Fernes, nahes Afrika: Sabine Gentzsch kämpft gegen Beschneidung von Mädchen in Kenia

(Foto: privat / Fundus Sabine Gentzsch)
 

Sabine Gentzsch und viele andere kämpfen in einem Mit-Reiseprojekt gegen Beschneidung von Mädchen in Afrika.

Das pulsierende Leben



Afrika ist der schönste Kontinent, den es gibt!“ Sabine Gentzschs Gedanken überbrücken blitzschnell Tausende Kilometer, wandern vom weihnachtlichen Einkauftsrubel direkt dahin, wo sie gern noch mehr Zeit verbringen würde. „Afrika ist für mich das Leben schlechthin, alles pulsiert, ist so voller Lebensfreude!“ Ihre Augen strahlen. Viermal war die Elxlebenerin schon in Kenia. Allerdings nicht, um dort Urlaub zu machen. Ein Urlaub könnte auch niemals derlei Erinnerungen, Gefühle hervorrufen. Afrika wirkt nach, an jedem Tag.

Den Menschen ganz nah



Dank eines Mit-Reiseprojektes kommt sie den Menschen dort ganz nah. Die Besucher aus Deutschland wohnen in Hütten, erleben den Alltag gemeinsam, sind dabei, wenn es zur Feldarbeit geht oder packen bei den anderen Dingen an, die erledigt werden müssen. Sie arbeiten zusammen, lachen und singen, erfahren und lernen so ganz viel voneinander. Eine aufregende Zeit. Aufregend auch deshalb, weil sich die Besucher seit Jahren vor allem einem Thema widmen: In großen Teilen Kenias gehört es noch immer zur Tradition, dass Mädchen beschnitten werden. Sabine Gentzsch hat viel über dieses unmenschliche Ritual erfahren. Die Mädchen leiden unglaubliche Schmerzen bei dieser Genitalverstümmelung, viele von ihnen sind ein Leben lang traumatisiert, weiß sie. Dass es nicht mehr so ist, dafür kämpfen die Frauen - ebenso Männer und ganze Familien - im Mit-Reiseprojekt, innerhalb des „Fulda-Mosocho-Projektes“.

Überzeugungsarbeit und Geduld



In den vergangenen Jahren haben die eifrigen Kämpfer für Kenias Mädchen in manchen Regionen Unglaubliches bewirkt. Wenn sie Lehrer und Clan-Älteste, auch die von ihrer Mission überzeugten Beschneiderinnen, auf ihre Seite ziehen, dann haben sie gewonnen. Das allerdings ist ein schwieriger, steiniger Weg, der unzählige Gespräche, Seminare, Überzeugungsarbeit und viel Geduld erfordert.


Der Einsatz zeigt Wirkung: In der Mosocho-Region wurde die Beschneidungsrate von 97 auf 30 Prozent reduziert. Ein wunderbarer Erfolg. Nun möchte sich das Projekt in die Nachbarregionen vortasten. Weitere Unterstützer, Kämpfer für die gute Sache, sind herzlich willkommen und werden dringend gebraucht.

Wieder nach Afrika



“Leider erlaubt es meine Zeit nicht, dass ich jedes Jahr vor Ort bin“, bedauert Sabine Gentzsch. Doch ihr nächster Afrika-Einsatz wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, ist sie überzeugt und beginnt schon zu planen. Es ist einfach wunderschön, die Veränderungen dort im Land zu sehen, dabei sogar ein klein wenig mitgewirkt zu haben, gesteht sie überglücklich: Einstige in Traditionen verwurzelte Männer öffnen sich den Argumenten und denken um, Frauen erleben Anerkennung und Bildung, werden so viel selbstbewusster, Kinder wachsen entspannter auf und wiederholen wohl nicht die Fehler ihrer Väter und Großväter. Bald wird sie sich vor Ort wieder davon überzeugen. Und sie wünscht sich von Herzen, dass andere Menschen die gleichen wunderbaren Erfahrungen machen.


Weitere Informationen:



Aktiv gegen Beschneidung von Mädchen und jungen Frauen in Kenia: Das Fulda-Mosocho-Projekt zählt laut einer Unicef-Studie zu den fünf besten Projekten weltweit, die an der Abschaffung dieser Menschenrechtsverletzung arbeiten.


Bisher konnten in der Region Mosocho Zehntausende Mädchen gerettet werden. Nun gilt es, auch den Anfragen aus den Nachbarregionen Marani und Kisii South nachzukommen und die Arbeit dorthin auszuweiten.


Durch das Mit-Reiseprojekt „As Friends to Kenya“ können Interessierte vor Ort Einblicke in die Projektarbeit nehmen, die direkte Begegnung ermöglicht Transparenz.


Durchgeführt wird das seit 1992 bestehende Mit-Reiseprojekt vom Forschungs- und Praxisprojekt „Frauen in Kenia“ der Hochschule Fulda in Zusammenarbeit mit dem Verein „Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen“ (LebKom).


Kontakt & Infos: Telefon 06 61 / 6 41 25, www.fuldamosocho-project.com, www.mit-reiseprojekt-kenia.de.
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