Geschenke gibt‘s später

Phillip Mahrholdt ist seit acht Jahren als Rettungsassistent im Einsatz.
Erfurt: Erfurt | Phillip Mahrholdt ist als Rettungsassistent (auch) Heilgabend unterwegs. Die Bescherung wird verschoben, später erst gibt‘s die Geschenke. "Das ist ganz normal, daran habe ich mich längst gewöhnt", gibt Phillip Mahrholdt am Ende eines langen, anstrengenden Arbeitstages zu.
Der 27-jährige ist als Rettungsassistent beim Arbeiter- Samariter-Bund tätig, hat wie viele andere seiner Kollegen zu Weihnachten Dienst. Heiligabend muss er von 7 bis 19 Uhr arbeiten, zwei Tage später dann hat er Nachtschicht. Doch was die Retter und Helfer an diesen Tagen so erwartet, können sie natürlich nicht vorhersehen. Mit schnee- und eisglatten Straßen kämpfen sie seit Wochen, querstehende Fahrzeuge oder der aufgetürmten Schneeberge wegen zu schmale Straßen machen so manchen Einsatz zum Hindernislauf. "Es ist schwierig, sich mit dem fünf Tonnen schweren Rettungswagen durchzukämpfen. Neulich erst ging gar nichts mehr und wir konnten das Unfallopfer nur zu Fuß erreichen", erinnert sich Phillip Mahrholdt an einen besonders heiklen Einsatz.

Mal sehen, wie sich das Wetter zu Heiligabend gestaltet. Ist es sehr schlecht, geschehen Autofahrern und Fußgängern häufiger Unfälle, die Retter sind dann ständig im Einsatz. Oft müssen auch Patienten aus den Krankenhäusern befördert werden, die die Feiertage zu Hause verbringen dürfen. Auch abends am 24., nach Veranstaltungen und anderen Zusammenkünften, ist öfter Hilfe vonnöten. Und von der spontanen Geburt bis hin zur Wiederbelebung sei bei den Einsätzen alles möglich. Selbst, dass kaum Hilfe angefordert wird, könne passieren.

Ein Tag wie andere auch? "Nicht ganz", gibt der Rettungsassistent zu. Es sei schon eine besondere Stimmung, die diesen Stunden anhaftet, auch die Patienten sind an diesem Tag besonders herzlich. Und wenn doch einmal Pause ist zwischen zwei Einsätzen, dann sitzt man zusammen in der Einsatzzentrale, atmet durch, plaudert, freut sich über den extra aufgestellten Weihnachtsbaum und die kleinen Häuschen, von einer Kollegin liebevoll selbstgebacken. "Das tut gut, wir haben ja hier gemeinsam mit den Maltesern unseren Sitz und ich muss sagen, das Klima untereinander ist wirklich phänomenal", freut sich Phillip Mahrholdt auch auf ein paar ruhige Minuten mit den anderen. Später, nach Dienstschluss, geht er dann zu den Eltern, zur späten Bescherung. Doch bevor das soweit ist, hat er noch einen Wunsch für Weihnachten: Möglichst wenig Einsätze, dafür viele gesunde Menschen.

Veröffentlichung am 22.12.2010
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Florian Storch aus Gotha | 11.01.2011 | 16:18  
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