Ganz schön frech

(Foto: Sven Kirchner)
Eine große runde Nase haben sie fast alle. Dazu ebenso kullerrunde Augen, denen man auf den ersten flüchtigen Blick ansieht, was deren Besitzer bewegt. Beides zusammen wirkt wie in einem Atemzug entstanden, aus einem Guss. Mit einem fröhlich-frech angesetzten Filzstiftschwung aufs Papier gezaubert. Der Mund im Gesicht tut sein Übriges. Er ist mal laut und zornig, dann wieder aus vollem Herzen heraus ansteckend lachend, liebevoll-vorlaut am liebsten, manchmal leicht verkniffen, lautlos kommentierend, zynisch. Nachvollziehbar.

Zeichenstift + Sven = eins


Lange schon sind Sven Kirchner und sein Zeichenstift eins. Als Kind faszinieren ihn die Abrafaxe aus dem Mosaik als erstes, geliebtes Nachmal-Motiv. Das Talent zum Zeichnen scheint er von Vater und Großvater geerbt zu haben. Doch der junge Begabte will mehr. Er beginnt, eigene Gedanken gezeichnet aufs Papier zu bringen. Am liebsten sogar überzeichnet. "Ich habe alles zu Papier gebracht, was mir so in den Kopf gekommen ist", erinnert sich der Süd-Thüringer, der seit Jahren in Erfurt lebt, an damals. Manchmal, sagt er, entstande ganze Comichefte daraus, zwanzig Seiten dick. Die Freunde und die Klassenkameraden sind begeistert.

Alltag zum Schmunzeln


Andere auch. Bald schon hat Sven seine erste Ausstellung in Schmalkalden. Es sind die Alltagsbegebenheiten, die er am liebsten auf die Schippe nimmt. Manchmal auch sieht er sich in der Politik um. Seit Mitte der 90-er Jahre, bis heute, ist "Svenner", wie er sich nennt, Karikaturenzeichner für das Meininger Tageblatt. "Dafür werden mir meistens die Themen vorgegeben", erklärt er die Herangehensweise für jede dieser Auftragsarbeiten. Ein wenig nachdenken, manchmal auch länger als gedacht, ein paar Striche mit dem Fineliner - schon ist die neue Karikatur fertig. "Manchmal habe ich dafür aber auch ziemlich lange zu tun", gibt er zu.

Zeichnen? Manchmal stundenlang


Tagsüber hat Sven Kirchner nicht viel Zeit zum Tüfteln und Zeichnen. Seine Comicader lebt er komplett in seiner Freizeit aus. Obwohl ihn auch tagsüber so manche Idee für den nächsten Comic 'befällt'. An manchen Tagen, so verrät der Hobby-Künstler, habe er ganz viele Ideen. Dann sitzt er stundenlang in seinem Arbeitszimmer, um alles aufs Papier zu bringen. Dann wieder ist erst einmal Pause.

Reale Vorlagen gibt es nicht für Svenners Figuren. Jedenfalls keine konkreten. Am liebsten sind ihm die vielen kleinen Begebenheiten im Alltag, die sich wunderbar in seinen lustigen Bilder festhalten lassen. Männer, Frauen, Tiere - alle müssen sie dafür herhalten. Manche von ihnen gibt es inzwischen schon auf T-Shirts und auf Tassen. Sie sind ein echter Hingucker. Genau wie jedes Bild von ihm.



Info: www.svenner.de
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