Hahaha und Hihihi: Am Sonntag ist Weltlachtag - auch in Erfurt

Karla Pense und ihre Humorbrille
 
Einfach mal albern sein? Das funktioniert, sagt Karla Pense und tritt auf dem Spielplatz sofort den Beweis an.
 
Kein Handy und auch keiner am anderen Ende der Leitung? Egal, hier geht es ums Albernsein und Lachen.
Karla Pense bringt als Lachtrainerin Menschen zum Lachen und lädt zum Weltlachtag am 1. Mai gemeinsam mit Kerstin Sauerbrey aus Arnstadt und Karin Lenk aus Schmalkalden zum Mitlachen ein.


Ich kann nicht mehr", japst einer aus der Runde nach Luft. Dabei hält er sich den Bauch, ein paar Tränen kullern über die Wangen. Lachtränen. Auch die anderen können sich nur schwer beruhigen. Es ist einfach zu herrlich, wenn sie wie die Pinguine umherwatscheln und Hihihi machen, kurz darauf so tun, als hielten sie Tennisschläger in den Händen und dazu laute Ha-Rufe ausstoßen oder sich dann die fingergeformte Humorbrille aufsetzen und albernd hindurchgucken. Das tut so gut. "Das sind einige von unseren Übungen, bei denen die Teilnehmer locker werden und sich herrlich frei lachen", bestätigt Karla Pense, die Lach- und Resilienztrainerin ist und außerdem den Erfurter Lachclub leitet.

Lache und es geht dir besser!


"Lachen ist die einfachste Art, seinen Gemütszustand sofort zu verändern", spricht sie von der schönsten Ressource, die der Mensch in sich trägt. Manchmal muss er die erst wiederentdecken und lernen, sie sich zunutze machen. Karla Pense weiß, wovon sie redet. Aus bloßer Neugier hat sie sich vor etwa 15 Jahren für Lachyoga interessiert. Sie ist dabeigeblieben, seit 2006 betreibt sie das ganz intensiv, wurde von der kaufmännischen Angestellten zur Lachtrainerin. Ihr Lachclub, den sie in Erfurt ehrenamtlich leitet, ist seit sechs Jahren regelmäßiger Treffpunkt für Mit-Lacher. Neulingen dort ergeht es manchmal wie ihr in ihren Lach-Anfängen, sie brauchen etwas Zeit. Erwachsenen falle es eben nicht leicht, einfach einmal loszulassen, albern zu sein, weiß die Lach-Expertin. Die Kontrolle zu behalten und sich keine Blöße vor anderen zu geben, sind noch dazu typisch deutsche Eigenschaften, die es den Teilnehmern - besonders, wenn sie in Unternehmen Seminare gibt - am Anfang schwer machen. "Wir sind halt etwas steif", weiß sie und macht Mut, nach dem ersten Versuch nicht die Flinte ins Korn zu werfen. Auch hier mache die Übung den Meister. Manche brauchen zwei bis drei Lachyoga-Stunden für den Erfolg. Wer das durchzieht, ist jedoch vom Lachvirus dauerhaft infiziert. Karla Penses Empfehlung für alle, die Stress und Alltag durch Lachen abstreifen wollen: Den Kopf ausschalten, nicht denken und auch nicht reden dabei.


Möchte sich doch einer konzentrieren - dann am besten auf die Albernheiten beim Treffen, auf das Lachen ohne tieferen Anlass. "Wir machen viele lustige, phantasievolle Übungen, alle gemeinsam, keiner soll vorgeführt werden und muss Hemmungen haben", erklärt die Trainerin. Dabei seien sie immer alle in Bewegung, nicht nur den Lachmuskeln in Gesicht und Bauch tut das gut. Vom Yoga selbst kommen nur die Atem- und Entspannungsübungen zwischendurch. "Denn Lachen ist körperlich anstrengend", weiß Karla Pense, eine Minute Dauerlachen entsprächen durchaus zehn Minuten Joggen oder Rudern. Positiv anstrengend. Lachen bringt also auch den Körper in Schwung, sorgt für bessere Durchblutung und Atmung, fördert Heilungsprozesse, stimuliert Herz und Kreislauf, massiert sozusagen die inneren Organe. Vor allem aber tut Lachen der Persönlichkeit gut. Wer viel lacht, ist gelassener, selbstbewusst und weniger stressanfällig, sieht das Leben positiver und stellt sich Herausforderungen energiegeladen. Auch kranken und depressiven Menschen hilft das Lachen, die schwere Zeit besser zu überstehen.

Bitte recht albern!


"Früher war ich eher ein zurückhaltender Mensch, inzwischen hat mich das regelmäßige Lachen ziemlich verändert", sagt eine strahlende Karla Pense. Heute sei sie selbst viel lockerer, kreativer. Das gelinge nicht nur mit den regelmäßigen Stunden, in denen sie gemeinsam mit anderen lacht und ihnen zeigt, wie das geht. Die Kunst sei es, verrät sie, auch etwas davon in den Alltag mitzunehmen. Auch da könne man einfach mal albern sein, unvorhergesehene Dinge tun und so andere verblüffen und zum Lachen bringen. "Immer mal ein Scherz oder nicht wie üblich reagieren - so löst sich manches Problemchen im Alltag schnell auf", weiß sie und hat eine Menge Beispiele parat: Einem Nörgler besonders freundlich zu begegnen, den schnell hingehaltenen Geldschein kurz festzuhalten und den anderen zum Augenkontakt zu zwingen und dabei zu lächeln, sich über eigene Fehlerchen zu amüsieren etwa. "Es gibt doch mindestens genauso viele Gründe, sich zu freuen wie zu ärgern.", ist sie überzeugt. Ach was, es sind mehr, viel mehr. Es lässt sich ausprobieren: Am 1. Mai ist Weltlachtag.




Weltlachtag auch in Erfurt:


Am 1. Mai ist in diesem Jahr Weltlachtag. Um 14 Uhr treffen sich dazu in vielen Ländern Menschen in öffentlichen Parks zum gemeinsamen Lachen, um einfach fröhlich zu sein, die Idee kennenzulernen und die positive Wirkung auf Geist und Körper auszuprobieren. Termin in Erfurt: Sonntag, 1. Mai, 13.30 bis 14.30 Uhr im Brühler Garten. Die Teilnahme ist kostenfrei.


Hier darf gelacht werden:


In Deutschland gibt es rund 200 Lachclubs, weltweit sind es über 7000 in etwa 80 Ländern.

Der Erfurter Lachclub kommt an jedem ersten und dritten Montag im Monat von 18 bis 19 Uhr im Stadtpark (Robert-Koch-Straße / Ecke Am Stadtpark) zusammen, die Teilnahme ist kostenfrei. Infos: www.lach-dich-stark.de, Karla Pense: 0361/6012872.

Lachclub Arnstadt: Kerstin Sauerbrey, Telefon 0157/37 60 63 49

Lachclub Weimar (in Gründung): ludwig92@gmx.de




Lachen...


- gibt Schwung

- stärkt das Selbstbewusstsein

- öffnet den Blick für Neues

- macht mutiger

- aktiviert innere Potentiale

- schafft Distanz zu Problemen

- trainiert Humor und Gelassenheit

- hilft gegen Stress

- verbessert den Allgemeinzustand

- stimuliert Herz und Kreislauf

- regt den Stoffwechsel an

- stärkt das Immunsystem

- verringert das Schmerzempfinden

- vertreibt Aggressionen

- macht kontakt- und kommunikationsfreudiger

- fördert Kreativität und Optimismus

- hat nur eine Nebenwirkung: Es macht Spaß



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1 Kommentar
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Petra Wolf aus Gotha | 28.04.2016 | 21:14  
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