielen anderen muss man sich schon besser auskennen, um sie zu verstehen, weiß Mareike Greb. Die Tänzerin, Musikerin und Schauspielerin bringt anderen Tänze aus längst vergangener Zeit bei, sie liebt diese alten Tänze ganz besonders. Grundlage dafür sind Tanzbücher von damals, die auf Italienisch und in heute manchmal seltsam anmutenden Redewendungen geschrieben sind. Wenn die Leipzigerin zu 'ihrer' Tanzgilde nach Erfurt kommt, erklärt sie die Schritte, Drehungen und Springeinlagen natürlich viel einfacher. Es sind die Tänze aus der Zeit der Renaissance bis in den frühen Barock, die die Tanzbegeisterten in ihrem Übungsraum zelebrieren.

Anmut und Eleganz



Die „Erfurter Tanzgilde“ gibt es seit 17 Jahren, die 15 Vereinsmitglieder werden nicht müde, sich immer wieder auf eine Reise in die Vergangenheit zu begeben und neue Formationen einzustudieren. Das Repertoire erstreckt sich von frühen italienischen bis hin zu englischen Playford-Tänzen. Für die Tänze aus Italien schwärmen sie besonders, sie bestechen durch Anmut und Eleganz. Dabei werden vor allem drei Tanzarten unterschieden, erklärt die Tanzmeisterin: Der langsame, majestätische Schreittanz „Bassadanza“ mit genau festgelegten Schritten und Figuren, der lebhafte „Saltarello“ mit seinen typischen Hüpfsprüngen und „Piva“, ein schneller, rhythmischer Tanz. Es gibt auch zusammengesetzte Formen. In der Tanzgilde werden sie zu neuem Leben erweckt. „Von wegen angestaubt“, sagt die Tanzlehrerin lachend, sie alle gemeinsam machen die Tänze von anno dazumals wieder modern. Sie weiß, wer einmal bei ihnen mitgemacht habe, könne gar nicht genug davon bekommen.

Faszinierende Zeiten



“Die Zeiten damals waren einfach faszinierend“, schwärmt Rico Hildebrandt, der sich über die Tänze hinaus für diese vergangenen Jahrhunderte interessiert und es wie seine Mitstreiter sehr genießt, zu den Auftritten der Tanzgilde in ein historisches Kostüm zu schlüpfen. So wird die Zeitreise perfekt. Ein wenig bekommt auch der Zuschauer das Gespür, wie es einst bei Hofe zuging. Tänze waren nicht einfach nur Tänze, sondern große gesellschaftliche Ereignisse. Zwischen den auf der Tanzfläche Agierenden findet durch Bewegung und Körpersprache unentwegt Kommunikation statt. Man nähert sich, entfernt sich wieder, dreht sich umeinander, baut eine gewisse Spannung auf. Alles sehr höflich, zuvorkommend und mit wenig Körperkontakt. „Bei diesen Tänzen gibt es nicht diese innige Paarbindung“, erklärt Mareike Greb, dass man nicht zu zweit zum Tanztraining kommen muss.

Kunstvolle Bewegungen



Zählen lassen sich die Tänze nicht, wie sie an Europas Höfen zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert üblich waren. Es gibt nicht nur Schreit- und Reigentänze, sondern so vieles mehr. Manchmal sind sogar äußerst kunstvolle Bewegungen gefragt . Gut 100 Tänze haben die Tanzgildler in den letzten Jahren erlernt, ein Viertel davon können sie jederzeit abrufen. Es sei gar nicht so schwer, sich alle Schritte und Bewegungsfolgen zu merken, sagen sie übereinstimmend. Sie üben sie langsam, Stück für Stück, so dass jeder mitkommt. Gern heißen sie Neugierige und Mit-Tänzer in ihren Reihen willkommen.



Termin zum Schauen und Mitmachen:



“Balltänze zwischen Shakespeare und Jane Austen - Historische Tänze für Jedermann“: Sonntag, 19. Oktober, 19 Uhr, Tanzsaal der Tangotänzer in der Schlösserstraße 5 in Erfurt. Jeder kann mitmachen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Weitere Informationen: www.tanzgilde.de
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